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Zusammenfassung

20.06.2010 - Langer Tag der StadtNatur...

Nach dem wir gestern, anlässlich des Berliner "Langen Tages der StadtNatur" im Naturpark Schöneberg unterwegs waren, hatten wir heute zwei Ziele. Das erste war eine botanische Führung über das Gelände des ehemaligen Wasserwerkes Friedrichshagen.

Normalerweise ist dort der Zutritt dem Normalbürger verwehrt und deshalb konnten sich auf diesem sehr trockenen Areal viele Arten der Magerrasen erhalten. Leider durften wir uns aber nicht von der Gruppe entfernen und so blieben nur zwei für mich zeigenswerte Fotos übrig.

Sedum acre
Gattungssuche Sedum acre - Scharfer Mauerpfeffer
X
Nr. 2010.4378kl100 %
4378kl
Sedum acre
Scharfer Mauerpfeffer
100mm; F/4.5; 1/800s; ISO 400
Canon EOS 50D
Porcellio spinicornis
Gattungssuche Porcellio spinicornis - Dornfühlerassel
X
Nr. 2010.4321kl100 %
4321kl
Porcellio spinicornis
Dornfühlerassel
100mm; F/3.5; 1/320s; ISO 400
Canon EOS 50D
Das zweite Ziel war eine Führung über das Gelände des ehemaligen Flugfeldes Johannisthal, welches heute ein Naturschutzgebiet mit großen Flächen an Sand- und Halbtrockenrasen ist, auf denen sich auf Grund der großen täglichen Temperaturunterschiede sogar Pflanzen und Tiere angesiedelt haben, die sonst nur in Steppengegenden vorkommen.
Anchusa officinalis
Gattungssuche Anchusa officinalis
Gemeine Ochsenzunge
X
Nr. 2010.4398b_kl100 %
4398b_kl
Anchusa officinalis
Gemeine Ochsenzunge
100mm; F/5; 1/1000s; ISO 400
Canon EOS 50D
Anchusa officinalis
Gattungssuche Anchusa officinalis
Gemeine Ochsenzunge
X
Nr. 2010.4401_kl_r100 %
4401_kl_r
Anchusa officinalis
Gemeine Ochsenzunge
100mm; F/5; 1/1250s; ISO 400
Canon EOS 50D
Allium scorodoprasum
Gattungssuche Allium scorodoprasum
Schlangenlauch
X
Nr. 2010.4403_02kl100 %
4403_02kl
Allium scorodoprasum
Schlangenlauch
100mm; F/5 (DFF); 1/1250s; ISO 400
Canon EOS 50D
Auch bei dieser Führung machte ich auf Grund des Gruppenzwangs nur ein paar Bilder von Pflanzen am Wegesrand, zumal der eigentliche unter Naturschutz stehende Bereich in der Kernzone des Naturparks nicht betreten werden darf.
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12.09.2010 - Gottesanbeterinnen im Schöneberger Südgelände...

Ich habe nun inzwischen schon mehrmals das Schöneberger Südgelände, einen Naturpark auf dem Gelände eines ehemaligen Güterbahnhofes im Süden von Berlin, besucht. Bisher hatte ich jedoch noch nie das Glück eines der seltensten Insekten Deutschlands, welches hier vorkommt, vor die Kamera zu bekommen.

Aber heute war mir das Glück hold und ich durfte endlich eine Europäische Gottesanbeterin bestaunen!

Natürlich hatte ich mir auch diesmal extra einen herrlichen sonnigen Spätsommertag ausgesucht und gehofft, daß die großen Fangschrecken durch die Wärme sehr aktiv und dadurch auch besser zu sehen sind. Außerdem war beim letzten Mal das ganze Gras am Wegesrand schon von Schafen abgefressen worden - meine potentiellen Motive hatten damit keinen Sitzplatz mehr, an den man sie hätte beobachten können.

Mantis religiosa
Gattungssuche Mantis religiosa
Europäische Gottesanbeterin
X
Nr. 2010.8520c_kl100 %
8520c_kl
Mantis religiosa
Europäische Gottesanbeterin
100mm; F/8; 1/400s; ISO 400
Canon EOS 50D
Mantis religiosa
Gattungssuche Mantis religiosa
Europäische Gottesanbeterin
X
Nr. 2010.8543b_kl100 %
8543b_kl
Mantis religiosa
Europäische Gottesanbeterin
100mm; F/8; 1/320s; ISO 400
Canon EOS 50D
Mantis religiosa
Gattungssuche Mantis religiosa
Europäische Gottesanbeterin
X
Nr. 2010.8571_72kl100 %
8571_72kl
Mantis religiosa
Europäische Gottesanbeterin
100mm; F/11 (DFF); 1/100s; ISO 200
Canon EOS 50D
Mantis religiosa
Gattungssuche Mantis religiosa
Europäische Gottesanbeterin
X
Nr. 2010.8524b_kl100 %
8524b_kl
Mantis religiosa
Europäische Gottesanbeterin
100mm; F/8; 1/400s; ISO 400
Canon EOS 50D

Diesmal tummelten sich gleich mehrere Exemplare am Wegesrand und ich brauchte mir nur das am fotogensten auf Beute wartende auszusuchen.

Als ich ein weiteres Tier in den Fokus genommen hatte, passierte dann sogar noch etwas ganz Unerwartetes. Es fing sich doch tatsächlich einfach eine Wespe, die gerade am Vorbeifliegen war.

Die Europäische Gottesanbeterin ist die einzige in Mitteleuropa vorkommende Vertreterin aus der Ordnung der Fangschrecken. Sie steht in Deutsch­land auf der Roten Liste und genießt damit besonderen Schutz.

Ihren Verbreitungsschwerpunkt hat sie eigentlich eher im südlichen, mehr wärmebegünstigten Teil unseres Landes - z.B. am Kaiserstuhl. Die Kolonie hier in Berlin ist lediglich eine Exklave und außerdem das nördlichste Vorkommen dieser Art in Mittel­europa.

Im Mittelmeerraum besiedelt die Gottesanbeterin die unterschiedlichsten Lebensräume, bei uns allerdings ist sie dagegen, wie schon erwähnt, lediglich auf ausgesprochene Wärmeinseln beschränkt.

Mantis religiosa
Gattungssuche Mantis religiosa - Europäische Gottesanbeterin
X
Nr. 2010.8650kl100 %
8650kl
Mantis religiosa
Europäische Gottesanbeterin
100mm; F/6.3; 1/100s; ISO 200
Canon EOS 50D
Interessanter Weise kann die Grundfärbung der Tiere von hellem grün bis zu dunklem braun reichen. Es handelt sich dabei nicht etwa um unterschiedliche Arten, sondern die unterschiedlichen Färbungsvarianten entstehen als Anpassung an ihre Umgebung.
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07.09.2010 - Ein Ausflug zu den Dünen-Springspinnen...

Der heutige Halbtagesausflug führte mich, auf der Suche nach der in Deutschland vom Aussterben bedrohten Dünen-Springspinne, zu einer der größten Binnendünen Brandenburgs. Meine Püttberge sind gegen diesen riesigen "Sandhaufen" nahe Jüterbog wirklich winzig.

Und was soll ich sagen, nach nur 10 Minuten ist mir tatsächlich auch schon das erste männliche Exemplar vor die Linse "gesprungen". Wohl eher ein großer Zufall, denn laut meines ortskundigen Begleiters dauert die Suche im Normalfall sonst schon mal 1-2 Stunden!

Yllenus arenarius
Gattungssuche Yllenus arenarius - Dünen-Springspinne
X
Nr. 2010.8019c_kl100 %
8019c_kl
Yllenus arenarius
Dünen-Springspinne
100mm; F/7.1; 1/80s; ISO 400
Canon EOS 50D
Yllenus arenarius
Gattungssuche Yllenus arenarius - Dünen-Springspinne
X
Nr. 2010.8013kl100 %
8013kl
Yllenus arenarius
Dünen-Springspinne
100mm; F/5; 1/200s; ISO 400
Canon EOS 50D

Die Dünen-Springspinne kommt ausschließlich in Dünengebieten des Binnenlandes vor und ist aufgrund der Seltenheit solcher Lebensräume in Deutschland vom Aussterben bedroht.

Yllenus arenarius
Gattungssuche Yllenus arenarius - Dünen-Springspinne
X
Nr. 2010.8034kl100 %
8034kl
Yllenus arenarius
Dünen-Springspinne
100mm; F/9; 1/80s; ISO 400
Canon EOS 50D
Yllenus arenarius
Gattungssuche Yllenus arenarius - Dünen-Springspinne
X
Nr. 2010.8094_95c_kl100 %
8094_95c_kl
Yllenus arenarius
Dünen-Springspinne
100mm; F/9 (DFF); 1/80s; ISO 400
Canon EOS 50D

Durch ihre Farbe und die hell-dunkle Sprenkelung ist sie im Aussehen perfekt an diese Umgebung angepaßt. Auf dem sandigen Untergrund ist die Spinne daher so gut wie unsichtbar - nur ihre Bewegung kann sie verraten. Ruhephasen verbringt die Art in einem Gespinst im Dünensand und ist so praktisch nicht aufzufinden.

Labidura riparia
Gattungssuche Labidura riparia - Sandohrwurm
X
Nr. 2010.8207kl_r100 %
8207kl_r
Labidura riparia
Sandohrwurm
100mm; F/11; 1/15s; ISO 400
Canon EOS 50D
Andrenosoma atra
Gattungssuche Andrenosoma atra - Schwarze Mordfliege
X
Nr. 2010.8170b_kl_r100 %
8170b_kl_r
Andrenosoma atra
Schwarze Mordfliege
100mm; F/11; 1/8s; ISO 200
Canon EOS 50D
Chalcophora mariana
Gattungssuche Chalcophora mariana - Großer Kiefernprachtkäfer
X
Nr. 2010.8066b_kl100 %
8066b_kl
Chalcophora mariana
Großer Kiefernprachtkäfer
100mm; F/8; 1/60s; ISO 400
Canon EOS 50D

Natürlich gab es in so einer herrlichen, naturbelas­senen Landschaft noch einiges mehr an Motiven. Davon sind allerdings nicht viele auf meinem Chip gelandet, da ich mich nicht an meinen Lieblingen sattsehen konnte. Die zwei einzigen für mich noch herzeigbaren Bilder ohne Spinne, sind das von einem Sandohrwurm und das einer schön posier­enden Schwarzen Mordfliege. Beide Arten hatte ich bis dahin noch nie in der Natur beobachten können.

Eher ein Schnappschuss, aber auf Grund der Seltenheit der Art trotzdem zum Vorenthalten zu schade, ist außerdem das Foto eines Großen Kiefernprachtkäfers.

Im Großen und Ganzen ein echt tolles Gebiet mit vielen Seltenheiten. Auf jeden Fall muß ich hier noch einmal hin, schon weil ich ja unbedingt noch ein paar Fotos eines Dünen-Springspinnen Weibchens brauche...

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19.09.2010 - In der Schönower Heide...

Die Schönower Heide liegt etwas nördlich von Berlin und war in DDR Zeiten als Panzerübungsplatz fest in russischer Hand. Das inzwischen von Munition befreite und renaturierte Areal kann mit Hilfe eines neu angelegten Wanderweges umrundet werden. Ich beschloß allerdings diesen Weg einfach zu ignorieren und quer Feld ein mein fotografisches Glück zu suchen - mit Erfolg!

Mein erstes Motiv fand ich dennoch am Wegesrand. Es handelte sich hierbei um eine ziemlich imposante Riesenschlupfwespe, die an den zur Wegbe­grenzung dienenden Holzstämmen nach einer geeigneten Mahlzeit für ihre Larven suchte.

Ich habe sogar beobachten können, wie die Wespe ihren langen Legebohrer ins Holz stach, um ihre Eier an eine Larve tief im Holz zu heften. Leider sind die Bilder davon nicht gerade Meisterwerke geworden.

Die Riesenschlupfwespe ist durch ihren glänzenden schwarzen Körper mit den knallroten Beinen sehr gut von ihren Artgenossen zu unterscheiden, was sich bei Schlupfwespen im Allgemeinen sonst eher recht schwierig gestaltet. Außerdem übersieht man sie  schon allein  wegen ihrer  imposanten Größe von
ca. 8 cm (4 cm Körper + 4 cm Legebohrer) selbst im Vorbei­fliegen nicht.

Dolichomitus imperator
Gattungssuche Dolichomitus imperator - Riesenschlupfwespe
X
Nr. 2010.9054kl100 %
9054kl
Dolichomitus imperator
Riesenschlupfwespe
100mm; F/5.6; 1/320s; ISO 400
Canon EOS 50D
Dolichomitus imperator
Gattungssuche Dolichomitus imperator - Riesenschlupfwespe
X
Nr. 2010.9060b_kl100 %
9060b_kl
Dolichomitus imperator
Riesenschlupfwespe
100mm; F/7.1; 1/250s; ISO 400
Canon EOS 50D

Heidelandschaften werden von einer Vielzahl von wärme- und trockenheitsliebenden Arten besiedelt. Eine große Anzahl davon sind dabei Heuschrecken- und Stechimmenarten, von welchen auch hier eine Menge vertreten waren. Allerdings war heute ein recht warmer Herbsttag und die meisten von ihnen waren so agil, daß ich sie nicht zum Posieren vor meiner Kamera bewegen konnte.

Die beiden einzigen willigen Modells waren eine Blauflügelige Ödlandschrecke und eine sehr hübsche sich von Spinnen ernährende Wegwespe.

Oedipoda caerulescens
Gattungssuche Oedipoda caerulescens - Blauflügelige Ödlandschrecke
X
Nr. 2010.8934kl_r100 %
8934kl_r
Oedipoda caerulescens
Blauflügelige Ödlandschrecke
100mm; F/6.3; 1/800s; ISO 400
Canon EOS 50D
Episyron albonotatum
Gattungssuche Episyron albonotatum - Wegwespe
X
Nr. 2010.8971kl100 %
8971kl
Episyron albonotatum
Wegwespe
100mm; F/8; 1/100s; ISO 400
Canon EOS 50D

Den sensationellsten Fund an diesem Tag machte allerdings meine Freundin in Form einer sehr seltenen Krabbenspinnenart, die ich auf Grund ihrer hervorragenden Tarnung (siehe großes Bild) wohl selbst über­sehen hätte.

Xysticus sabulosus ist auf offene Sandflächen ange­wiesen und überall in Mitteleuropa heimisch, wenn auch nur sehr zerstreut bis selten. In Deutschland steht diese herrlich gefärbte, mit bis zu 9 mm schon recht große Krabbenspinnenart auf der roten Liste der gefährdeten Arten.

Xysticus sabulosus
Gattungssuche Xysticus sabulosus - Krabbenspinne
X
Nr. 2010.9099kl_r100 %
9099kl_r
Xysticus sabulosus
Krabbenspinne
100mm; F/7.1; 1/125s; ISO 400
Canon EOS 50D
Xysticus sabulosus
Gattungssuche Xysticus sabulosus - Krabbenspinne
X
Nr. 2010.9113kl_r_Pano100 %
9113kl_r_Pano
Xysticus sabulosus
Krabbenspinne
100mm; F/11; 1/25s; ISO 200
Canon EOS 50D

Xysticus sabulosus
Gattungssuche Xysticus sabulosus - Krabbenspinne
X
Nr. 2010.9113_c_kl_r100 %
9113_c_kl_r
Xysticus sabulosus
Krabbenspinne
100mm; F/11; 1/25s; ISO 200
Canon EOS 50D
Xysticus sabulosus
Gattungssuche Xysticus sabulosus - Krabbenspinne
X
Nr. 2010.9092kl_r100 %
9092kl_r
Xysticus sabulosus
Krabbenspinne
100mm; F/11; 1/30s; ISO 200
Canon EOS 50D
Xysticus sabulosus
Gattungssuche Xysticus sabulosus - Krabbenspinne
X
Nr. 2010.9105_kl_r100 %
9105_kl_r
Xysticus sabulosus
Krabbenspinne
100mm; F/11; 1/60s; ISO 200
Canon EOS 50D

Bei der Frontalansicht war ich mir vom Format her unschlüssig - deshalb zeige ich einfach beide - das eine mit mehr Spinne und das andere mit mehr "Landschaft" drumherum.

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07.09.2010 - Ein Ausflug zu den Dünen-Springspinnen...

Der heutige Halbtagesausflug führte mich, auf der Suche nach der in Deutschland vom Aussterben bedrohten Dünen-Springspinne, zu einer der größten Binnendünen Brandenburgs. Meine Püttberge sind gegen diesen riesigen "Sandhaufen" nahe Jüterbog wirklich winzig.

Und was soll ich sagen, nach nur 10 Minuten ist mir tatsächlich auch schon das erste männliche Exemplar vor die Linse "gesprungen". Wohl eher ein großer Zufall, denn laut meines ortskundigen Begleiters dauert die Suche im Normalfall sonst schon mal 1-2 Stunden!

Yllenus arenarius
Gattungssuche Yllenus arenarius - Dünen-SpringspinneSpringspinnengalerie
X
Nr. 2010.8019c_kl100 %
8019c_kl
Yllenus arenarius
Dünen-Springspinne
100mm; F/7.1; 1/80s; ISO 400
Canon EOS 50D
Yllenus arenarius
Gattungssuche Yllenus arenarius - Dünen-SpringspinneSpringspinnengalerie
X
Nr. 2010.8013kl100 %
8013kl
Yllenus arenarius
Dünen-Springspinne
100mm; F/5; 1/200s; ISO 400
Canon EOS 50D

Die Dünen-Springspinne kommt ausschließlich in Dünengebieten des Binnenlandes vor und ist aufgrund der Seltenheit solcher Lebensräume in Deutschland vom Aussterben bedroht.

Yllenus arenarius
Gattungssuche Yllenus arenarius - Dünen-SpringspinneSpringspinnengalerie
X
Nr. 2010.8034kl100 %
8034kl
Yllenus arenarius
Dünen-Springspinne
100mm; F/9; 1/80s; ISO 400
Canon EOS 50D
Yllenus arenarius
Gattungssuche Yllenus arenarius - Dünen-SpringspinneSpringspinnengalerie
X
Nr. 2010.8094_95c_kl100 %
8094_95c_kl
Yllenus arenarius
Dünen-Springspinne
100mm; F/9 (DFF); 1/80s; ISO 400
Canon EOS 50D

Durch ihre Farbe und die hell-dunkle Sprenkelung ist sie im Aussehen perfekt an diese Umgebung angepaßt. Auf dem sandigen Untergrund ist die Spinne daher so gut wie unsichtbar - nur ihre Bewegung kann sie verraten. Ruhephasen verbringt die Art in einem Gespinst im Dünensand und ist so praktisch nicht aufzufinden.

Labidura riparia
Gattungssuche Labidura riparia - Sandohrwurm
X
Nr. 2010.8207kl_r100 %
8207kl_r
Labidura riparia
Sandohrwurm
100mm; F/11; 1/15s; ISO 400
Canon EOS 50D
Andrenosoma atra
Gattungssuche Andrenosoma atra - Schwarze Mordfliege
X
Nr. 2010.8170b_kl_r100 %
8170b_kl_r
Andrenosoma atra
Schwarze Mordfliege
100mm; F/11; 1/8s; ISO 200
Canon EOS 50D
Chalcophora mariana
Gattungssuche Chalcophora mariana - Großer Kiefernprachtkäfer
X
Nr. 2010.8066b_kl100 %
8066b_kl
Chalcophora mariana
Großer Kiefernprachtkäfer
100mm; F/8; 1/60s; ISO 400
Canon EOS 50D

Natürlich gab es in so einer herrlichen, naturbelas­senen Landschaft noch einiges mehr an Motiven. Davon sind allerdings nicht viele auf meinem Chip gelandet, da ich mich nicht an meinen Lieblingen sattsehen konnte. Die zwei einzigen für mich noch herzeigbaren Bilder ohne Spinne, sind das von einem Sandohrwurm und das einer schön posier­enden Schwarzen Mordfliege. Beide Arten hatte ich bis dahin noch nie in der Natur beobachten können.

Eher ein Schnappschuss, aber auf Grund der Seltenheit der Art trotzdem zum Vorenthalten zu schade, ist außerdem das Foto eines Großen Kiefernprachtkäfers.

Im Großen und Ganzen ein echt tolles Gebiet mit vielen Seltenheiten. Auf jeden Fall muß ich hier noch einmal hin, schon weil ich ja unbedingt noch ein paar Fotos eines Dünen-Springspinnen Weibchens brauche...

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19.09.2010 - In der Schönower Heide...

Die Schönower Heide liegt etwas nördlich von Berlin und war in DDR Zeiten als Panzerübungsplatz fest in russischer Hand. Das inzwischen von Munition befreite und renaturierte Areal kann mit Hilfe eines neu angelegten Wanderweges umrundet werden. Ich beschloß allerdings diesen Weg einfach zu ignorieren und quer Feld ein mein fotografisches Glück zu suchen - mit Erfolg!

Mein erstes Motiv fand ich dennoch am Wegesrand. Es handelte sich hierbei um eine ziemlich imposante Riesenschlupfwespe, die an den zur Wegbe­grenzung dienenden Holzstämmen nach einer geeigneten Mahlzeit für ihre Larven suchte.

Ich habe sogar beobachten können, wie die Wespe ihren langen Legebohrer ins Holz stach, um ihre Eier an eine Larve tief im Holz zu heften. Leider sind die Bilder davon nicht gerade Meisterwerke geworden.

Die Riesenschlupfwespe ist durch ihren glänzenden schwarzen Körper mit den knallroten Beinen sehr gut von ihren Artgenossen zu unterscheiden, was sich bei Schlupfwespen im Allgemeinen sonst eher recht schwierig gestaltet. Außerdem übersieht man sie  schon allein  wegen ihrer  imposanten Größe von
ca. 8 cm (4 cm Körper + 4 cm Legebohrer) selbst im Vorbei­fliegen nicht.

Dolichomitus imperator
Gattungssuche Dolichomitus imperator - Riesenschlupfwespe
X
Nr. 2010.9054kl100 %
9054kl
Dolichomitus imperator
Riesenschlupfwespe
100mm; F/5.6; 1/320s; ISO 400
Canon EOS 50D
Dolichomitus imperator
Gattungssuche Dolichomitus imperator - Riesenschlupfwespe
X
Nr. 2010.9060b_kl100 %
9060b_kl
Dolichomitus imperator
Riesenschlupfwespe
100mm; F/7.1; 1/250s; ISO 400
Canon EOS 50D

Heidelandschaften werden von einer Vielzahl von wärme- und trockenheitsliebenden Arten besiedelt. Eine große Anzahl davon sind dabei Heuschrecken- und Stechimmenarten, von welchen auch hier eine Menge vertreten waren. Allerdings war heute ein recht warmer Herbsttag und die meisten von ihnen waren so agil, daß ich sie nicht zum Posieren vor meiner Kamera bewegen konnte.

Die beiden einzigen willigen Modells waren eine Blauflügelige Ödlandschrecke und eine sehr hübsche sich von Spinnen ernährende Wegwespe.

Oedipoda caerulescens
Gattungssuche Oedipoda caerulescens - Blauflügelige Ödlandschrecke
X
Nr. 2010.8934kl_r100 %
8934kl_r
Oedipoda caerulescens
Blauflügelige Ödlandschrecke
100mm; F/6.3; 1/800s; ISO 400
Canon EOS 50D
Episyron albonotatum
Gattungssuche Episyron albonotatum - Wegwespe
X
Nr. 2010.8971kl100 %
8971kl
Episyron albonotatum
Wegwespe
100mm; F/8; 1/100s; ISO 400
Canon EOS 50D

Den sensationellsten Fund an diesem Tag machte allerdings meine Freundin in Form einer sehr seltenen Krabbenspinnenart, die ich auf Grund ihrer hervorragenden Tarnung (siehe großes Bild) wohl selbst über­sehen hätte.

Xysticus sabulosus ist auf offene Sandflächen ange­wiesen und überall in Mitteleuropa heimisch, wenn auch nur sehr zerstreut bis selten. In Deutschland steht diese herrlich gefärbte, mit bis zu 9 mm schon recht große Krabbenspinnenart auf der roten Liste der gefährdeten Arten.

Xysticus sabulosus
Gattungssuche Xysticus sabulosus - Krabbenspinne
X
Nr. 2010.9099kl_r100 %
9099kl_r
Xysticus sabulosus
Krabbenspinne
100mm; F/7.1; 1/125s; ISO 400
Canon EOS 50D
Xysticus sabulosus
Gattungssuche Xysticus sabulosus - Krabbenspinne
X
Nr. 2010.9113kl_r_Pano100 %
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Xysticus sabulosus
Krabbenspinne
100mm; F/11; 1/25s; ISO 200
Canon EOS 50D

Xysticus sabulosus
Gattungssuche Xysticus sabulosus - Krabbenspinne
X
Nr. 2010.9113_c_kl_r100 %
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Xysticus sabulosus
Krabbenspinne
100mm; F/11; 1/25s; ISO 200
Canon EOS 50D
Xysticus sabulosus
Gattungssuche Xysticus sabulosus - Krabbenspinne
X
Nr. 2010.9092kl_r100 %
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Xysticus sabulosus
Krabbenspinne
100mm; F/11; 1/30s; ISO 200
Canon EOS 50D
Xysticus sabulosus
Gattungssuche Xysticus sabulosus - Krabbenspinne
X
Nr. 2010.9105_kl_r100 %
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Xysticus sabulosus
Krabbenspinne
100mm; F/11; 1/60s; ISO 200
Canon EOS 50D

Bei der Frontalansicht war ich mir vom Format her unschlüssig - deshalb zeige ich einfach beide - das eine mit mehr Spinne und das andere mit mehr "Landschaft" drumherum.

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22.10.2010 - 29.10.2010 - Traumhafte Landschaften...

...und zahlreiche makrofotografische Highlights prägten meinen diesjährigen Aufenthalt auf Kreta, der fünftgrößten Insel im Mittelmeer. Mein Hauptaugenmerk lag dabei, wie so oft in letzter Zeit, auf der reichhaltigen Salticidae-Fauna der Insel. Natürlich ist mir aber auch das eine oder andere Insekt vor die Linse gekommen.

Da mein Besuch dieses Jahr erst auf den Oktober fiel, fand ich die Natur allerdings durch den heißen und trockenen Sommer schon ziemlich ausgedörrt vor. Außerdem war ich diesmal auf der Ostseite der Insel unterwegs, welche eh schon nicht die Grünste ist.

Diesen beiden Tatsachen war es wahrscheinlich geschuldet, daß mir größtenteils Arten sehr trockener Standorte vor mein Objektiv "krabbelten". Typische Vertreter solcher Lebensräume sind z.B. Heu­schrecken und deren Verwandte.

Zuerst möchte ich zwei Fangschrecken-Arten zeigen. Bei der ersten handelt es sich um eine normale Europäische Gottesanbeterin. Diese Art durfte ich dieses Jahr nun schon zum zweiten Mal bewundern. Nach meiner Begegnung mit mehreren grünen Exemplaren in Berlin, hatte ich es allerdings diesmal mit einem braunen Tier zu tun.

Erst sieht man 33 Jahre überhaupt keine und dann gleich zwei innerhalb eines Jahres!!! Im Mittel­meerraum ist diese Art allerdings auch im Gegensatz zu unseren Breiten sehr häufig anzutreffen. So oft wie ich nun schon hier war, war es also eigentlich nur noch eine Frage der Zeit.

Mantis religiosa
Gattungssuche Mantis religiosa - Europäische Gottesanbeterin
X
Nr. 2010.1068b_kl_r100 %
1068b_kl_r
Mantis religiosa
Europäische Gottesanbeterin
100mm; F/7.1; 1/60s; ISO 200
Canon EOS 50D
Mantis religiosa
Gattungssuche Mantis religiosa - Europäische Gottesanbeterin
X
Nr. 2010.1043kl_r100 %
1043kl_r
Mantis religiosa
Europäische Gottesanbeterin
100mm; F/6.3; 1/200s; ISO 200
Canon EOS 50D

Die zweite Mantiden-Art wurde mir von einem Spezialisten als Ameles heldreichi bestimmt. Die hellgrauen Tiere waren mit ca. 2-3 cm viel kleiner und unscheinbarer als ihre größere Verwandtschaft.

Sie hielten sich hauptsächlich in Bodennähe zwischen vertrockneter Vegetation auf und scheinen in der Gegend um Agios Nikolaos nicht selten zu sein. Zumindest rund um unser Hotel waren sie recht häufig und meist in großer Anzahl anzutreffen.

Ameles heldreichi
Gattungssuche Ameles heldreichi - Fangschrecke
X
Nr. 2010.789kl_r100 %
789kl_r
Ameles heldreichi
Fangschrecke
100mm; F/7.1; 1/13s; ISO 200
Canon EOS 50D
Ameles heldreichi
Gattungssuche Ameles heldreichi - Fangschrecke
X
Nr. 2010.798kl_r100 %
798kl_r
Ameles heldreichi
Fangschrecke
100mm; F/8; 1/10s; ISO 200
Canon EOS 50D

Ameles heldreichi
Gattungssuche Ameles heldreichi - Fangschrecke
X
Nr. 2010.791d_kl_r100 %
791d_kl_r
Ameles heldreichi
Fangschrecke
100mm; F/7.1; 1/13s; ISO 200
Canon EOS 50D

So liefen mir diese hübschen Tiere auch gleich an mehreren Tagen über den Weg und einmal nutzte ich die Gelegenheit für ein paar Offenblende-Experimente. Falls jemand einen ERIKSLUND übrig hat ;-)

Ameles heldreichi
Gattungssuche Ameles heldreichi - Fangschrecke
X
Nr. 2010.760kl_r100 %
760kl_r
Ameles heldreichi
Fangschrecke
100mm; F/6.3; 1/40s; ISO 200
Canon EOS 50D
Ameles heldreichi
Gattungssuche Ameles heldreichi - Fangschrecke
X
Nr. 2010.762c_kl_r100 %
762c_kl_r
Ameles heldreichi
Fangschrecke
100mm; F/4; 1/100s; ISO 200
Canon EOS 50D
Ameles heldreichi
Gattungssuche Ameles heldreichi - Fangschrecke
X
Nr. 2010.765kl_r100 %
765kl_r
Ameles heldreichi
Fangschrecke
100mm; F/4; 1/100s; ISO 200
Canon EOS 50D

Und zu guter Letzt noch eine Larve einer Europäischen Zwergmantis. Sie krabbelte direkt vor unserer Tür an der Wand herum und ich hätte sie, mit ihrer Größe von höchstens 1 cm, beinahe übersehen.

Die Europäische Zwergmantis wird aber auch ausgewachsen mit nur 1-3 cm nicht viel größer. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Südeuropa bis nach Nordafrika. Sie bevorzugt warme und trockene Lebensräume mit vorwiegend niedriger Vegetation.

Im Gegensatz zur Europäischen Gottesanbeterin neigen die Weibchen dieser Art übrigens auch nicht dazu ihre Männchen nach der Begattung als Nachspeise anzusehen :-)

Die Kleine war ein sehr geduldiges Modell und ließ mir sogar noch die Zeit, ein paar Zwischen­ringe einzusetzen, um sie etwas formatfüllender auf meinen Chip zu bannen, ehe sie ganz langsam und nach Fang­schreckenmanier wippend entschwand.

Bestimmt wurden mir alle Fangschrecken übrigens bei insektenfotos.de.

Ameles spallanzania
Gattungssuche Ameles spallanzania - Europäische Zwergmantis
X
Nr. 2010.744c_kl_r100 %
744c_kl_r
Ameles spallanzania
Europäische Zwergmantis
100mm; F/11; 1/15s; ISO 200
Canon EOS 50D

So, jetzt reicht es aber mit den Mantiden (und den Schachtelsätzen) - obwohl ich sicher noch das eine oder andere sehenswerte Bild vorrätig hätte. Aber es gab ja noch mehr zu sehen!

Mit Schrecken geht es allerdings trotzdem weiter ... und zwar mit einer Kegelkopfschrecke, die mir gleich während unseres ersten Spaziergangs am Ankunftstag über den Weg lief, und einer sehr hübschen Schönschrecke, bei der ich mir mit der genauen Art nicht ganz schlüssig bin. Letztere begegnete mir noch mehrmals während meines Aufenthaltes - die Art scheint also in dieser Gegend relativ häufig vorzukommen.

Pyrgomorpha conica
Gattungssuche Pyrgomorpha conica - Kegelkopfschrecke
X
Nr. 2010.545kl_r100 %
545kl_r
Pyrgomorpha conica
Kegelkopfschrecke
100mm; F/6.3; 1/400s; ISO 400
Canon EOS 50D
Calliptamus cf. barbarus
Gattungssuche Calliptamus cf. barbarus - Schönschrecke
X
Nr. 2010.1397kl_r100 %
1397kl_r
Calliptamus cf. barbarus
Schönschrecke
100mm; F/6.3; 1/200s; ISO 400
Canon EOS 50D

Die eigenartigste Schrecke, die ich je in meinem Leben gesehen habe, fand ich allerdings am "weltbekannten" Palmenstrand von Vai. Ich traf sie während meines Spaziergangs zwischen zwei Sonnenbädern im dornigen Gestrüpp in der Nähe unseres Badehandtuches.

Für mich sieht die Gute irgendwie nach einer Kreuzung zwischen einer Heuschrecke und einem Chamäleon aus. Besonders ihre Fühler und die Zacken auf dem Hinterleib sind doch schon ziemlich chamäleonesc, oder?

Leider konnte ich nichts genaues über die Art herausfinden - außer, daß sie zur Familie der Steinschrecken zu gehören scheint. Auf Kreta soll es allerdings davon nur Orchamus raulinii geben...

Pamphagidae
Gattungssuche Pamphagidae - cf. Orchamus raulinii
X
Nr. 2010.1097kl_r100 %
1097kl_r
Pamphagidae
cf. Orchamus raulinii
100mm; F/5; 1/200s; ISO 400
Canon EOS 50D

Nun kommen "endlich" die wenigen Insekten abseits der Schreckenfraktion. Von den eh nicht sehr vielen Schmetterlingen, die ich gesehen habe, konnte ich leider auch nur zwei ins entsprechende Licht rücken. Die anderen waren, da ich nie am frühen Morgen unterwegs war, meist schneller als ich.

Hipparchia cretica
Gattungssuche Hipparchia cretica - Kretischer Waldportier
X
Nr. 2010.690_92_89kl_r100 %
690_92_89kl_r
Hipparchia cretica
Kretischer Waldportier
100mm; F/5 (DFF); 1/200s; ISO 200
Canon EOS 50D

Beim ersten Falter handelt es sich um den Kretischen Waldportier. Er landete direkt neben mir auf den Felsen, als ich gerade die Vegetation über der Steilküste, ganz in der Nähe unseres Hotels, durchstreifte.

Wenn er nur so da gesessen hätte, wäre ich sicher an ihm vorbei gelaufen, denn obwohl er ziemlich groß war, war er durch die schlichte Färbung seiner Unterflügel dennoch perfekt getarnt.

Diese Tagfalterart ist hier endemisch, das heißt, sie kommt ausschließlich auf der Insel Kreta vor. Viele weitere Infos konnte ich allerdings nicht finden, außer, daß der Lebensraum des Schmetterlings trockene Felshänge von der Küste bis ins Gebirge auf bis zu 1500 m Höhe sind.

Der zweite Falter ist ein Punktbär und gehört als Vertreter der Bärenspinner zu den Nachtfaltern. Auf Grund seiner bunten Flecken wird er auch oft als Harlekinbär bezeichnet.

Die Art ist vor allem in Afrika und Asien, sowie im Mittelmeerraum heimisch. Als Wanderfalter kann man ihn aber auch gelegentlich nördlich der Alpen finden.

Mein Exemplar flog sehr hastig zwischen vertrock­neten Natter­kopf-Pflanzen hin und her und es brauchte ein wenig, ehe er sich mal etwas länger als 10 Sekunden niederließ und ich ihn ablichten konnte.

Mit ca. 3 cm Flügelspannweite war der Falter nicht gerade groß, dafür aber durch seine tolle Färbung echt nicht zu übersehen.

Utetheisa pulchella
Gattungssuche Utetheisa pulchella - Punktbär
X
Nr. 2010.572_76kl_r100 %
572_76kl_r
Utetheisa pulchella
Punktbär
100mm; F/5.6 (DFF); 1/200s; ISO 400
Canon EOS 50D

Determiniert wurden mir beide Schmetterlinge übrigens im Lepiforum und mein Foto des Waldportiers ist jetzt sogar Teil der dortigen Bestimmungshilfe. Wozu so ein Urlaub alles nützlich sein kann...

Sympetrum fonscolombii
Gattungssuche Sympetrum fonscolombii - Frühe Heidelibelle
X
Nr. 2010.1303kl_r100 %
1303kl_r
Sympetrum fonscolombii
Frühe Heidelibelle
100mm; F/5; 1/500s; ISO 400
Canon EOS 50D


Sympetrum fonscolombii
Gattungssuche Sympetrum fonscolombii - Frühe Heidelibelle
X
Nr. 2010.1306kl_r100 %
1306kl_r
Sympetrum fonscolombii
Frühe Heidelibelle
100mm; F/5.6; 1/320s; ISO 400
Canon EOS 50D

Libellentechnisch war schon um einiges mehr los.

"Leider" war es aber während unserer Touren in der gesamten Zeit meist sommerlich warm und noch dazu ohne eine Wolke am Himmel. Ersteres führte zu sehr agilen Fotomotiven (bei Libellen besonders schlecht) und das zweite dazu, daß man, um keine zu hohen Kontraste auf den Bildern zu bekommen, die Motive abschatten muß (bei agilen Libellen undenkbar).

Alles in Allem eine sehr ungünstige Kombination - jedenfalls für den Makrofotografen. Für den Badegast dagegen, und natürlich vor allem für die Libellen, ein optimaler Herbst auf Kreta!

Lange Rede, kurzer Sinn - lediglich zwei Libellen­bilder von mindestens hundert geschossenen sind wirklich sehenswert. Und obwohl beide Fotos das selbe Motiv zeigen, sind sie für mich in ihrer Wirkung doch recht unterschiedlich - deshalb einfach beide.

Zu sehen darauf ist eine Frühe Heidelibelle beim Sonnenbad bzw. beim Lauern auf vorbeifliegende Beute. Beobachten konnte ich sie an einer Lagune in Strandnähe.

Diese Art ist in weiten Teilen Europas, Asiens und Afrikas zu Hause, bevorzugt aber vor allem sehr warme Regionen. Auch bei uns in Deutschland fliegt sie in jedem Jahr, als typische Wanderart, aus dem Mittelmeerraum ein. Sie bevorzugt hier flache, nicht zu stark bewachsene, stehende Gewässer, die sich leicht erwärmen.

Auf Kreta ist die Art hingegen ganzjährig heimisch und bei der Auswahl ihres Lebensraumes längst nicht so wählerisch. Sie lebt hier an stark bewachsenen Teichen, in Sümpfen und ausgetrockneten Flußbetten. Selbst gegenüber salzhaltigem Wasser sind die Larven weitgehend tolerant.

Ein weiteres in meinen Augen sehr fotogenes Tier krabbelte mir auf der Insel Spinalonga über den Weg. Vielmehr habe ich es beim Steineumdrehen "zufällig" aus seiner Höhle gescheucht, denn es ist eigentlich nachtaktiv.

Es handelt sich um eine ca. 3 cm große Tarantel, die zu den Wolfsspinnen gehört und von der es im Mittel­meerraum einige Arten gibt. Leider kann man die meisten nur genital unterscheiden und so muß ich es bei einem "Lycosa sp." als Bezeichnung belassen.

Lycosa sp.
Gattungssuche Lycosa sp. - Tarantel
X
Nr. 2010.895b_kl_r100 %
895b_kl_r
Lycosa sp.
Tarantel
100mm; F/5.6; 1/2500s; ISO 400
Canon EOS 50D
Lycosa sp.
Gattungssuche Lycosa sp. - Tarantel
X
Nr. 2010.908b_kl_r100 %
908b_kl_r
Lycosa sp.
Tarantel
100mm; F/5.6; 1/160s; ISO 400
Canon EOS 50D

Zur Abwechslung aber nun mal etwas nicht tierisches. Die Insel war zwar, bedingt durch die Jahreszeit, botanisch nicht mehr sehr aufregend, aber ein paar fotogene Pflänzchen sind mir dann doch noch begegnet.

Das erste Bild zeigt die Frucht des im Mittelmeerraum überall verwildert wachsenden Feigenkaktus - einer

Kakteenart, die wahrscheinlich aus Mexiko stammt, deren ursprüngliches Verbreitungsgebiet durch die lange Kultivierung aber nicht mehr bekannt ist.

Auf dem zweiten Foto sieht man die Frucht von Euphorbia dimorphocaulon. Diese sehr kleine sukkulente Wolfs­milchart hatte ich bisher noch nie gesehen. Sie ist ausschließlich auf Kreta beheimatet.

Opuntia ficus-indica
Gattungssuche Opuntia ficus-indica - Feigenkaktus
X
Nr. 2010.771kl_r100 %
771kl_r
Opuntia ficus-indica
Feigenkaktus
100mm; F/4.5; 1/200s; ISO 400
Canon EOS 50D
Euphorbia dimorphocaulon
Gattungssuche Euphorbia dimorphocaulon - Wolfsmilch
X
Nr. 2010.638b_kl_r100 %
638b_kl_r
Euphorbia dimorphocaulon
Wolfsmilch
100mm; F/5; 1/500s; ISO 200
Canon EOS 50D

Die Kaktusfrucht war übrigens ca. 30mal so groß wie die der Wolfsmilch. Das soll's aber auch schon in Sachen "Grünzeug" gewesen sein. Nach dem kurzen botanischen Exkurs geht's nun wieder mit etwas beweglicheren Motiven weiter.

Außer der eigenartigen Steinschrecke hatte ich am Palmenstrand von Vai nämlich noch eine andere Begegnung ganz besonderer Art. Beim mir inzwischen schon so lieb gewonnenen Umdrehen von großen Steinen entdeckte ich doch tatsächlich am Strand einen Europäischen Halbfinger. Er sah nach meiner Störung natürlich zu, daß er das Weite suchte, rannte aber nur bis zum nächsten Stein.

Diese Geckoart ist die einzigste ihrer Gattung in Europa, hier jedoch im gesamten Küstenbereich des Mittelmeerraums weit verbreitet. Außerdem ist der Halbfinger ein hochinvasiver Neozon und inzwischen mit Hilfe des Menschen schon über die halbe Erdkugel verbreitet worden. So gibt es ihn in­zwischen auch in Nord- und Mittelamerika sowie auf vielen tropischen Inseln.

Hemidactylus turcicus
Gattungssuche Hemidactylus turcicus - Europäischer Halbfinger
X
Nr. 2010.1088a_kl_r100 %
1088a_kl_r
Hemidactylus turcicus
Europäischer Halbfinger
100mm; F/7.1; 1/80s; ISO 400
Canon EOS 50D

Er bevorzugt warme Trockenhabitate recht unterschiedlicher Art, die ihm genügend Unterschlupf bieten. Sehr häufig lebt er als typischer Kulturfolger an den unterschiedlichsten Bauwerken und ist auch nicht selten in den Gebäuden selbst anzutreffen.

Hemidactylus turcicus
Gattungssuche Hemidactylus turcicus - Europäischer Halbfinger
X
Nr. 2010.1084b_kl_r100 %
1084b_kl_r
Hemidactylus turcicus
Europäischer Halbfinger
100mm; F/8; 1/800s; ISO 400
Canon EOS 50D

Am Schluß meines "kurzen" Abrisses möchte ich nun doch noch ein paar meiner Lieblinge zeigen. Von den vielen von mir fotografierten Springspinnen (ListeListe) in den unterschiedlichsten Situationen und Posen beschränke ich mich allerdings auf vier meiner Lieblingsbilder. Den Rest gibts, wie immer, in der Galerie zu bestaunen. Dazu schreiben werde ich auch erst einmal nichts, da ich beabsichtige in Zukunft ein paar Infos zu den einzelnen Arten mit in die Galerie aufzunehmen.

Euophrys rufibarbis
Gattungssuche Euophrys rufibarbis - Springspinne ♂Springspinnengalerie
X
Nr. 2010.1672kl_r100 %
1672kl_r
Euophrys rufibarbis
Springspinne ♂
100mm; F/8; 1/4s; ISO 200
Canon EOS 50D


Cyrba algerina
Gattungssuche Cyrba algerina - Springspinne ♀Springspinnengalerie
X
Nr. 2010.990f_kl_r100 %
990f_kl_r
Cyrba algerina
Springspinne ♀
100mm; F/8; 1/3s; ISO 200
Canon EOS 50D
Plexippus paykulli
Gattungssuche Plexippus paykulli - Springspinne ♂Springspinnengalerie
X
Nr. 2010.981kl_r100 %
981kl_r
Plexippus paykulli
Springspinne ♂
100mm; F/11; 1/4s; ISO 200
Canon EOS 50D


Evarcha sp.
Gattungssuche Evarcha sp. - Springspinne ♀ juv.Springspinnengalerie
X
Nr. 2010.1369c_kl_r100 %
1369c_kl_r
Evarcha sp.
Springspinne ♀ juv.
100mm; F/11; 1/5s; ISO 200
Canon EOS 50D

Ein paar Bilder hab ich dann aber doch noch. Mir war es nämlich auch vergönnt, die auf Kreta endemische Springspinnenart Aelurillus leipoldae beim Balztanz beobachten zu können. Leider sind nur drei der dabei entstandenen Fotos auch zeigenswert - die Beiden waren in ihrem Liebesrausch einfach zu schnell für den Fotografen :-)

Aelurillus leipoldae
Gattungssuche Aelurillus leipoldae - SpringspinneSpringspinnengalerie
X
Nr. 2010.1214kl_r100 %
1214kl_r
Aelurillus leipoldae
Springspinne
100mm; F/7.1; 1/160s; ISO 400
Canon EOS 50D
Aelurillus leipoldae
Gattungssuche Aelurillus leipoldae - SpringspinneSpringspinnengalerie
X
Nr. 2010.1218kl_r100 %
1218kl_r
Aelurillus leipoldae
Springspinne
100mm; F/7.1; 1/125s; ISO 400
Canon EOS 50D
Aelurillus leipoldae
Gattungssuche Aelurillus leipoldae - SpringspinneSpringspinnengalerie
X
Nr. 2010.1223_24kl_r100 %
1223_24kl_r
Aelurillus leipoldae
Springspinne
100mm; F/7.1 (DFF); 1/200s; ISO 400
Canon EOS 50D

Achso, und eh ich es vergeß, zum Abschied noch ne überstrahlte Knotenameise, die sich in der prallen Mittagssonne gerade völlig am Samen eines Schneckenklees verausgabt.

Messor sp.
Gattungssuche Messor sp. - Knotenameise
X
Nr. 2010.864kl_r100 %
864kl_r
Messor sp.
Knotenameise
100mm; F/8; 1/400s; ISO 400
Canon EOS 50D
Mein Fazit: Selbst im Herbst ist Kreta immer eine Reise wert!
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04.03.2010 - 10 Tage auf La Palma...

Da der Winter in Deutschland dieses Jahr überhaupt nicht aufzuhören scheint, sind wir dem Frühling einfach mal entgegen geflogen. La Palma, die fünftgrößte der Kanarischen Inseln, schien uns dafür wie gemacht. Ich kann diese Insel nur jedem wanderfreudigen Naturliebhaber wärmstens empfehlen. Natürlich gab es außer einer wirklich wunderschönen Landschaft auch wieder jede Menge makrofotografische Leckerbissen.

Beginnen möchte ich mit der nur auf La Palma vorkommenden Unterart der Westkanareneidechse. Die Westkanareneidechse ist eine endemische Eidechsenart, die nur auf den zwei westlichen der Kanaren (Teneriffa und La Palma) vorkommt. Sie hat sich dabei zu vier Unterarten entwickelt und nur eine davon lebt auf La Palma.

Gallotia galloti palmae
Gattungssuche Gallotia galloti palmae - Westkanareneidechse ♀
X
Nr. 2010.1168kl100 %
1168kl
Gallotia galloti palmae
Westkanareneidechse
100mm; F/5.6; 1/100s; ISO 400
Canon EOS 50D
Gallotia galloti palmae
Gattungssuche Gallotia galloti palmae - Westkanareneidechse ♂
X
Nr. 2010.1981b_kl100 %
1981b_kl
Gallotia galloti palmae
Westkanareneidechse
100mm; F/3.5; 1/125s; ISO 200
Canon EOS 50D

Leider ist mir nur ein schönes Foto von einem jungen Weibchen dieser Art gelungen. Das dazugehörige Männchen möchte ich aber der Vollständigkeit halber trotzdem zeigen.

So wie diese Eidechse gibt es viele der auf den Kanaren vorkommenden Pflanzen und Tiere ausschließlich dort. Aufgrund der geographisch abgeschiedenen Lage der Inseln (ca. 150 km vor Afrikas Küste) konnten sich diese Arten mit Hilfe der Evolution hier ungestört entwickeln.

Außerdem besiedeln mit Hilfe des Menschen schon seit prähistorischer Zeit auch immer wieder viele neue Arten die Inseln. Begünstigt durch das milde Klima und die vielfältigen Lebensräume fassen sie dann sehr schnell Fuß. So wurden hier inzwischen Tiere und Pflanzen aus allen Teilen der Erde heimisch.

Zum Beispiel gehören mittlerweile mehrere Arten der ursprünglich aus Amerika stammenden Gattung Tabak fest zur Flora der Kanaren. Insgesamt sind im Moment 75 Arten bekannt, von denen viele, seit der Entdeckung Amerikas durch Christopher Kolumbus, inzwischen über die ganze Welt verschleppt wurden.

Ursprünglich wurde Tabak von vielen amerikanischen Ureinwohnern während kultischer Handlungen geraucht, der alltägliche Gebrauch als Genußmittel war damals aber nicht verbreitet. Später nutzte man Tabak aufgrund der insektiziden Wirkung seines Inhaltsstoffes Nicotin auch als Pflanzen­schutzmittel. Inzwischen ist man allerdings wegen dessen aku­ter toxischer Wirkung wieder davon abgekommen.

Nicht alle Tabak-Arten werden auch für den Anbau verwendet. Lediglich Bauern- und Virginischer-Tabak werden heute kultiviert. Letzterer kommt inzwischen auch verwildert auf den Kanaren vor und ist mir mehrmals auf La Palma begegnet.

Der Virginische Tabak wächst hier auf der Insel häufig an ruderal beeinflußten Standorten, wie Weg- und Straßenrändern.

Seine ursprüngliche Heimat ist übrigens nicht etwa Virginia, wie man denken könnte, sondern das nördliche Argentinien. Allerdings wurde die Art bereits schon vor der Ankunft der ersten Europäer auch nach Mittelamerika und Mexiko eingeführt.

Nicotiana tabacum
Gattungssuche Nicotiana tabacum - Virginischer Tabak
X
Nr. 2010.2019ckl_r100 %
2019ckl_r
Nicotiana tabacum
Virginischer Tabak
100mm; F/6.3; 1/400s; ISO 200
Canon EOS 50D

Auf den Kanaren kommen aber nicht nur endemische oder durch den Menschen eingeführte Arten vor, sondern auch viele Kosmopoliten. Ein ausgesprochen schönes Beispiel für so eine weltweit verbreitete Art ist die Gebänderte Wespenspinne. Sie gehört zu den Radnetzspinnen und in die selbe Gattung wie unsere heimische Wespenspinne(Bild). Vor allem in warmen Gebieten der Erde ist sie recht häufig anzutreffen und wird dabei in manchen Jahren sogar zur Plage. So hübsch und farbenfroh wie sie da in ihrem Netz hängt, kann man sich das allerdings gar nicht vorstellen, finde ich.

Argiope trifasciata
Gattungssuche Argiope trifasciata
Gebänderte Wespenspinne
X
Nr. 2010.1100kl100 %
1100kl
Argiope trifasciata
Gebänderte Wespenspinne
100mm; F/3.2; 1/1000s; ISO 400
Canon EOS 50D
Argiope trifasciata
Gattungssuche Argiope trifasciata
Gebänderte Wespenspinne
X
Nr. 2010.1098kl100 %
1098kl
Argiope trifasciata
Gebänderte Wespenspinne
100mm; F/3.2; 1/800s; ISO 400
Canon EOS 50D
Argiope trifasciata
Gattungssuche Argiope trifasciata
Gebänderte Wespenspinne
X
Nr. 2010.1111kl100 %
1111kl
Argiope trifasciata
Gebänderte Wespenspinne
100mm; F/5.6; 1/500s; ISO 400
Canon EOS 50D

Apropos Netz, das Netz der Gebänderten Wespenspinne kann einen Durchmesser von bis zu 60 cm errei­chen. Das bedeutet, es ist 30x so groß, wie die Spinne selbst, deren Körpergröße lediglich ca. 2 cm beträgt.

Eine weitere Spinne lief mir auf dem höchsten Berg der Insel, dem Roque de los Muchachos, in 2.300 m Höhe, über den Weg. Allerdings handelte es sich diesmal um keinen Achtbeiner in einem Netz, sondern um eine ca. 2 cm große am Boden jagende Wolfsspinne. Leider konnte ich sie nicht näher bestimmen. Ich gehe aber davon aus, daß es sich aufgrund ihres sehr speziellen Lebensraums, um eine sicherlich nur hier vorkommende Spinnenart handeln dürfte.

cf. Alopecosa sp.
Gattungssuche cf. Alopecosa sp. - Wolfsspinne
X
Nr. 2010.1828c_kl_r100 %
1828c_kl_r
cf. Alopecosa sp.
Wolfsspinne
100mm; F/11; 1/125s; ISO 200
Canon EOS 50D

cf. Alopecosa sp.
Gattungssuche cf. Alopecosa sp. - Wolfsspinne
X
Nr. 2010.1851b_kl_r100 %
1851b_kl_r
cf. Alopecosa sp.
Wolfsspinne
100mm; F/11; 1/60s; ISO 200
Canon EOS 50D

Das solls fürs erste an Spinnen gewesen sein. Es folgen nun ein paar Insekten, angefangen mit einer Raupenfliege, zu der ich leider keinerlei weitere Information auftreiben konnte. Falls sich das in Zukunft einmal ändern sollte, wird aus dem großen Fragezeichen eventuell noch ein Text.

Tachina canariensis
Gattungssuche Tachina canariensis - Raupenfliege
X
Nr. 2010.1530kl_r100 %
1530kl_r
Tachina canariensis
Raupenfliege
100mm; F/7.1; 1/125s; ISO 200
Canon EOS 50D
?

Als nächstes kommen zwei Schrecken. Bei der ersten handelt es sich um eine Sandschrecke, die bereits ausgewachsen ist. Die Art besiedelt felsiges, steiniges oder sandiges Gelände aller Art. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von den Kanarischen Inseln über die nördliche Hälfte Afrikas und den Mittelmeerraum bis hin nach Indien.

Die zweite, eine nur auf den Kanaren lebende Schönschrecke, befindet sich hingegen noch in einem Larvenstadium. Ihr Lebensraum sind vor allem wärmebeeinflußte und meistens sehr offene Habitate. Sie kommt aber, wenn auch deutlich seltener, ebenfalls in Gegenden mit dichterer Vegetation vor.

Sphingonotus rubescens
Gattungssuche Sphingonotus rubescens - Sandschrecke
X
Nr. 2010.1672kl100 %
1672kl
Sphingonotus rubescens
Sandschrecke
100mm; F/8; 1/80s; ISO 200
Canon EOS 50D
Calliptamus plebeius
Gattungssuche Calliptamus plebeius - Schönschrecke
X
Nr. 2010.1191kl_r100 %
1191kl_r
Calliptamus plebeius
Schönschrecke
100mm; F/8; 1/100s; ISO 400
Canon EOS 50D

Das war aber jetzt eine ganz schön lange Spinnenpause und deshalb kommen wir nun auch zu meinen Lieblingen, den Springspinnen. Wegen der bereits weiter oben beschriebenen Gründe gibt es auch von diesen putzigen Tierchen auf den Kanaren eine ganze Menge endemischer Arten. Natürlich hoffte ich eine große Anzahl davon vor die Linse zu bekommen. Und meine Ausbeute (ListeListe) kann sich, wie ich finde, durchaus sehen lassen. Hier möchte ich allerdings nur vier meiner Lieblingsbilder zeigen, den Rest gibt es, wie immer, in der Galerie zu sehen.

Aelurillus lucasi
Gattungssuche Aelurillus lucasi - Springspinne ♀Springspinnengalerie
X
Nr. 2010.1376kl_r100 %
1376kl_r
Aelurillus lucasi
Springspinne ♀
100mm; F/8; 1/60s; ISO 200
Canon EOS 50D
Salticus canariensis
Gattungssuche Salticus canariensis - Kanarische Zebraspringspinne ♂Springspinnengalerie
X
Nr. 2010.1268kl100 %
1268kl
Salticus canariensis
Kanarische Zebraspringspinne ♂
100mm; F/11; 1/5s; ISO 200
Canon EOS 50D
Macaroeris sp.
Gattungssuche Macaroeris sp. - Springspinne
X
Nr. 2010.1388kl100 %
1388kl
Macaroeris sp.
Springspinne
100mm; F/11; 1/15s; ISO 200
Canon EOS 50D
Macaroeris sp.
Gattungssuche Macaroeris sp. - Springspinne
X
Nr. 2010.1002kl100 %
1002kl
Macaroeris sp.
Springspinne
100mm; F/11; 1/15s; ISO 200
Canon EOS 50D

Und zum Abschluß wird es nun noch ein klein wenig botanisch.

Laut neuesten Schätzungen gibt es auf den Kanarischen Inseln ca. 2000 Pflanzenarten, von denen ein viertel kanarische Endemiten sind. Davon wiederum kommen ca. 60 Prozent ausschließlich auf einer der Inseln vor. Ein paar dieser floralen Insel-Endemiten habe ich natürlich auch fotografieren können.

Da ich diesmal mit Anfang März allerdings schon ziemlich zeitig die Kanaren besuchte, war es mit der Blüten­pracht, die ich hier sonst etwas später im Jahr schon erlebt habe, noch nicht soweit her. Meine herzeig­baren Resultate lassen sich daher auch an ein paar Fingern abzählen. Drei davon gibt es aber dennoch zu sehen.

Lobularia canariensis palmensis
Gattungssuche Lobularia canariensis palmensis - Kanaren-Silberkraut
X
Nr. 2010.1022kl_r100 %
1022kl_r
Lobularia canariensis palmensis
Kanaren-Silberkraut
100mm; F/3.5; 1/1000s; ISO 200
Canon EOS 50D
Das linke Bild zeigt das makronesisch-endemische Kanaren-Silberkraut, welches auf den Kanaren mit fünf Unterarten vertreten ist - auf La Palma fast ausschließlich in der Subspezies "palmensis".

Man trifft die am Grund verholzten Kräuter oder Halbsträucher meist als Felspflanze oder an steinigen Ruderalstandorten an.

In deutschen Gärten und Balkonkästen findet man übrigens häufig kultivierte Arten aus deren Verwandt­schaft unter dem Namen "Kugelschötchen".

Das untere Foto zeigt eine Pflanze aus der ebenfalls nur im makronesischen Florengebiet beheimateten Pflanzengattung der Cinerarien.

Pericallis papyracea
Gattungssuche Pericallis papyracea - Papierartige Cinerarie
X
Nr. 2010.1295kl_r100 %
1295kl_r
Pericallis papyracea
Papierartige Cinerarie
100mm; F/4; 1/125s; ISO 400
Canon EOS 50D

Die hier abgebildete Papierartige Cinerarie kommt ausschließlich auf La Palma vor. Sie bevorzugt frische und schattige Standorte und ist hauptsächlich in den Waldgebieten der Insel verbreitet. Mir begegnete sie im Lorbeerwald von Los Tilos.

Als weitere typische Pflanze der schattig-feuchten Standorte in der makronesischen Lorbeerwaldstufe ist mir hier auch der Zweiblättrige Grünstendel begegnet. Sie gehört zu den Orchideen, was man dieser unscheinbaren und nicht gerade farbenfrohen Pflanze auf den ersten Blick gar nicht ansieht.

Durch ihre winzigen grünen Blüten ist sie fast unsichtbar im eh meist sehr dunklen Lorbeerwald La Palmas. Wahrscheinlich geht es dabei den Insekten nicht anders als uns Menschen. Wie wäre es sonst erklärbar, daß sich die Pflanzen nicht über die Befruchtung ihrer Blüten (also durch Samen) vermehrt, sondern rein vegetativ, über die Bildung von Tochterknollen. Dieser Umstand führt dann zum typischen gruppenweisen Auftreten des Gründstendels.

Die Familie der Orchideen ist auf den Kanaren mit gerade einmal 9 Arten nicht gerade reich vertreten. Drei dieser Arten kommen allerdings nur auf den Kanaren vor. Der Grünstendel gehört nicht dazu. Seine Verbreitung erstreckt sich außerdem noch auf Madeira und das westliche Mittelmeergebiet.

Schon ab Mitte Januar kann man diese Orchidee auf den Kanaren überall in der Lorbeerwald­stufe blühen sehen. Wenn man nur genau hinschaut!

Gennaria diphylla
Gattungssuche Gennaria diphylla - Zweiblättriger Grünstendel
X
Nr. 2010.1311kl_d_r100 %
1311kl_d_r
Gennaria diphylla
Zweiblättriger Grünstendel
100mm; F/2.8; 1/100s; ISO 400
Canon EOS 50D

Gennaria diphylla
Gattungssuche Gennaria diphylla - Zweiblättriger Grünstendel
X
Nr. 2010.1308d_kl_r100 %
1308d_kl_r
Gennaria diphylla
Zweiblättriger Grünstendel
100mm; F/2.8; 1/125s; ISO 400
Canon EOS 50D

Nach Teneriffa ist La Palma nun schon die zweite Insel der Kanaren, die ich besuchen durfte und ich hoffe, daß es noch nicht die letzte war. Jede der Inseln hat dabei ihren ganz eigenen Charme und vor allem ihre ganz eigenen kleinen Bewohner, die ich so gern vor meine Linse bekomme.

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02.04.2010 - "Renaturierter Huflattich am Bertsdorfer Stausee" ...

...nenne ich meine heutige Serie, bei der ich, wie man leicht sieht, eher künstlerische als naturdokumen­tarische Ambitionen verfolgt habe. Man muß ja aber auch mal seiner musischen Ader nachgehen :-)

Alle diese Bilder entstanden mit der für mein Objektiv offensten Blende. Ich wollte dadurch eine möglichst geringe Schärfentiefe erreichen und nur das Innere einer Hufflattich-Blüte richtig in Szene setzen.

Ringsherum sieht man das triste Grau der im Vor­frühling noch sehr kargen Tagebaufolge­landschaft des ehemaligen Tagebaus Bertsdorf.

Huflattich ist als ausgesprochene Pionierpflanze übrigens eine Charakterart solcher Landschaften. Er ist in Europa, Asien und Afrika heimisch. In Nord­amerika hingegen, wurde er durch den Menschen eingeschleppt und gilt dort als invasiver Neophyt.

Huflattich ist außerdem eine bedeutsame Heil­pflanze. Er wird bei Erkrankungen der Atemwege eingesetzt und wirkt dort schleimlösend.

Tussilago farfara
Gattungssuche Tussilago farfara - Huflattich
X
Nr. 2010.2389kl100 %
2389kl
Tussilago farfara
Huflattich
100mm; F/2.8; 1/640s; ISO 200
Canon EOS 50D
Tussilago farfara
Gattungssuche Tussilago farfara - Huflattich
X
Nr. 2010.2395kl100 %
2395kl
Tussilago farfara
Huflattich
100mm; F/2.8; 1/500s; ISO 200
Canon EOS 50D
Tussilago farfara
Gattungssuche Tussilago farfara - Huflattich
X
Nr. 2010.2390kl100 %
2390kl
Tussilago farfara
Huflattich
100mm; F/2.8; 1/640s; ISO 200
Canon EOS 50D
Die Blätter der Pflanze erscheinen erst später im Jahr und werden auf Grund ihrer Größe und weil sie unterseits weich behaart sind von Naturfreunden auch als "Klopapier des Wanderers" bezeichnet :-)
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07.04.2010 - Ein ziemlich dickes Ding...

...von einem Käfer krabbelte mir an diesem Tag vor meine Kamera. Eigentlich war ich auf Wollschweber aus, aber meistens kommt es ja anders als man denkt. Diesmal in Form eines riesigen Violetten Ölkäfers, der auf einem alten umgestürzten Weidezaunspfahl aus Beton die letzten Strahlen der Abendsonne genoß. Da ließ ich natürlich gerne die Wollschweber Wollschweber sein und widmete mich lieber meinem neuen Motiv.

Meloe proscarabaeus
Gattungssuche Meloe proscarabaeus - Schwarzblauer Ölkäfer
X
Nr. 2010.2575kl100 %
2575kl
Meloe proscarabaeus
Schwarzblauer Ölkäfer
100mm; F/8; 1/20s; ISO 200
Canon EOS 50D

Der Schwarzblaue Ölkäfer gehört zur Familie der Ölkäfer, von der in Mitteleuropa ca. 40 Arten vorkommen. Er bevorzugt vor allem trockene und sonnige Wiesen als Lebensraum und kommt in ganz Europa vor.

Die Tiere können bis zu 3 cm groß werden. Als Käfer sind die meisten Ölkäferarten auf den ersten Blick allerdings nur bedingt zu erkennen. Besonders die kurzen Stummelflügel und der imposante Hinterleib verleihen den Tieren schon fast alienhafte Züge.

Als Nahrung dienen dem erwachsenen Käfer Pollen verschiedenster Blütenpflanzen. Die Larven hin­gegen ernähren sich ausschließlich parasitisch. Sie entwickeln sich vor allem in Nestern von solitär lebenden Wildbienenarten oder in Gelegen von Heuschrecken. Aber auch in Bienenstöcken wurden schon Larven des Käfers gefunden. Meistens überleben sie das allerdings nicht :-)

Meloe proscarabaeus
Gattungssuche Meloe proscarabaeus - Schwarzblauer Ölkäfer
X
Nr. 2010.2579_81b_kl100 %
2579_81b_kl
Meloe proscarabaeus
Schwarzblauer Ölkäfer
100mm; F/6.3 (DFF); 1/15s; ISO 200
Canon EOS 50D

Ist es nicht verrückt, was die Natur nicht immer so für faszinierende Wesen für einen bereit hält!

Ergänzung vom 30.06.2011: Ich hatte dieses Exemplar erst irrtümlich als Meloe violaceus bestimmt, aber Stanislav, ein Besucher meiner Webseite, hat mich eines Besseren belehrt. Danke an dieser Stelle dafür! Im Übrigen wimmelt es auch auf seiner Webseite www.meloidae.com nur so von schönen Insekten-Bildern.

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02.05.2010 - Ein morgendlicher Rundgang um die Schlegler Teiche...

Die meisten Makrofotografen bevorzugen die frühen Morgenstunden, um ihre Motive zu finden. Diese schlafen dann meist noch oder sind zumindest durch die Kälte noch so träge, daß man alle Zeit der Welt hat, sie nach den eigenen Vorstellungen in Szene zu setzen. Im späteren Tagesverlauf muß man dann meist viel mehr Glück bzw. Geduld dafür aufbringen.

Normalerweise gehöre ich aber nicht zu diesen Fotografen. Nicht weil ich das irgendwie blöd finde, sondern einfach weil ich ein ausgesprochener Liebhaber warmer Bettdecken bin :-) An diesem Tag habe ich mich aber mal aufgerafft und bin schon vor dem Frühstück zu einem Teich gleich in meiner Nähe gefahren. Allerdings war dort noch nicht viel los. Vielleicht lag es ja am trüben Wetter oder es war einfach zu kalt an diesem Morgen. Jedenfalls blieben von meiner Jagd lediglich zwei zeigenswerte Motive übrig.

Das erste zeigt eine Sackspinne, die mich von einem Schilfblatt aus beobachtete und auf Grund eines Tautropfens zwischen ihren Cheliceren für mich ein klasse Motiv abgab. Im Tropfen ist übrigens mein Stativ samt Kamera zu bewundern.

Auf dem zweiten Bild ist eine Schlammfliege zu sehen, die es sich über Nacht an einem alten Brennesselhalm gemütlich gemacht hatte und dort wohl immernoch auf besseres Wetter wartete. Ihre Flügelstrukturen hatten es mir besonders angetan.

Clubiona cf. phragmitis
Gattungssuche Clubiona cf. phragmitis - Sackspinne
X
Nr. 2010.2963d_kl100 %
2963d_kl
Clubiona cf. phragmitis
Sackspinne
100mm; F/8; 1/20s; ISO 200
Canon EOS 50D
Sialis cf. lutaria
Gattungssuche Sialis cf. lutaria - Schlammfliege
X
Nr. 2010.2938_39b_kl100 %
2938_39b_kl
Sialis cf. lutaria
Schlammfliege
100mm; F/7.1 (DFF); 1/25s; ISO 200
Canon EOS 50D

Schlammfliegen gehören zu den Großflüglern (Megaloptera) und sind weltweit mit ca. 60 Arten verbreitet. In Mitteleuropa sind davon allerdings nur vier vertreten. Die Larven der Fliegen halten sich im Wasser bzw. später im Schlamm auf und brauchen zwei Jahre für ihre Entwicklung. Als fertiges Insekt leben die Tiere dann aber nur wenige Tage, meist in der Ufervegetation von Seen, Teichen und Flüssen.

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29.05.2010 - Ein kleiner Rüssler...

...begegnete mir am Geburtstag meines Großvaters. Dieser Tag war gleichzeitig auch mein letzter in meiner alten Heimat, der Oberlausitz. Ab nun werde ich hier nur noch auf Besuch sein!

Mononychus punctumalbum
Gattungssuche Mononychus punctumalbum - Schwertlilienrüssler
X
Nr. 2010.3236_37_V2_kl100 %
3236_37_V2_kl
Mononychus punctumalbum
Schwertlilienrüssler
100mm; F/5 (DFF); 1/400s; ISO 320
Canon EOS 50D

Der oben erwähnte Rüssler war ein Käfer, genauer gesagt ein Weißpunktiger Schwertlilienrüssler. Er krabbelte recht munter mit einigen seiner Artge­nossen auf einer gelben Schwertlilie im Garten meiner Eltern umher.

Mit 4 mm Körpergröße gehört er zu den Kleinsten aus der großen Familie der Rüsselkäfer, die mit mehr als 60.000 Arten sogar die umfangreichste Familie im Tierreich darstellt. Allein in Mitteleuropa sind ca. 500 Rüsselkäferarten bekannt.

Der Schwertlilienrüssler ist recht einfach an einem weißen Punkt auf seiner Flügeldeckennaht zu erkennen (außer wenn man ihn von der Seite fotografiert). Der restliche Körper ist ansonsten komplett schwarz oder braun gefärbt.

Die Art ist außer in Skandinavien in ganz Europa weit verbreitet, wird aber nach Norden hin immer seltener.

Larven und Käfer ernähren sich monophag von Schwertlilien. Die Larven findet man sogar meist ausschließlich an der Sumpfschwertlilie. Der Käfer selbst nutzt auch andere Iris-Arten als Fraßpflanze. Er benagt dabei, in der Blütezeit der Schwertlilien zwischen Mai und Juni, verschiedene Blütenteile, später aber auch junge Früchte.

Die Eier werden an den Fruchtkapseln der Pflanze abgelegt, in denen sich dann später auch die Larven entwickeln. Bis zum Ausreifen der Früchte haben aber bereits meist alle fertig entwickelten Käfer ihre Puppenstube durch ein selbstgefressenes Loch wieder verlassen.

Mehr als ein ansehnliches Bild dieses interessanten Käfers ist mir allerdings nicht gelungen, wahrscheinlich weil ich an diesem Tag mehr mit Geburtstagfeiern und Abschiednehmen beschäftigt war.
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10.07.2010 - Zu Besuch in der alten Heimat...

...genauer gesagt im Zittauer Gebirge.

Wenn man zu Besuch in seiner alten Heimat ist, möchte meistens ein jeder aus der Familie und dem Freundeskreis ein Stück von einem abhaben. Das kann, in der eh schon knappen Zeit, leicht in Streß ausarten.

Leider hatte ich auch diesmal wieder viel zu wenig Zeit für eine ausgiebigere Wanderung durch die wunderschöne Natur der Oberlausitz. Für einen kleinen Spaziergang durchs Zittauer Gebirge hat es dennoch gereicht. Am Ende ist dabei sogar noch ein zeigenswertes Foto einer der vielen hier wachsenden typischen Gebirgspflanzen entstanden.

Es handelt sich dabei um den Roten Fingerhut, einer Pflanze aus der Familie der Rachenblütler. Vielen dürfte er bereits aus dem einen oder anderen Garten bekannt sein, denn schon seit dem Mittelalter ist der Fingerhut als Heil- und Kultur­pflanze sehr beliebt.

Im Zittauer Gebirge kommt die Art, wie in mehreren anderen deutschen Mittelgebirgen, noch wild vor. Man findet ihn hier vorwiegend auf sonnigen Waldwegen und Lichtungen.

Vor allem in der Pflanzenheilkunde ist der Fingerhut schon seit vielen Jahrhunderten sehr bekannt und wird dort als Mittel gegen Herzschwäche eingesetzt. Allerdings kommen seine Inhaltsstoffe nur in sehr geringen Dosen als Heilmittel zur Verwendung, denn alle Teile der Pflanze sind hoch giftig.

Bereits der Verzehr von nur wenigen Fingerhut­blättern kann deshalb tödlich sein!!!

Also bitte nicht unbedingt an der Pflanze lecken...

Digitalis purpurea
Gattungssuche Digitalis purpurea - Roter Fingerhut
X
Nr. 2010.5022kl100 %
5022kl
Digitalis purpurea
Roter Fingerhut
100mm; F/3.5; 1/500s; ISO 800
Canon EOS 50D

Mit mehr Bildern, von diesem leider viel zu schnell vergangenen Wochenende, kann ich allerdings nicht dienen. Vielleicht beim nächsten Besuch...

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09.05.2010 - Ein kurzer Spaziergang bei meinem zukünftigen Zuhause...

Noch bevor ich im Juni nach Berlin gezogen bin, war ich natürlich schon ein- oder zweimal mal in meiner neuen Heimat unterwegs. Ein kurzer Spaziergang im Mai diesen Jahres rund um mein neues Zuhause, die Püttberge, gehörte natürlich dazu. Es sind dabei aber lediglich zwei hübsche Bilder entstanden.

Prunus serotina
Gattungssuche Prunus serotina - Späte Traubenkirsche
X
Nr. 2010.2970kl_r100 %
2970kl_r
Prunus serotina
Späte Traubenkirsche
100mm; F/5.6; 1/200s; ISO 400
Canon EOS 50D

Das linke zeigt eine Späte Traubenkirsche, einen Einwanderer aus Nordamerika, der hier überall als kleiner Busch die etwas feuchteren Wegränder ziert. Da er als problematischer Neophyt gilt, bin ich sehr gespannt, ob er sich hier weiter ausbreiten darf - die Püttberge sind ja schließlich ein Naturschutzgebiet.

Außerdem begegnete mir noch ein Aurorafalter. Dieser, mit 3-4 cm Flügelspannweite, eher kleine Tag­falter gehört zu den Weißlingen. Hier handelt es sich um ein Weibchen, welches vermutlich gerade auf der Suche nach einem perfekten Eiablageplatz war. Im Gegensatz zu den Männchen fehlen den Weibchen nämlich die typischen orangenen Vorderflügel­hälften.

Der Falter ist in ganz Europa weit verbreitet und überall auch noch recht häufig anzutreffen. Seine Raupe bevorzugt als Futterpflanzen das Wiesen­schaumkraut und die Knoblauchrauke, auf der er hier übrigens auch gerade sitzt.

Anthocharis cardamines
Gattungssuche Anthocharis cardamines - Aurorafalter
X
Nr. 2010.2979b_kl_r100 %
2979b_kl_r
Anthocharis cardamines
Aurorafalter
100mm; F/6.3; 1/125s; ISO 400
Canon EOS 50D
Ich denke, im Mai nächsten Jahres, wenn ich dann richtig hier wohne, wird es sicher eine wahre Bilderflut geben, denn um diese Zeit platzt die Natur hier ja förmlich aus allen Nähten. Das Schöne ist, ich bin dann jeden Tag dabei!
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04.06.2010 - Mein erster morgendlicher Ausflug...

Jetzt wohne ich schon seit vier ganzen Tagen hier und habe bisher noch keinen morgendlichen Ausflug in die Püttberge gemacht. Das sollte sich nun heute ändern. Ich war ziemlich zeitig munter und hatte so vor der Arbeit noch Zeit für einen kurzen Spaziergang im Morgentau.

Psyche casta
Gattungssuche Psyche casta - Kleiner Rauch-Sackträger
X
Nr. 2010.3339kl100 %
3339kl
Psyche casta
Kleiner Rauch-Sackträger
100mm; F/8; 1/15s; ISO 400
Canon EOS 50D

Leider gab es aber gar nicht so viel zu entdecken, wie ich eigentlich erhofft hatte. Entweder schläft hier um diese Uhrzeit noch alles oder versteckt sich sehr gut. Naja, es wird ja sicherlich nicht mein letzter Ausflug im Morgengrauen sein.

Mein einziges brauchbares Foto stammt jedenfalls "nur" von einem Kleinen Rauch-Sackträger, der es sich an einem noch vom Tau benetzten Grashalm gemütlich gemacht hat.

Beim Kleinen Rauch-Sackträger handelt es sich, wie man auch unschwer erkennen kann (haha), um einen Schmetterling. Genauer gesagt, ist auf dem Foto dessen Raupe zu sehen, die sich nur, wie für die gesamte Familie der Echten Sackträger üblich, in ihrem Gespinstsack sehr gut getarnt hat.

Je nach Art werden dabei unterschiedliche Bau­materialen verwendet. An diesen und an der Art und Weise des Bauwerks kann man so leicht auf die gefundene Sackträger-Art schließen. Beim Kleinen Rauch-Sackträger sind es Teile von Pflanzen­stängeln, die in Längsrichtung zusammengeklebt werden und dabei hinten deutlich schräg auseinander­weichen.

Diese Art ist wohl die häufigste ihrer Familie und überall in Deutschland weit verbreitet. Man kann sie sowohl in Wäldern und im offenen Gelände als auch im Siedlungsbereich finden. Zum Beispiel hängt auch eine am Fallrohr unserer Dachrinne, nur ist diese bei Weitem nicht so fotogen.

Also schaut einfach bei Eurem nächsten Spazier­gang mal etwas genauer hin - Ihr werdet staunen, wo überall ein Sackträger zu Hause sein kann.

Gleichzeitig ist dies übrigens der offizielle Anfang meines, ich nenne es jetzt mal "Püttberge-Makro-Tagebuch". Der Monat Mai gilt noch nicht - da war ich hier ja nur zu Besuch :-)

Ich hoffe, daß solange ich hier wohne, sich dieses "Büchlein" noch mit vielen Bewohnern der Püttberge füllen wird. Vorausgesetzt, ich verliere nicht die Lust am Schreiben oder was noch viel schlimmer wäre, die Lust an der Makrofotografie.

Die ersten Monate wird es allerdings wohl noch nicht ganz so viel werden, da die Prioritäten erst einmal beim Einrichten unserer neuen Wohnung liegen - jedenfalls die meiner Freundin :-)

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16.06.2010 - Ein Springspinnenwinzling im Sand...

Heute begegnete mir auf einer offenen Sandfläche meiner neuen Lieblingsbinnendüne eine sehr winzige und mir vor allem bis dato völlig unbekannte Springspinne. Wenn sie sich nicht bewegt hätte, hätte ich sie sicher überhaupt nicht wahrgenommen. Ich war sofort hellauf begeistert und begann natürlich gleich mit dem Shooting. Da sie sich recht ruhig verhielt, entstand sogar eine kleine Serie (siehe Galerie).

Zu Hause konnte ich die Art dann nach einigen Recherchen als Sitticus distinguendus bestimmen. Sie kommt in offenen und trockenen Sandgebieten vor, besonders auf Dünen im Küstenbereich, aber auch vereinzelt auf Binnendünen (wie den Püttbergen). Die Art ist allerdings sehr selten und nach der Roten Liste von Deutschland vom Aussterben bedroht !!!

Sitticus distinguendus
Gattungssuche Sitticus distinguendus - SpringspinneSpringspinnengalerie
X
Nr. 2010.3904kl_r100 %
3904kl_r
Sitticus distinguendus
Springspinne
100mm; F/6.3; 1/4s; ISO 200
Canon EOS 50D
Sitticus distinguendus
Gattungssuche Sitticus distinguendus - SpringspinneSpringspinnengalerie
X
Nr. 2010.3900kl100 %
3900kl
Sitticus distinguendus
Springspinne
100mm; F/6.3; 1/3s; ISO 200
Canon EOS 50D

Es handelt sich hierbei im Übrigen um ein Männchen. Die Männchen von Sitticus distinguendus werden maxi­mal 4 mm groß und zählen damit zu den Winzlingen ihrer Gattung. Normalerweise scheinen sie aller­dings viel heller gefärbt zu sein, als mein Exemplar - zumindest auf den meisten Fotos, die ich finden konnte.

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19.06.2010 - Die erste ausgiebige Makrotour in meinem neuen "Lebensraum"...

Heute nahm ich mir mal endlich eine kleine Auszeit vom Einzugsstreß, um mich in meinem neuen Makrorevier mal etwas genauer umzusehen. Da es sich bei den Püttbergen um ein Binnendünengebiet handelt, hoffte ich natürlich vor allem auf trockenheits- und sandliebende Arten - und ich wurde nicht enttäuscht.

Gleich nach ein paar Metern bemerkte ich eine Vielzahl von Dünen-Sandlaufkäfern in den offeneren Sandbereichen hin- und herlaufen. Sobald man ihnen allerdings zu Nahe kam, flogen sie sofort 5 Meter weiter. Für ein ansprechendes Foto brauch­te ich dann demzufolge auch entsprechend lange.

Der Dünen-Sandlaufkäfer ist eine von 8 bekannten Sandlaufkäfer-Arten in Deutschland, die sich allesamt räuberisch von anderen Insekten ernähren. Er hat eine Vorliebe für offene Sandflächen und ist überall in derartigen Gebieten Mitteleuropas noch recht häufig anzutreffen.

Cicindela hybrida
Gattungssuche Cicindela hybrida - Dünen-Sandlaufkäfer
X
Nr. 2010.4199kl100 %
4199kl
Cicindela hybrida
Dünen-Sandlaufkäfer
100mm; F/4.5; 1/640s; ISO 400
Canon EOS 50D

Gleich in der Nähe räkelte sich auch noch ein hübscher Scheinbockkäfer auf einem Grashalm, den ich mir natürlich auch nicht entgehen lassen konnte. Und so ließ ich die Sandlaufkäfer nach ein paar Minuten in Ruhe und widmete mich so gleich meinem nächsten Motiv.

Oedemera flavipes
Gattungssuche Oedemera flavipes - Scheinbockkäfer
X
Nr. 2010.4105kl_r100 %
4105kl_r
Oedemera flavipes
Scheinbockkäfer
100mm; F/5.6; 1/400s; ISO 400
Canon EOS 50D

Mein weiterer Weg war dann vor allem in botanischer Hinsicht recht ergiebig, da es in diesem Gebiet auch eine Vielzahl von Pflanzen zu geben scheint, die sich perfekt auf die hier herrschenden Lebensbedingungen angepaßt haben und im Allgemeinen in Deutschland schon recht selten geworden sind. Der Botaniker in mir war also hoch erfreut.

Anthericum liliago
Gattungssuche Anthericum liliago - Astlose Graslilie
X
Nr. 2010.4131kl100 %
4131kl
Anthericum liliago
Astlose Graslilie
100mm; F/8; 1/320s; ISO 400
Canon EOS 50D

Das Highlight für mich waren die vielen Astlosen Graslililien, die hier in großer Anzahl wachsen und gerade in voller Blüte stehen. Bisher konnte ich diese Art noch nie in natura bewundern - nur ihre Schwesternart, die Ästige Graslilie war mir bisher bereits aus den Alpen bekannt.

Aber auch der im deutschen Flachland inwischen so selten gewordene Echte Augentrost scheint in den Püttbergen noch eine Heimat zu besitzen. Jedenfalls wächst er hier noch in großer Anzahl auf Lichtungen und am Wegesrand.

In der Volksmedizin wird der Augentrost, wie auch schon sein Name sagt, zur Behandlung von Augenleiden und Entzündungen im Augenbereich verwendet. Im Mittelalter war man sogar davon überzeugt, daß die Pflanze Blinden das Augenlicht wiedergeben könnte.

Von den vielen weiteren hier heimischen Pflanzen werde ich sicher in der nächsten Zeit noch das eine oder andere Bild machen - heute jedoch nur noch ein Foto vom Berg-Sandglöckchen, einem Gewächs aus der Familie der Glockenblumengewächse, und eins der in Deutschland geschützten Heidenelke. Beides typische Vertreter von Sandtrockenrasen.

Jasione montana
Gattungssuche Jasione montana - Berg-Sandglöckchen
X
Nr. 2010.4222kl100 %
4222kl
Jasione montana
Berg-Sandglöckchen
100mm; F/11; 1/80s; ISO 400
Canon EOS 50D



Dianthus deltoides
Gattungssuche Dianthus deltoides - Heidenelke
X
Nr. 2010.4117kl100 %
4117kl
Dianthus deltoides
Heidenelke
100mm; F/4; 1/400s; ISO 400
Canon EOS 50D
Euphrasia officinalis
Gattungssuche Euphrasia officinalis - Echter Augentrost
X
Nr. 2010.4122kl100 %
4122kl
Euphrasia officinalis
Echter Augentrost
100mm; F/4; 1/250s; ISO 400
Canon EOS 50D
Alles in Allem also ein gelungener Auftakt...
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25.06.2010 - Ein Springspinnenopa...

...begegnete mir heute bei meinem nun schon fast zur Gewohnheit gewordenen täglichen Spaziergang durch die Püttberge. Das hohe Alter der Spinne erkennt man auf dem Foto sehr gut an den vielen kahlen Stellen, die der Kleine schon hat - da geht es den Spinnen scheinbar nicht anders als uns Menschen.

Außerdem war diese sehr hübsche V-Springspinne mit 8 mm Körper­größe schon außergewöhnlich groß für ein Männchen dieser Art. Diese Größe erreichen sonst nur die Weibchen (Bild). Er hatte den größten Teil seines Lebens auch schon hinter sich, reife Tiere dieser Art findet man höchstens bis in den Juli hinein.

Aelurillus v-insignitus ist überall in Mitteleuropa weit verbreitet, bevorzugt allerdings vor allem sehr trockene und offene Gebiete als ihren Lebensraum.

Wenn die Sonne scheint, sieht man sie auch hier recht häufig auf den weniger bewachseneren Stellen der Binnendüne umherhüpfen. Nur bei schlechter Witterung ziehen sich die Spinnen in ihren am Boden versteckten Gespinst­sack zurück und sind dann in der Regel nicht mehr auffindbar.

Aelurillus v-insignitus
Gattungssuche Aelurillus v-insignitus - V-Springspinne ♂Springspinnengalerie
X
Nr. 2010.4603kl_r100 %
4603kl_r
Aelurillus v-insignitus
V-Springspinne ♂
100mm; F/10; 1/3s; ISO 200
Canon EOS 50D

Der Name der Art rührt übrigens von ihrem charakteristischen V-förmigen Fleck auf der Stirn her, an dem sie auch sehr gut von ähnlichen Arten zu unterscheiden ist. Auffallend sind außerdem ihre metallisch-grün glänzenden Frontalaugen.

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04.07.2010 - Die Brillentante...

...zumindest wurde sie von meiner Freundin so getauft, krabbelte heute morgen an unserer Hauswand herum, als ich auf dem Weg zur Mülltonne war. Der Müll interessierte mich natürlich auf einmal gar nicht mehr und ich holte stattdessen schnell meine Kamera.

Euophrys frontalis
Gattungssuche Euophrys frontalis - Kettenstreifige SpringspinneSpringspinnengalerie
X
Nr. 2010.4863b_kl100 %
4863b_kl
Euophrys frontalis
Kettenstreifige Springspinne
100mm; F/11; 1/3s; ISO 200
Canon EOS 50D

Mit richtigem Namen heißt die Kleine allerdings Kettenstreifige Springspinne und kommt überall in Mitteleuropa ziemlich häufig vor.

Da die Art allerdings maximal 4 mm groß wird, wird sie wohl oft übersehen - zumal sich die Spinne meistens auf dem Erdboden oder im Gras aufhält. Sie bevorzugt dabei trockene und meist offene oder wenig bewachsene Stellen. Ihr Ausflug an unserer Hauswand war sozusagen ein Glücksfall für mich.

Ich nutzte diese Gelegenheit dann auch ausgiebig und fotografierte die Kleine, nach vorsichtigem Umsetzen, in ihrem normalen Lebensraum. Auf ihrem nachfolgenden Weg entstanden dabei natürlich noch einige weitere Fotos, die alle in der Galerie zu finden sind.

Es handelt sich bei der "bebrillten" Schönheit im Übrigen um ein Weibchen. Die Männchen sind noch kleiner (lediglich 2-3 mm groß) und völlig anders gefärbt. Ich hoffe, ich kann hier bald auch eins davon zeigen.
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07.07.2010 - Viele bunte Flattermänner...

Heute war scheinbar optimales Wetter für Tagfalter, denn während meines heutigen Abendspaziergangs flogen mir gleich mehrere Arten über den Weg.

Als erstes, auf einer kleineren Lichtung, saßen ein Admiral und ein C-Falter. Beide tankten sich noch einmal auf den Blättern eines Gebüsches in der letzten Abendsonne auf und wenn ich sie dabei nicht gestört hätte, wäre das wahrscheinlich auch ihr Schlafplatz geworden.

Leider ist das Foto etwas unscharf geworden. Ich wollte es aber trotzdem zeigen, denn man sieht ja nicht alle Tage zwei so schöne und noch dazu unterschiedliche Tagfalter so einträchtig nebeneinander sitzen.

Polygonia c-album & Vanessa atalanta
Gattungssuche Polygonia c-album & Vanessa atalanta - C-Falter & Admiral
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Nr. 2010.4947kl100 %
4947kl
Polygonia c-album & Vanessa atalanta
C-Falter & Admiral
100mm; F/5.6; 1/250s; ISO 200
Canon EOS 50D
Polygonia c-album
Gattungssuche Polygonia c-album - C-Falter
X
Nr. 2010.4950kl100 %
4950kl
Polygonia c-album
C-Falter
100mm; F/5.6; 1/800s; ISO 200
Canon EOS 50D

Durch meine Störung bot sich mir dann allerdings auch noch die Chance jeden der beiden Falter für sich allein auf seinem jeweils neuen Ansitz abzulichten. Zufrieden bin ich mit meinen Freihandaufnahmen trotzdem nicht - aber ehe ich mein Stativ aufgebaut hätte, wären beide wohl schon wieder weggewesen.

Vanessa atalanta
Gattungssuche Vanessa atalanta - Admiral
X
Nr. 2010.4974kl100 %
4974kl
Vanessa atalanta
Admiral
100mm; F/6.3; 1/250s; ISO 400
Canon EOS 50D
Melitaea athalia
Gattungssuche Melitaea athalia - Wachtelweizen-Scheckenfalter
X
Nr. 2010.4980kl100 %
4980kl
Melitaea athalia
Wachtelweizen-Scheckenfalter
100mm; F/7.1; 1/500s; ISO 400
Canon EOS 50D

Auf meinem Heimweg machte ich dann noch Bekanntschaft mit einem Wachtelweizen-Scheckenfalter. Eigentlich ist dieser Falter noch einer der häufigsten Vertreter seiner Gattung, aber inzwischen ist er gebietsweise nun auch schon recht selten geworden.

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13.07.2010 - "Schon wieder" ein Schmetterling...

Momentan scheint es an Schmetterlingen wirklich nicht zu mangeln. Bei meinem heutigen Spaziergang konnte ich ein "Shooting" mit einem Schachbrettfalter abhalten. Ich kam gerade vorbei, als er es sich zum Schlafen gemütlich machte.

Leider gab er mir aber nur sehr wenig Zeit sein Flügeloberseite ins rechte Licht zu rücken, deshalb auch die eher mangelhafte Schärfe. Bei der Unterseite hingegen waren meiner Experimentierfreude zeitlich keine Grenzen gesetzt und so habe ich zur perfekten Schärfe sogar noch ein paar Flares gefunden :-)

Melanargia galathea
Gattungssuche Melanargia galathea - Schachbrettfalter
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Nr. 2010.5080kl100 %
5080kl
Melanargia galathea
Schachbrettfalter
100mm; F/3.5; 1/500s; ISO 400
Canon EOS 50D
Melanargia galathea
Gattungssuche Melanargia galathea - Schachbrettfalter
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Nr. 2010.5073kl100 %
5073kl
Melanargia galathea
Schachbrettfalter
100mm; F/4.5; 1/400s; ISO 400
Canon EOS 50D

Der Schachbrettfalter ist in Mitteleuropa noch sehr häufig und bevorzugt mit Gräsern bewachsene und nicht allzu feuchte Lebensräume.

Interessant ist auch, daß die Männchen dieser Art ein typisches Revierverhalten aufweisen. Sie besetzen Blätter oder Gräser als feste Sitzwarten und beobachten von hier ihre Umgebung. Mit vorbeifliegenden Rivalen liefern sie sich dann regelrechte Luftkämpfe, um anschließend wieder auf ihren Sitzplatz zurückzukehren.

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14.07.2010 - Heidi...

Nach den vielen Schmetterlingen der letzten Tage wollte ich heute mal etwas anderes vor die Linse bekommen. Und siehe da, das Glück war mir in Form eines Weibchens der Blutroten Heidelibelle hold.

Sie hatte es sich auf ihrem Ansitz derart gemütlich gemacht, daß meine Anwesenheit sie irgendwie überhaupt nicht zu stören schien. Das mußte ich natürlich bis zur Naheinstellgrenze meines Objektives schamlos ausnutzen.

Die Blutrote Heidlibelle gehört zur Familie der Großlibellen und kann eine Flügelspannweite von bis zu 6 cm erreichen. Zusammen mit einer Körperlänge von bis zu 4 cm gehört sie damit zu den Größten unter den Heidelibellen.

Interessanter Weise sind nur die Männchen dieser Art wirklich rot gefärbt, die Weibchen hingegen besitzen einen eher gelb-bräunlichen Körper.

Ihr Lebensraum sind hauptsächlich stehende Gewässer. Besonders soll sie kleinere Teiche mit intensiven Pflanzenbewuchs bevorzugen. Das Eigenartige hierbei ist nur, daß es bis auf den Müggelsee in ca. 3 km Entfernung (der übrigens auch nicht gerade als kleiner Teich gelten kann) überhaupt kein Gewässer weit und breit gibt. Aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel.


Sympetrum sanguineum
Gattungssuche Sympetrum sanguineum - Blutrote Heidelibelle
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Nr. 2010.5243pano_kl100 %
5243pano_kl
Sympetrum sanguineum
Blutrote Heidelibelle
100mm; F/4; 1/13s; ISO 200
Canon EOS 50D
Sympetrum sanguineum
Gattungssuche Sympetrum sanguineum - Blutrote Heidelibelle
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Nr. 2010.5248_50g_kl100 %
5248_50g_kl
Sympetrum sanguineum
Blutrote Heidelibelle
100mm; F/5.6 (DFF); 1/4s; ISO 200
Canon EOS 50D

Vielleicht fliegt mir ja die nächsten Tage noch ein Männchen vor die Linse.

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20.07.2010 - Wer sucht, der findet...

Mein heutiger Spaziergang endete schon nach 5 min an der ersten Kiefer. Eigentlich war ich auf der Suche nach der Springspinne Dendryphantes rudis, aber wie immer findet man meistens nie das was man eigentlich sucht. Heute habe ich stattdessen die Raupe eines Kiefernschwärmers entdeckt.

Dieser Schmetterling gehört zu den Nachtfaltern und ist darin einer der häufigsten Vertreter aus der Familie der Schwärmer. Wie der Name schon sagt, ernährt er sich ausschließlich von Kiefern bzw. deren Nadeln und so war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis er mir hier irgendwann über den Weg läuft.

Sphinx pinastri
Gattungssuche Sphinx pinastri - Kiefernschwärmer
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Nr. 2010.5552kl100 %
5552kl
Sphinx pinastri
Kiefernschwärmer
100mm; F/5; 1/400s; ISO 400
Canon EOS 50D
Sphinx pinastri
Gattungssuche Sphinx pinastri - Kiefernschwärmer
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Nr. 2010.5524kl_r100 %
5524kl_r
Sphinx pinastri
Kiefernschwärmer
100mm; F/8; 1/100s; ISO 400
Canon EOS 50D
Die Falter kommen in weiten Teilen Europas vor und zeigen eine Vorliebe für trockene Heide- und Steppengebiete. Allerdings reicht auch schon das Vorkommen seiner Futterpflanze aus, um dem sehr anpassungsfähigen Falter einen adäquaten Lebensraum zu bieten. Deshalb kann man die Art auch in Mischwäldern, Parks und Gärten finden.
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22.07.2010 - Zwei Tage später...

...versuchte ich erneut mein Glück. Wieder verbrachte ich die Hälfte meiner Tour mit dem Absuchen aller sich in meiner Sichthöhe befindlichen Kiefernzweige. Ich war einmal mehr auf der Suche nach Dendryphantes rudis, einer Spring­spinne, die es, aufgrund des für sie hier günstigen Lebensraumes, eigentlich in den Püttbergen geben müßte.

Als mich dann tatsächlich vier große Augen neugierig von einem Ast aus ansahen, freute ich mich schon, endlich eine gefunden zu haben.

Aber ich erkannte schnell, daß es sich "lediglich", um Evarcha falcata handelte, eine Springspinnenart, die ich schon häufig vor meiner Linse hatte. Ich ließ mir aber die Gelegenheit dennoch nicht entgehen, dieses stattliche Weibchen entsprechend in Szene zu setzen.

Die Weibchen dieser Art können bis zu 8 mm groß werden und gehören damit schon zu den größten einheimischen Springspinnen.

Evarcha falcata ist in Deutschland weit verbreitet und überall recht häufig. Meistens trifft man sie an sonnigen Wald- und Wegrändern, wo sie in der Krautschicht oder auf niedrigen Zweigen auf Nahrungssuche geht.

Evarcha falcata
Gattungssuche Evarcha falcata - SpringspinneSpringspinnengalerie
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Nr. 2010.5632d_kl100 %
5632d_kl
Evarcha falcata
Springspinne
100mm; F/9; 1/8s; ISO 200
Canon EOS 50D
Evarcha falcata
Gattungssuche Evarcha falcata - SpringspinneSpringspinnengalerie
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Nr. 2010.5636c_c_kl100 %
5636c_c_kl
Evarcha falcata
Springspinne
100mm; F/8; 1/13s; ISO 200
Canon EOS 50D

Im späten Frühjahr gehört sie hierzulande zu denen am häufigsten anzutreffenden Springspinnen über­haupt. Also "Augen auf" beim nächsten Spaziergang.

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31.07.2010 - Wanzen in der Abendsonne...

An den etwas steileren und meist offenen Sandhängen der Püttberge ist um die Abendzeit insekten­technisch noch am meisten los. Deshalb zieht es mich um diese Zeit verständlicherweise oft genau dort hin.

Carpocoris fuscispinus
Gattungssuche Carpocoris fuscispinus - Nördliche Fruchtwanze
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Nr. 2010.5768kl100 %
5768kl
Carpocoris fuscispinus
Nördliche Fruchtwanze
100mm; F/5; 1/1000s; ISO 400
Canon EOS 50D

Heute wimmelte es auf den Samenständen des hier in großer Zahl wachsenden Berg-Haarstrangs von Nördlichen Fruchtwanzen.

Die Abendsonne ließ ihre rötlich-gelben Chitinpanzer herrlich schimmern und so konnte ich natürlich nicht an ihnen vorüber gehen, ohne ein paar stimmungs­volle Bilder von diesem Schauspiel zu machen.

Die Nördliche Fruchtwanze gehört zur sich vege­tarisch ernährenden Familie der Baum- oder Schild­wanzen. Sie bevorzugt Dolden- oder Korbblütler als Nahrungsquelle und gehört mit bis zu 14 mm Körper­größe nicht gerade zu den Kleinsten ihrer Familie.

Sie ist überall in Europa recht häufig und bevorzugt vor allem Waldränder und Lichtungen als ihren Lebensraum.


Carpocoris fuscispinus
Gattungssuche Carpocoris fuscispinus - Nördliche Fruchtwanze
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Nr. 2010.5797kl100 %
5797kl
Carpocoris fuscispinus
Nördliche Fruchtwanze
100mm; F/7.1; 1/400s; ISO 400
Canon EOS 50D
Eigenartigerweise hatte ich diese Art bis zum heutigen Tag überhaupt noch nie bewußt wahrgenommen...
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16.08.2010 - Zwei Seltenheiten...

...zumindest für mich - habe ich heute vor meine Kamera bekommen.

Die erste war eine Trockenrasen-Grüneule, die ich auf Grund Ihrer Farbe schon von weitem in einem Busch von Feldbeifuß ausmachen konnte. Dieser Schmetterling gehört zu den Nachtfaltern und ist fast in ganz Europa verbreitet. Er bevorzugt warme, trockene Graslandschaften und tritt nirgends wirklich häufig auf. In Deutschland steht die Art in einigen Bundesländern auf der Roten Liste.

Calamia tridens
Gattungssuche Calamia tridens
Trockenrasen-Grüneule
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Nr. 2010.6729a_kl100 %
6729a_kl
Calamia tridens
Trockenrasen-Grüneule
100mm; F/7.1; 1/160s; ISO 200
Canon EOS 50D
Chamaesphecia leucopsiformis
Gattungssuche Chamaesphecia leucopsiformis
Spätsommer Wolfsmilch-Glasflügler
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Nr. 2010.6797_96kl_r100 %
6797_96kl_r
Chamaesphecia leucopsiformis
Spätsommer Wolfsmilch-Glasflügler ♂
100mm; F/6.3 (DFF); 1/125s; ISO 400
Canon EOS 50D

Die zweite Überraschung an diesem Tag war der Fund eines Spätsommer Wolfsmilch-Glasflüglers. Das war für mich insofern eine Besonderheit, da es erst die zweite Glasflügler-Art überhaupt ist, der ich in meinem Leben bisher begegnet bin. Die erste war ein Roter Ampfer-Glasflügler in Sardinien im vorigen Jahr. Allerdings ist das auch kaum verwunderlich, da zumindest der heutige Fund mit höchstens 1,5 cm Größe auch schnell zu übersehen gewesen wäre. Man muß halt manchmal Glück haben!

Leider konnte ich jedoch bisher nichts über Verbreitungshäufigkeit bzw. die Gefährdungsstufe dieser Art herausfinden. Es ließ sich lediglich erruieren, daß der Falter bzw. dessen Raupen sich streng monophag von Zypressen-Wolfsmilch ernähren und an offenen und trockenen Stellen mit Vorkommen dieser Pflanzenart anzutreffen sind.

Für mich ist es auf jeden Fall eines der Highlights dieser Saison.

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19.08.2010 - Ein ereignisreicher Spaziergang...

...zumindest was die Insekten anbetrifft, die mir heute dabei über den Weg liefen bzw. flogen.

Als erstes begegnete ich einem Kleinen Heufalter, der sich schon ein Nachtlager in Form einer Grasnelke gesucht hatte. Dieser hübsche Tagfalter hört auch auf den Namen Kleines Wiesenvögelchen. Er ist in ganz Europa weit verbreitet und auch noch recht häufig.

Die Falter können eine maximale Flügelspannweite von ca. 3 cm erreichen und sind auf der Flügeloberseite, die man auf meinen Bildern leider nicht sieht, bräunlich bis orangefarben. Seine Raupen ernähren sich von Süßgräsern, daher bevorzugt er auch eher sehr grasige Lebensräume, wie Trockenrasen oder Bergwiesen.

Coenonympha pamphilus
Gattungssuche Coenonympha pamphilus - Kleiner Heufalter
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Nr. 2010.6986kl100 %
6986kl
Coenonympha pamphilus
Kleiner Heufalter
100mm; F/4; 1/125s; ISO 400
Canon EOS 50D



Coenonympha pamphilus
Gattungssuche Coenonympha pamphilus - Kleiner Heufalter
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Nr. 2010.7023kl100 %
7023kl
Coenonympha pamphilus
Kleiner Heufalter
100mm; F/4; 1/160s; ISO 400
Canon EOS 50D
Coenonympha pamphilus
Gattungssuche Coenonympha pamphilus - Kleiner Heufalter
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Nr. 2010.7013kl100 %
7013kl
Coenonympha pamphilus
Kleiner Heufalter
100mm; F/4; 1/200s; ISO 400
Canon EOS 50D

Die nächsten Beiden waren dann eine Feuerwanze, wie es sie hier zuweilen in solchen Massen gibt, daß ganze Baum­stämme von ihnen rot gefärbt sind, und ein dicker Waldmistkäfer, der meinen Weg kreuzte.

Erstere turnte die ganze Zeit auf einem Grashalm herum und machte mir so das Fotografieren ziemlich schwer. Der Käfer jedoch nahm sich bei seiner Wegüberquerung reichlich Zeit und hatte, wie man sieht, auch nichts gegen einen Schnappschuß einzuwenden als er gerade einmal kurz inne hielt.

Pyrrhocoris apterus
Gattungssuche Pyrrhocoris apterus - Feuerwanze
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Nr. 2010.6901kl100 %
6901kl
Pyrrhocoris apterus
Feuerwanze
100mm; F/4; 1/200s; ISO 400
Canon EOS 50D
Anoplotrupes stercorosus
Gattungssuche Anoplotrupes stercorosus - Waldmistkäfer
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Nr. 2010.6978kl100 %
6978kl
Anoplotrupes stercorosus
Waldmistkäfer
100mm; F/4; 1/125s; ISO 400
Canon EOS 50D

Und zum Schluß hüpften mir dann noch zwei Schrecken vor die Linse. Die erste in Form einer Westlichen Beißschrecke eher etwas größer, die zweite, eine Gefleckte Keulenschrecke, ziemlich klein und unscheinbar. Beide jedoch, auf Grund der noch reichlich warmen Sonne, ziemlich agil und damit gar nicht so leicht auf meinen Chip zu bannen.

Die Westlichen Beißschrecke ist sehr wärmebedürftig und in Deutschland noch relativ häufig, zumindest in trockenen und wärmeren Gegenden. Im Norden Deutschlands dagegen sind ihre Bestände stark rückläufig.

Platycleis albopunctata
Gattungssuche Platycleis albopunctata - Westliche Beißschrecke
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Nr. 2010.6959kl100 %
6959kl
Platycleis albopunctata
Westliche Beißschrecke
100mm; F/4; 1/500s; ISO 400
Canon EOS 50D
Myrmeleotettix maculatus
Gattungssuche Myrmeleotettix maculatus - Gefleckte Keulenschrecke
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Nr. 2010.6915b_kl100 %
6915b_kl
Myrmeleotettix maculatus
Gefleckte Keulenschrecke
100mm; F/7.1; 1/60s; ISO 400
Canon EOS 50D

Die Gefleckte Keulenschrecke bevorzugt ähliche Lebensräume. Sie bewohnt ausschließlich vegetationsarme und trockene Stellen, ist jedoch im Gegensatz zur Westlichen Beißschrecke in den norddeutschen Heidegebieten noch recht häufig anzutreffen. Besonders interessant finde ich, daß diese Art in ihrer Farbgebung sehr variabel ist (siehe auch hier).

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20.08.2010 - Spätsommerimpressionen...

...boten sich mir heute, die ich einfach mal in Form einer blühenden Echten Goldrute festgehalten habe.

Die Echte Goldrute ist im Gegensatz zu der inzwischen sehr weit verbreiteten Kanadischen Goldrute eine bei uns heimische Art und nicht wie ihre Schwesternart ein invasiver Neophyt.

Sie ist eine Bewohnerin der nährstoffarmen und trockenen Magerrasen und ist an solchen Stand­orten in Mitteleuropa weit verbreitet.

Auf meinem kurzen Heimweg, hüpfte mir dann außer­dem noch, wie bereits gestern schon, eine Gefleckte Keulenschrecke über den Weg. Diesmal aller­dings in einer wunderschönen roten Farb­variation.

Hier kann man gut erkennen, was einzelne Arten für eine große Variationsbandbreite haben können und daß eine unterschiedliche Farbe nicht unbedingt auch auf eine andere Art hindeuten muß.

Vielleicht treffe ich ja morgen noch eine Grüne!

Myrmeleotettix maculatus
Gattungssuche Myrmeleotettix maculatus - Gefleckte Keulenschrecke
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Nr. 2010.7033kl100 %
7033kl
Myrmeleotettix maculatus
Gefleckte Keulenschrecke
100mm; F/5; 1/250s; ISO 400
Canon EOS 50D
Solidago virgaurea
Gattungssuche Solidago virgaurea - Echte Goldrute
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Nr. 2010.7068kl100 %
7068kl
Solidago virgaurea
Echte Goldrute
100mm; F/4; 1/125s; ISO 400
Canon EOS 50D
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21.08.2010 - Morgendlicher Ausflug in die Püttberge...

Am gestrigen Abend flog mir bei einem Abendspaziergang mehrmals ein Schwalbenschwanz über den Weg. Leider ließ er sich nie lange genug auf einer Blüte nieder, um ihn ansprechend fotografieren zu können.

Also beschloß ich einfach heute morgen etwas zeitiger aufzustehen. Ich zog gleich im ersten Morgengrauen los und begab mich auf die Suche nach dem Schlafplatz des Falters. Nach einer knappen halben Stunde hatte ich ihn dann tatsächlich auch gefunden. Schlafend und mit noch zugeklappten Flügeln saß er vor mir. So hatte ich diesmal auch genügend Zeit mein Stativ aufzubauen und ein aus­giebiges Shooting mit meinem Modell zu veranstalten.

Nach einer Weile schien er meine Anwesenheit allerdings bemerkt zu haben und öffnete seine Flügel. Es handelt sich um eine Abwehrreaktion, von der ich natürlich nicht abgeneigt war, denn so gab er mir auch gleich noch die Chance seine wunderschöne Flügeloberseite abzulichten.

Papilio machaon
Gattungssuche Papilio machaon - Schwalbenschwanz
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Nr. 2010.7108kl100 %
7108kl
Papilio machaon
Schwalbenschwanz
100mm; F/4; 1/15s; ISO 200
Canon EOS 50D
Papilio machaon
Gattungssuche Papilio machaon - Schwalbenschwanz
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Nr. 2010.7137kl100 %
7137kl
Papilio machaon
Schwalbenschwanz
100mm; F/4.5; 1/50s; ISO 400
Canon EOS 50D
Papilio machaon
Gattungssuche Papilio machaon - Schwalbenschwanz
X
Nr. 2010.7151kl100 %
7151kl
Papilio machaon
Schwalbenschwanz
100mm; F/2.8; 1/125s; ISO 200
Canon EOS 50D

Die Raupen des Falters ernähren sich von Doldenblütengewächsen, von denen es hier in den Püttebergen einige Arten gibt. In meiner Kindheit habe ich die Raupen übrigens oft an den Möhren oder am Dill im Garten meiner Eltern beobachten können.

Leider ist der Schwalbenschwanz bei uns ein ziemlich seltener Zeitgenosse geworden - ich war deshalb natürlich gleich doppelt begeistert. Erstens, ein so schönes Tier überhaupt so nah vor meine Linse zu bekommen und zweitens, noch dazu gleich vor meiner Haustür.

Papilio machaon
Gattungssuche Papilio machaon - Schwalbenschwanz
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Nr. 2010.7143kl100 %
7143kl
Papilio machaon
Schwalbenschwanz
100mm; F/3.5; 1/80s; ISO 400
Canon EOS 50D
Papilio machaon
Gattungssuche Papilio machaon - Schwalbenschwanz
X
Nr. 2010.7146kl100 %
7146kl
Papilio machaon
Schwalbenschwanz
100mm; F/4.5; 1/50s; ISO 400
Canon EOS 50D

Mein Shooting endete dann aber doch ziemlich abrupt, als eine Wildschweinmutter samt Jungtier etwa zehn Meter von mir entfernt aus dem Wald trat. Sie ließ mir gerade noch so viel Zeit meine Ausrüstung in die Hand zu nehmen und loszurennen, um mich anschließend bis fast vor meine Haustür im Laufschritt zu verfolgen. Ich glaube, so schnell wie heute, war ich nie wieder von einem Makro-Ausflug zurück!

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21.08.2010 - Und nach dem Frühstück gleich noch ein Ausflug...

...in die Püttberge. Diesmal allerdings, um ein paar baumbewohnende Springspinnen ausfindig zu machen und zu fotografieren - in der Hoffnung, nicht schon wieder ner Wildschweinmutti samt Jungem zu begegnen.

Dendryphantes rudis
Gattungssuche Dendryphantes rudis - Springspinne ♀Springspinnengalerie
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Nr. 2010.7161kl_r100 %
7161kl_r
Dendryphantes rudis
Springspinne ♀
100mm; F/8; 1/4s; ISO 200
Canon EOS 50D

Und tatsächlich war mir das Glück hold - kein Wildschwein, aber dafür eine wunderschöne Spring­spinne der Art Dendryphantes rudis. Ich fand sie allerdings erst nach einer 1/2 Stunde des Absuchens von jedem Kiefernzweig, der in meiner Sichthöhe lag.

Die Art ist eigentlich in Deutschland fast überall ziem­lich häufig anzutreffen, nur leider nicht immer ganz leicht zu finden. Sie zeigt eine auffallende Vorliebe für Nadelbäume, von diesen es in den Püttbergen, in Form von Kiefern, natürlich nicht mangelt. So war es eigentlich nur eine Frage der Zeit (3 Monate!) sie irgendwann mal vors Objektiv zu bekommen.

Zum Glück verhielt sie sich auch recht kooperativ auf ihrer Kiefernnadel und ließ mir ein paar Minuten Zeit Fotos von ihr zu machen.

Jetzt fehlt mir nur noch ein Männchen! Aber ich habe ja noch einige Tage bis es Winter wird...

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23.08.2010 - Hugo

Am heutigen Abend machte ich meinen täglichen Rundgang ausnahmsweise mal nicht allein, sondern in Begleitung meiner Freundin. Zum Glück, muß man sagen, denn sie war es, die mitten im Zypressenwolfs­milchgestrüpp, die Raupe eines Wolfsmilchwärmers erspähte.

Der Wolfsmilchschwärmer gehört zu den Nacht­faltern und ist als ausgewachsener Falter ab dem Einsetzen der Dämmerung aktiv.

Sein Lebensraum sind Trockenrasen und Sand­flächen in warmen und trockenen Gegenden Europas, Asiens und Afrikas. Bedingung ist nur, daß dort auch die Futterpflanzen der Raupen wachsen.

Die Tiere ernähren sich streng monophag. Das heißt, die Raupen fressen nur an Wolfsmilch­gewächsen - in Mitteleuropa fast ausschließlich an der Zypressen­wolfsmilch. Der Saft der giftigen Pflanzen sammelt sich im Magen der Raupen an und macht sie so für Freßfeinde ungenießbar, was sie durch ihre Warnfärbung auch jederman signalisieren.

Die Überwinterung findet als Puppe statt und so war ich im ersten Moment guter Hoffnung im nächsten Frühling an der selben Stelle eventuell den Falter wiederzutreffen. Und damit wir uns auch ja gut daran erinnern, wurde die Raupe so gleich von meiner Freundin "Hugo" getauft.

Leider war mir aber eine Verletzung an ihrem Hinterteil nicht sofort aufgefallen. Sie stammte vermutlich von einem Vogel oder vielleicht sogar von einer Schlupfwespe und sollte Hugo schließlich auch zum Verhängnis werden. Denn als ich am nächsten Tag wieder an der Stelle vorbeikam, lag die Raupe tatsächlich tot unter der Zypressenwolfsmilch. Mir blieb also nichts weiter übrig, als Hugo standes­gemäß unter seiner Lieblingspflanze zu beerdigen.

Schade einentlich, ich hätte Hugo gerne im nächsten Jahr als Falter wiedergesehen und natürlich auch bildlich festgehalten. Naja, so ist das Leben.

Hyles euphorbiae
Gattungssuche Hyles euphorbiae - Wolfsmilchschwärmer
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Nr. 2010.7236kl100 %
7236kl
Hyles euphorbiae
Wolfsmilchschwärmer
100mm; F/5; 1/50s; ISO 200
Canon EOS 50D

Ich werde einfach im nächsten Jahr zur Hauptflugzeit im Mai bis Juli gezielt nach den Faltern Ausschau halten - denn wo einer ist, sind meistens noch mehr!

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31.08.2010 - Einem farbenfrohen Gesellen...

...begegnete ich heute in meiner Mittagspause. Zwischen Moosen und Graspolstern auf meiner Lieblingsbinnendüne kroch mir ein Ackerwinden-Bunteulchen über den Weg. Bis dato war mir noch nie ein solcher Falter zu Gesicht gekommen. Leider hatte ich heute keinen Diffusor mit dabei und so sind die Bilder ein "klein wenig" von der grellen Mittagssonne mit Reflektionen bedacht worden. Naja, man kann halt nicht alles haben...

Emmelia trabealis
Gattungssuche Emmelia trabealis - Ackerwinden-Bunteulchen
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Nr. 2010.6851_52kl100 %
6851_52kl
Emmelia trabealis
Ackerwinden-Bunteulchen
100mm; F/5 (DFF); 1/1600s; ISO 400
Canon EOS 50D

Beim Ackerwinden-Bunteulchen handelt es sich um einen Nachtfalter aus der großen Familie der Eulenfalter.

Der Falter ist in großen Teilen Europas verbreitet, bewohnt dort allerdings vor allem Gebiete, die eher trocken und warm sind.

Wie auch der Name schon sagt, ernähren sich die Raupen des Falters ausschließlich von den Blüten der Ackerwinde. Warum ich den Falter gerade hier zum ersten Mal zu Gesicht bekommen habe, ist mir daher ziemlich schleierhaft, da es in "meiner" Binnendüne, im Gegensatz zum Garten meiner Eltern, überhaupt keine Ackerwinde weit und breit zu finden gibt.

Emmelia trabealis
Gattungssuche Emmelia trabealis - Ackerwinden-Bunteulchen
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Nr. 2010.6865kl100 %
6865kl
Emmelia trabealis
Ackerwinden-Bunteulchen
100mm; F/9; 1/400s; ISO 400
Canon EOS 50D
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31.08.2010 - In der Abendsonne...

Weil mein Mittagsspaziergang so erfolgreich war, beschloß ich auf Grund des herrlichen Wetters auch am Abend noch einmal loszuziehen. Diesmal allerdings zu den etwas steileren Hanglagen der Püttberge. An diesen Hängen gibt es viel weniger Vegetation und es dominieren die offenen Sandflächen.

Unter anderem wächst dort der Berg-Haarstrang, ein Doldenblütengewächs, welches bis zu 1m hoch werden kann. Im Juli konnte ich auf seinen Samen­ständen schon die Nördliche Fruchtwanze beo­bachten. Heute allerdings, sah ich schon von Weitem ein kleines buntes Geschöpf an einem Blatt von einer dieser Pflanzen nagen.

Ich konnte mein Glück kaum fassen, nach meinem Fund des Falters vor 10 Tagen, hatte sich doch tatsächlich nun auch noch eine Raupe des seltenen Schwalbenschwanzes hierher "verirrt". Leider war das Licht nicht so toll, aber zu einem Beweißfoto langte es allemal.

Und weil ich heute scheinbar noch nicht genug Bilder mein Eigen nennen konnte, hatte es sich auch noch eine Ritterwanze ein paar Grashalme daneben sehr fotogen gemütlich gemacht.

Lygaeus equestris
Gattungssuche Lygaeus equestris - Ritterwanze
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Nr. 2010.7618kl100 %
7618kl
Lygaeus equestris
Ritterwanze
100mm; F/6.3; 1/30s; ISO 400
Canon EOS 50D
Papilio machaon
Gattungssuche Papilio machaon - Schwalbenschwanz
X
Nr. 2010.7571kl_r100 %
7571kl_r
Papilio machaon
Schwalbenschwanz
100mm; F/6.3; 1/100s; ISO 400
Canon EOS 50D
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15.09.2010 - Endlich auch mal ein Männchen...

... einer Blutroten Heidelibelle - dachte ich mir zumindest. Nach meinen Aufnahmen eines Weibchens dieser Art im Juli, war ich nämlich nun schon längere Zeit auf der Suche nach einem Männchen. Doch leider hatte ich mich zu früh gefreut. Es handelte sich zwar um eine Heidelibelle, jedoch war es diesmal die Gemeine Heidelibelle.

Schön postiert auf einer verblüten Grasnelke, hatte es sich das Tier direkt am Wegesrand meines allabendlichen Spazierganges zum Schlafen gemütlich gemacht. Natürlich konnte ich trotz der "falschen" Art nicht wiederstehen ein paar ansprechende Fotos zu machen.

Sympetrum vulgatum
Gattungssuche Sympetrum vulgatum - Gemeine Heidelibelle
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Nr. 2010.8749kl100 %
8749kl
Sympetrum vulgatum
Gemeine Heidelibelle
100mm; F/6.3; 1/30s; ISO 400
Canon EOS 50D
Sympetrum vulgatum
Gattungssuche Sympetrum vulgatum - Gemeine Heidelibelle
X
Nr. 2010.8781kl100 %
8781kl
Sympetrum vulgatum
Gemeine Heidelibelle
100mm; F/5; 1/100s; ISO 400
Canon EOS 50D
Die Gemeine Heidelibelle gehört, wie alle Heidelibellen, zu den Großlibellen und ist überall bei uns in Deutschland recht häufig. Sie hat ihre Hauptflugzeit in den Monaten Juli bis November und ist in dieser Zeit vor allem an stehenden Gewässern anzuteffen.
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17.09.2010 - Was für ne coole Fliege...

...die mir da auf meiner heutigen abendlichen Pirsch vors Objektiv schwirrte.

Mir war bis dato schon zweimal eine solche Fliege vor die Linse geflogen, leider habe ich sie aber bisher nie zum ruhig sitzenbleiben überreden können.

Da es heute aber recht kühl war, hatte ich Glück und mein Motiv ließ sich diesmal recht geduldig von mir ablichten.

Es handelt sich dabei im Übrigen um eine Raupenfliege - genauer gesagt um Gymnosoma rotundatum.

Alle Raupenfliegen leben im Larven­stadium parasitär in Larven oder Puppen anderer Insekten. Diese Art entwickelt sich z.B. in Baumwanzen, welche die "feindliche Übernahme" nach dem Schlupf der Fliege sogar überleben.

Die erwachsenen Raupenfliegen sind dann allerdings recht harmlose Tiere und ernähren sich hauptsächlich von Blütennektar.
Gymnosoma rotundatum
Gattungssuche Gymnosoma rotundatum - Raupenfliege
X
Nr. 2010.8858d_kl100 %
8858d_kl
Gymnosoma rotundatum
Raupenfliege
100mm; F/18; 1/2s; ISO 200
Canon EOS 50D
Gymnosoma rotundatum
Gattungssuche Gymnosoma rotundatum
Raupenfliege
X
Nr. 2010.8849kl100 %
8849kl
Gymnosoma rotundatum
Raupenfliege
100mm; F/11; 1/5s; ISO 200
Canon EOS 50D
Gymnosoma rotundatum
Gattungssuche Gymnosoma rotundatum
Raupenfliege
X
Nr. 2010.8840kl100 %
8840kl
Gymnosoma rotundatum
Raupenfliege
100mm; F/11; 1/4s; ISO 200
Canon EOS 50D
Gymnosoma rotundatum
Gattungssuche Gymnosoma rotundatum
Raupenfliege
X
Nr. 2010.8843kl100 %
8843kl
Gymnosoma rotundatum
Raupenfliege
100mm; F/11; 1/5s; ISO 200
Canon EOS 50D

Besonders begeistert war ich im Übrigen von ihrem "Bart"...

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18.09.2010 - Endlich...

...hab ich sie wiedergefunden, die Kreuz-Springspinne. Denn als ich vor zwei Jahren schon einmal die Pütt­berge im Rahmen einer Exkursion besuchte, hüpfte mir diese Art hier über den Weg. Damals war es ein erwachsenes Männchen (Bild). Seitdem ich jetzt hier wohne, hoffe ich nun schon die ganze Zeit sie wieder­zufinden. Heute war es dann endlich soweit. Diesmal gab sich allerdings ein Jungtier die Ehre.

Pellenes tripunctatus
Gattungssuche Pellenes tripunctatus - Kreuz-Springspinne juv.Springspinnengalerie
X
Nr. 2010.8877dkl_r100 %
8877dkl_r
Pellenes tripunctatus
Kreuz-Springspinne juv.
100mm; F/11; 1/6s; ISO 200
Canon EOS 50D
Pellenes tripunctatus
Gattungssuche Pellenes tripunctatus - Kreuz-Springspinne juv.Springspinnengalerie
X
Nr. 2010.8880kl_r100 %
8880kl_r
Pellenes tripunctatus
Kreuz-Springspinne juv.
100mm; F/11; 1/6s; ISO 200
Canon EOS 50D

Die Kreuz-Springspinne wird (als Weibchen) bis zu 7 mm groß und ist recht einfach an ihrer typischen Zeichnung auf dem Hinterleib zu erkennen. Sie bevorzugt trockene, warme Lebensräume mit niedriger Vegetation und ist im Süden von Deutschland noch recht häufig - im norddeutschen Flachland hingegen, jedoch ziemlich selten. Nach der roten Liste von Deutschland gilt die Art als gefährdet.

Interessanter Weise besitzen die Tiere scheinbar eine Vorliebe für leere Schneckenhäuser, in denen sie auch oft überwintern. Die selbe Vorliebe hat im Übrigen auch Pellenes nigrociliatus, eine andere Art aus der selben Gattung, welche auch hier vorkommt. Die folgenden Bilder davon stammen allerdings bereits von einem Ausflug in die Püttberge im April diesen Jahres und zeigen ebenfalls ein junges Weibchen.

Pellenes nigrociliatus
Gattungssuche Pellenes nigrociliatus - SpringspinneSpringspinnengalerie
X
Nr. 2010.2614c_kl100 %
2614c_kl
Pellenes nigrociliatus
Springspinne
100mm; F/11; 1/8s; ISO 200
Canon EOS 50D
Pellenes nigrociliatus
Gattungssuche Pellenes nigrociliatus - SpringspinneSpringspinnengalerie
X
Nr. 2010.2692dkl_r100 %
2692dkl_r
Pellenes nigrociliatus
Springspinne
100mm; F/11; 1/4s; ISO 200
Canon EOS 50D

Die Art bevorzugt ähnliche Habitate als Lebenraum wie ihre Schwesternart. Bei ihr wurde zusätzlich aber noch ein weiters Verhalten im Bezug auf Schneckenhäuser beobachtet. Um den meist sehr hohen Temperaturen in ihrem Lebensraum zu entkommen, befestigt das Weibchen mehrere Spinnenfäden am Gehäuse und zieht das Haus an einer Pflanze empor. In diesem freischwebenden Heim werden anschließend die Eier abgelegt und von ihr bewacht. Wenn keine Schneckenhäuser vorhanden sind, werden stattdessen Blätter verwendet.

Auch diese Art steht in Deutschland auf der roten Liste, gilt aber sogar als stark gefährdet!!!

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20.09.2010 - Eidechsenalarm...

Auf dem Rückweg von meiner heutigen Mittagspause machte ich noch einmal kurz halt an einer besonders heißen Stelle meines Makroreviers und da sah ich doch zum ersten Mal, seit meines Umzuges hierher, Zauneidechsen. Es handelt sich allerdings noch um Jungtiere. Natürlich pirschte ich mich gleich auf dem Bauch kriechend an sie heran und erhaschte so auch ein paar Schnappschüsse.

Die Zauneidechse ist in unserer Heimat noch relativ häufig anzutreffen. Sie steht allerdings, wie alle Reptilien in Deutschland, unter Naturschutz. Die Art ist also nicht mehr so häufig, wie sie eigentlich sein sollte ;-)

In ihrem Lebensraum sind die Echsen auf Biotope angewiesen, bei denen sich dicht bewachsene Bereiche mit offenen Abschnit­ten abwechseln. Meistens sind das vom Menschen beeinflußte Lebensräume - z.B. bei Waldränder oder Bahndämme.

Den Winter verbringen sie in Erdlöchern in einer Art Winterstarre. Ich denke meine beiden waren hier gerade auf der Jagd, um sich noch ein wenig Winterspeck dafür anzufressen. So winzig, wie die Kleinen noch waren, hatten sie das jedenfalls noch dringend nötig.

Lacerta agilis
Gattungssuche Lacerta agilis - Zauneidechse
X
Nr. 2010.9203_Test_kl100 %
9203_Test_kl
Lacerta agilis
Zauneidechse
100mm; F/5; 1/200s; ISO 400
Canon EOS 50D
Lacerta agilis
Gattungssuche Lacerta agilis - Zauneidechse
X
Nr. 2010.376kl_r100 %
376kl_r
Lacerta agilis
Zauneidechse
100mm; F/5; 1/60s; ISO 400
Canon EOS 50D

Ich werde im nächsten Jahr dann wohl öfter an dieser Stelle vorbei schauen. Vielleicht kann ich sie ja beim Erwachsenwerden fotografisch begleiten.

Das zweite Bild ist übrigens eine spätere Aufnahme, für die ich aber, wegen meiner Faulheit, nicht extra einen neuen Artikel schreiben wollte. Und hier hin paßt sie ja auch ganz super, wie ich finde.

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21.09.2010 - Es wird Winter...

Zumindest wenn man nach dem Namen meines heutigen "Fundstücks" geht. Heute ist mir nämlich zum ersten Mal in meinem Leben eine Gemeine Winterlibelle über den Weg geflogen. Jedenfalls so, daß ich sie auch als solche erkannt habe.

Sympecma fusca
Gattungssuche Sympecma fusca - Gemeine Winterlibelle
X
Nr. 2010.9142c_kl100 %
9142c_kl
Sympecma fusca
Gemeine Winterlibelle
100mm; F/5; 1/125s; ISO 400
Canon EOS 50D

In Wirklichkeit fliegen die Tiere allerdings hauptsächlich zwischen Mai und Juli.

Ihr Name rührt nur daher, da sie als voll entwickelte Tiere über­wintern. Man kann sie deshalb auch schon mal im Januar oder Februar, an besonders son­nigen Tagen, beim Herum­fliegen beobach­ten.

Früher galt die Gemeine Winter­libelle als stark gefähr­det. Nach neueren Unter­suchungen mußte dies allerdings wieder revidiert werden, da die Art überall in Europa eigentlich recht häufig ist.

Wahrscheinlich wurde sie in der Vergangenheit, auf Grund ihrer guten Tarnung, nur oft übersehen.

Von ihrer Schwesternart, der Sibirischen Winterlibelle, die auch in Deutschland vorkommt (wenn auch viel seltener), unterscheidet sie sich nur durch eine fehlende kleine Ausbuchtung des oberen dunklen Streifens am Thorax. Sehr schön erklärt ist das Merkmal auch auf der Seite www.libellenwissen.de meines Makrofotografen-Freundes Andreas Thomas Hein.
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30.09.2010 - Weiße Punkte auf rotem Grund...

Heute nur mal zwei "Schnappschüsse" von einem Fliegenpilz. Zwischen den beiden Aufnahmen liegt lediglich ein Tag. Es ist schön zu erkennen, wie sich langsam der Hut ausbreitet. Als Bezug für das gesamte Wachstum des Pilzes lassen sich leicht die zwei winzigen Weggefährten nutzen.
Amanita muscaria
Gattungssuche Amanita muscaria - Fliegenpilz
X
Nr. 2010.9438b_kl_r100 %
9438b_kl_r
Amanita muscaria
Fliegenpilz
100mm; F/3.5; 1/400s; ISO 400
Canon EOS 50D
Amanita muscaria
Gattungssuche Amanita muscaria - Fliegenpilz
X
Nr. 2010.9501_9506kl_r100 %
9501_9506kl_r
Amanita muscaria
Fliegenpilz
100mm; F/3.5 (DFF); 1/160s; ISO 200
Canon EOS 50D
Beim ersten Bild handelt sich um eine Offenblende-Aufnahme. Das zweite ist ein Stack aus 6 Einzel­aufnahmen, um die größtmögliche Schärfentiefe zu erreichen, den Hintergrund aber noch so aufgelöst wie möglich zu gestalten.
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01.10.2010 - Ein abendlicher Feuerfalter...

...macht den Anfang im Oktober. Bald werden sie wohl wieder alle ganz verschwunden sein, die großen und kleinen Flattermänner :-(

Der Kleine Feuerfalter ist in Deutschland noch recht häufig anzutreffen. Man begegnet ihm hier dabei in den verschiedensten Lebensräumen, besonders aber mag er eine sehr offene Vegetation und sandige Gebiete. Mit einer Flügelspannweite von ca. 3 cm zählt er aber nicht gerade zu den größten unserer Tagfalter und wird deshalb gern oft übersehen.

Die Raupen des Falters ernähren sich von Ampfergewächsen. Hier in den Püttbergen dürfte es sich da vor allem um Rumex acetosella, den Kleinen Sauerampfer handeln, welcher hier in großer Anzahl vorkommt.

Mein hübscher Freund hatte es sich bereits zum Schlafen auf einer Grasnelke gemütlich gemacht, als ich ihn so fand. Das machte mir das Fotografieren natürlich ungemein leichter.

Lycaena phlaeas
Gattungssuche Lycaena phlaeas - Kleiner Feuerfalter
X
Nr. 2010.9491kl_r100 %
9491kl_r
Lycaena phlaeas
Kleiner Feuerfalter
100mm; F/6.3; 1/60s; ISO 400
Canon EOS 50D
Lycaena phlaeas
Gattungssuche Lycaena phlaeas - Kleiner Feuerfalter
X
Nr. 2010.9456c_kl_r100 %
9456c_kl_r
Lycaena phlaeas
Kleiner Feuerfalter
100mm; F/5.6; 1/200s; ISO 400
Canon EOS 50D
In der Zwischenzeit habe ich allerdings eh gelernt, daß es meist nichts bringt, einem von Blüte zu Blüte fliegenden Schmetterling hinterher zu rennen, nur um ein schönes Foto zu bekommen.

Das wird meist nichts!

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02.10.2010 - Beim herbstlichen Balkonputz...

...lief mir heute ein noch unreifes Männchen einer unserer häufigsten heimischen Krabbenspinnen über die Hände. Ich konnte natürlich nicht widerstehen es entsprechend in Szene zu setzten. Der Balkonputz mußte einstweilen natürlich warten.

Misumena vatia
Gattungssuche Misumena vatia - Veränderliche Krabbenspinne
X
Nr. 2010.9592kl100 %
9592kl
Misumena vatia
Veränderliche Krabbenspinne
100mm; F/11; 1/6s; ISO 200
Canon EOS 50D

Die Veränderliche Krab­ben­spinne heißt so, weil sie ihren Körper farblich an die Farbe ihres jeweiligen Ansitzes anpas­sen kann.

Meistens handelt es sich dabei um Blüten, auf denen die Spinne auf ihre Beute lauert. Zum Farb­wechsel sind allerdings nur die erwachsenen Weib­chen fähig, die eine Größe von bis zu 1 cm erreichen können.

Die Männchen dieser Art sind um ein mehrfaches kleiner und werden nur bis zu 4 mm groß. So sind sie eher unscheinbar und zei­gen ihre wahre Schön­heit erst in der Nahauf­nahme.

Misumena vatia
Gattungssuche Misumena vatia - Veränderliche Krabbenspinne
X
Nr. 2010.9614_15kl100 %
9614_15kl
Misumena vatia
Veränderliche Krabbenspinne
100mm; F/7.1 (DFF); 1/13s; ISO 200
Canon EOS 50D
Misumena vatia
Gattungssuche Misumena vatia - Veränderliche Krabbenspinne
X
Nr. 2010.9600kl100 %
9600kl
Misumena vatia
Veränderliche Krabbenspinne
100mm; F/11; 1/4s; ISO 200
Canon EOS 50D
Ich hoffe, ich sehe den Kleinen im nächsten Jahr dann ausgewachsen auf meinem Balkon wieder.
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08.10.2010 - Zu Besuch bei den Dornfingern...

Leider werden die Tage zunehmend kürzer und meine abendlichen Spaziergänge damit auch. Bei meinem heutigen Rundgang inspizierte ich eine Trockenwiese mit höherer Vegetation etwas genauer.

In ihr waren mir in den letzten Wochen mehrere größere Gespinste aufgefallen, denen ich aber bisher keine große Beachtung geschenkt hatte.

Nach eingehendem Absuchen der Wiese, mußte ich nun zu meinem Erstaunen jedoch feststellen, daß ich das mal lieber hätte tun sollen. Ich war tatsächlich fast jeden Tag an einer Kolonie mit Ammen-Dornfingern vorbei gelaufen.

Beim Ammen-Dornenfinger handelt es sich um eine eigentlich vorwiegend im Mittelmeerraum beheimatete Art. In letzter Zeit jedoch dringt diese Art immer mehr auch nach Mitteleuropa vor. Besonders in wärmebegünstigten Regionen ist sie auch in Deutschland inzwischen nicht selten anzutreffen.

Daß es ihn rund um Berlin auch geben soll, wußte ich natürlich. Daß er aber direkt vor meiner Haustür wohnt, hätte ich nicht gedacht.

Im Übrigen gilt der Ammen-Dornfinger als die giftigste Spinnenart Mitteleuropas, die auch dem Menschen durchaus gefährlich werden kann.

Cheiracanthium punctorium
Gattungssuche Cheiracanthium punctorium - Ammen-Dornfinger
X
Nr. 2010.0020kl_r100 %
0020kl_r
Cheiracanthium punctorium
Ammen-Dornfinger
100mm; F/11; 1/6s; ISO 200
Canon EOS 50D
Auf Grund seiner sehr großen Giftklauen (Cheliceren) kann er mühelos die menschliche Haut durchdringen. Allerdings ist die Wirkung nur ähnlich der eines Wespenstiches - also überhaupt kein Grund zur Sorge.
Cheiracanthium punctorium
Gattungssuche Cheiracanthium punctorium - Ammen-Dornfinger
X
Nr. 2010.9981kl_d_r100 %
9981kl_d_r
Cheiracanthium punctorium
Ammen-Dornfinger
100mm; F/7.1; 1/25s; ISO 200
Canon EOS 50D
Cheiracanthium punctorium
Gattungssuche Cheiracanthium punctorium - Ammen-Dornfinger
X
Nr. 2010.0034_b_kl_r100 %
0034_b_kl_r
Cheiracanthium punctorium
Ammen-Dornfinger
100mm; F/8; 1/8s; ISO 200
Canon EOS 50D

Cheiracanthium punctorium
Gattungssuche Cheiracanthium punctorium - Ammen-Dornfinger
X
Nr. 2010.9999kl_r100 %
9999kl_r
Cheiracanthium punctorium
Ammen-Dornfinger
100mm; F/11; 1/6s; ISO 200
Canon EOS 50D

Mich hat jedenfalls während der knapp einstündigen Session kein Dornfinger gebissen.

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13.10.2010 - Kurze lange Beine...

Schon mehrere Male liefen mir in meinem Makro-Revier seltsame Weberknechte über den Weg. Das Besondere an ihnen waren die für Weberknechte mir recht kurz erscheinenden Beine - bzw. der im Verhältnis zu diesen ziemlich große Körper.

Odiellus spinosus
Gattungssuche Odiellus spinosus - Weberknecht
X
Nr. 2010.0180b_kl_r100 %
0180b_kl_r
Odiellus spinosus
Weberknecht
100mm; F/7.1; 1/6s; ISO 200
Canon EOS 50D

Bisher habe ich sie aber immer krabbeln lassen und sie als Fotomotive ignoriert. Meistens war ich wohl zu faul, da sich Weberknechte auf Grund ihres Körperbaus meines Erachtens im Allgemeinen recht schwierig fotografieren lassen.

Heute war das allerdings anders - ich nahm mir einfach mal die Zeit, um ein paar schöne Fotos in den Kasten zu bekommen. Zum Glück waren dabei auch meine extra dafür gesuchten Motive ziem­lich geduldig und es entstanden einige, wie ich finde, sehenswerte Aufnah­men.

Es handelt sich hierbei im Übrigen um Odiellus spinosus, einen der größten Weber­knechte Mitteleuropas, wie ich später feststellte.

Der Lebensraum dieser Art sind hauptsächlich Sandgebiete - laut Wikipedia, mit deutlicher Vorliebe zu Binnendünen. Kein Wunder also, warum sich die Kleinen hier so wohl fühlen.
Odiellus spinosus
Gattungssuche Odiellus spinosus - Weberknecht
X
Nr. 2010.0282klb_r100 %
0282klb_r
Odiellus spinosus
Weberknecht
100mm; F/8; 1/5s; ISO 200
Canon EOS 50D
Odiellus spinosus
Gattungssuche Odiellus spinosus - Weberknecht
X
Nr. 2010.0319kl_r100 %
0319kl_r
Odiellus spinosus
Weberknecht
100mm; F/7.1; 1/5s; ISO 200
Canon EOS 50D
Odiellus spinosus
Gattungssuche Odiellus spinosus - Weberknecht
X
Nr. 2010.0240b_kl_r100 %
0240b_kl_r
Odiellus spinosus
Weberknecht
100mm; F/5; 1/25s; ISO 200
Canon EOS 50D
Odiellus spinosus
Gattungssuche Odiellus spinosus - Weberknecht
X
Nr. 2010.0299kl_r100 %
0299kl_r
Odiellus spinosus
Weberknecht
100mm; F/10; 1/3s; ISO 200
Canon EOS 50D
Jetzt, wo ich weiß, wie die Ergebnisse aussehen können, sollte es mich nicht wundern, wenn ich im nächsten Jahr nicht noch ein paar mehr Weberknechtarten ins rechte Licht rücken könnte.
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17.10.2010 - Ein Herbstspinnenpärchen...

...beim vorsichtigen Kennenlernen konnte ich heute während eines Spazierganges beobachten. Aber sie waren bei Weitem nicht die Einzigen. Überall wimmelte es heute von Herbstspinnen, die überwiegend alle mit der Erhaltung Ihrer Art beschäftigt waren. Daran kann man erkennen, daß es Herbst ist!
Metellina segmentata
Gattungssuche Metellina segmentata - Herbstspinne
X
Nr. 2010.0472_74kl_r100 %
0472_74kl_r
Metellina segmentata
Herbstspinne
100mm; F/6.3 (DFF); 1/15s; ISO 200
Canon EOS 50D
Metellina segmentata
Gattungssuche Metellina segmentata - Herbstspinne
X
Nr. 2010.0507b_kl_r100 %
0507b_kl_r
Metellina segmentata
Herbstspinne
100mm; F/11; 1/13s; ISO 200
Canon EOS 50D
Herbstspinnen erreichen eine Körperlänge von 6-9 mm und sind vor allem im Herbst sehr aktiv. Sie bewohnen vorwiegend die Kraut- und Strauchschicht in Wäldern und sind überall in Deutschland recht häufig. So auch hier!
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20.10.2010 - Der Rest...

Die kommenden Tage werde ich im sommerlichen Kreta verbringen, deshalb hier nur noch schnell die übriggebliebenen, aber für mich dennoch zeigenswerten Fotos aus den oktoberlichen Püttbergen. Die Aufnahmen stammen von unterschiedlichen Tagen.

Die ersten beiden zeigen eine Säbeldornschrecke, die ich schon Anfang Oktober fotografiert habe. Es handelt sich dabei um eine in Deutschland sehr weit verbreitete Art. Ihre Häufigkeit nimmt in Richtung Norden allerdings immer mehr ab. Um so mehr freut es micht, sie hier in Berlin beobachten zu können.

Tetrix subulata
Gattungssuche Tetrix subulata - Säbeldornschrecke
X
Nr. 2010.9885kl_r100 %
9885kl_r
Tetrix subulata
Säbeldornschrecke
100mm; F/8; 1/5s; ISO 200
Canon EOS 50D
Tetrix subulata
Gattungssuche Tetrix subulata - Säbeldornschrecke
X
Nr. 2010.9872kl_r100 %
9872kl_r
Tetrix subulata
Säbeldornschrecke
100mm; F/9; 1/4s; ISO 200
Canon EOS 50D

Und dann noch ein Schwebfliegenpärchen, welches sich leider nicht näher bestimmen ließ, und eine mir unbekannte Schlupfwespe. Bei der Wespe konnte ich aber mit Hilfe einiger Fachleute wenigstens bis zum Familiennamen vorstoßen.

Gattungssuche Schwebfliegenpaar
X
Nr. 2010.9839kl_r100 %
9839kl_r
Schwebfliegenpaar100mm; F/9; 1/8s; ISO 200
Canon EOS 50D
Cryptinae
Gattungssuche Cryptinae - Unbekannte Schlupfwespe
X
Nr. 2010.9559kl_r100 %
9559kl_r
Cryptinae
Unbekannte Schlupfwespe
100mm; F/4.5; 1/100s; ISO 400
Canon EOS 50D
Es sieht so aus, als ob es bald hier nichts mehr zu fotografieren gibt!
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27.03.2011 - Zebras am Müggelsee...

Inzwischen ist die Frühlingssonne schon sehr warm und so war es auch kein Wunder, daß uns bei unserem heutigen Sonntagsspaziergang einige Insekten und Spinnen über den Weg liefen. Vorrausschauenderweise hatte ich deshalb natürlich meine Kamera mitgenommen. Unser Spaziergang führte uns zum Müggelsee.

Und siehe da, das Glück war mir heute sogar außergewöhnlich hold. Die Außenwände des maroden Strandbades und die Mauern am Wegesrand waren schon so sehr aufgeheizt, daß es überall an ihnen nur so von Zebraspringspinnen wimmelte. Sie wärmten sich dort auf und warteten geduldig auf ihre erste Beute in diesem Jahr. Genauso geduldig wartete meine Freundin dann auf mich, bis ich mein Shooting mit den sehr flinken Tierchen nach ca. einer Stunde beendet hatte.

Salticus scenicus
Gattungssuche Salticus scenicus - Zebraspringspinne juv.Springspinnengalerie
X
Nr. 2011.3687kl_r100 %
3687kl_r
Salticus scenicus
Zebraspringspinne juv.
100mm; F/7.1; 1/800s; ISO 400
Canon EOS 50D
Salticus scenicus
Gattungssuche Salticus scenicus - Zebraspringspinne juv.Springspinnengalerie
X
Nr. 2011.3688kl_r100 %
3688kl_r
Salticus scenicus
Zebraspringspinne juv.
100mm; F/7.1; 1/640s; ISO 400
Canon EOS 50D

Die Zebraspringspinne ist eine unserer häufigsten einheimischen Springspinnen und vor allem im Siedlungs­bereich überall recht häufig anzutreffen. Man findet sie dort hauptsächlich an Mauern und Gebäuden. Sie wartet hier auf ihre Beute (meistens Fliegen) und schleicht sich dann ähnlich eines Raubtieres sehr nahe an diese heran. Ein blitzschneller Sprung auf das Opfer beendet schließlich die Jagd. Durch einen vorher an der Mauer befestigten Sicherheits­faden schützt sich die kleine Spinne samt ihrer Beute vor dem Absturz.

Salticus scenicus
Gattungssuche Salticus scenicus - Zebraspringspinne juv.Springspinnengalerie
X
Nr. 2011.3730kl_r100 %
3730kl_r
Salticus scenicus
Zebraspringspinne juv.
100mm; F/8; 1/100s; ISO 400
Canon EOS 50D
Salticus scenicus
Gattungssuche Salticus scenicus - Zebraspringspinne juv.Springspinnengalerie
X
Nr. 2011.3717kl_r100 %
3717kl_r
Salticus scenicus
Zebraspringspinne juv.
100mm; F/8; 1/100s; ISO 400
Canon EOS 50D

Als Auftakt für diese Saison gleich ein paar Springspinnen - was will man mehr!

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10.04.2011 - Frau gesucht...

Nachdem es mir im vorigen Herbst in Jüterbog bereits gegönnt war mehrere Männchen der in Deutschland so seltenen Dünen-Springspinne zu beobachten, wollte ich heute endlich ein Weibchen vor die Linse bekommen. Allerdings brauchte ich dazu nicht mehr bis Jüterbog fahren, sondern ein Ausflug in die Schönower Heide sollte dafür genügen. Ich besuchte diese Gegend bereits im vorigen Herbst, konnte damals aber keinen der hübschen Springer finden. Von Freunden wußte ich allerdings, daß die Art hier vorkommt. Es hieß also auf besseres Wetter warten - heute war es nun soweit.

Und meine Ahnung war richtig. Schon nach wenigen Schritten hüpfte mir das erste Männchen vor die Füße.

Yllenus arenarius
Gattungssuche Yllenus arenarius - Dünen-Springspinne ♂Springspinnengalerie
X
Nr. 2011.4551kl_r100 %
4551kl_r
Yllenus arenarius
Dünen-Springspinne ♂
100mm; F/8; 1/60s; ISO 200
Canon EOS 50D
Yllenus arenarius
Gattungssuche Yllenus arenarius - Dünen-Springspinne ♂Springspinnengalerie
X
Nr. 2011.4561kl_r100 %
4561kl_r
Yllenus arenarius
Dünen-Springspinne ♂
100mm; F/11; 1/40s; ISO 200
Canon EOS 50D
Der Fund eines Weibchens hat dann allerdings ein wenig länger gedauert. Die Weibchen hüpfen nämlich nicht so umher wie ihre männlichen Artgenossen, sondern warten meist, perfekt getarnt, unter einem Grasbüschel auf Beute oder einen potentiellen Partner. Mein Weibchen hatte wohl eher Hunger, als Lust auf Sex. Mit ihrer Beute, einer kleinen Spinne, war sie in ihrer Deckung jedenfalls fast nicht zu sehen.
Yllenus arenarius
Gattungssuche Yllenus arenarius - Dünen-Springspinne ♀Springspinnengalerie
X
Nr. 2011.4505kl_r100 %
4505kl_r
Yllenus arenarius
Dünen-Springspinne ♀
100mm; F/11; 1/30s; ISO 400
Canon EOS 50D
Und nachdem mein Auge nun geschult war, fand ich auf einmal auch noch mehr der kleinen Schönheiten.
Yllenus arenarius
Gattungssuche Yllenus arenarius - Dünen-Springspinne ♀Springspinnengalerie
X
Nr. 2011.4518kl_r100 %
4518kl_r
Yllenus arenarius
Dünen-Springspinne
100mm; F/11; 1/15s; ISO 200
Canon EOS 50D
Yllenus arenarius
Gattungssuche Yllenus arenarius - Dünen-Springspinne ♀Springspinnengalerie
X
Nr. 2011.4531kl_r100 %
4531kl_r
Yllenus arenarius
Dünen-Springspinne
100mm; F/8; 1/125s; ISO 200
Canon EOS 50D
Durch das ständig wechselnde Licht sind übrigens sehr verschiedenen Farbstimmungen entstanden. Und zum Schluß, als meine Models keine Lust mehr hatten, haben sich beide einfach eingegraben.
Yllenus arenarius
Gattungssuche Yllenus arenarius - Dünen-Springspinne ♀Springspinnengalerie
X
Nr. 2011.4579kl_r100 %
4579kl_r
Yllenus arenarius
Dünen-Springspinne ♀
100mm; F/11; 1/80s; ISO 200
Canon EOS 50D
Yllenus arenarius
Gattungssuche Yllenus arenarius - Dünen-Springspinne ♂Springspinnengalerie
X
Nr. 2011.4572kl_r100 %
4572kl_r
Yllenus arenarius
Dünen-Springspinne ♂
100mm; F/7.1; 1/160s; ISO 400
Canon EOS 50D

Kein Wunder also, daß man die Kleinen so selten zu Gesicht bekommt! Ein paar weitere Infos zur Art gibt es noch in meinem letztjährigen Bericht zu Yllenus arenarius in der Binnendünenlandschaft von Jüterbog.

Auf dem Heimweg begegnete mir schließlich mit dem Sand-Steppenrüssler noch ein anderer Vertreter sandiger und trockener Lebensräume, den ich bis dahin noch nie zu Gesicht bekommen hatte. Dieser seltene Käfer gehört zu der Familie der Rüsselkäfer und ist in Deutschland aufgrund seiner spezifischen Lebensraumansprüche stark gefährdet.

Coniocleonus hollbergi
Gattungssuche Coniocleonus hollbergi - Sand-Steppenrüssler
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Nr. 2011.4646kl_r100 %
4646kl_r
Coniocleonus hollbergi
Sand-Steppenrüssler
100mm; F/7.1; 1/15s; ISO 200
Canon EOS 50D
Coniocleonus hollbergi
Gattungssuche Coniocleonus hollbergi - Sand-Steppenrüssler
X
Nr. 2011.4642ckl_r100 %
4642ckl_r
Coniocleonus hollbergi
Sand-Steppenrüssler
100mm; F/7.1; 1/30s; ISO 200
Canon EOS 50D
Im Großen und Ganzen ein sehr interessanter und ereignisreicher Tag. Wenn das so weiter geht...
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08.06.2011 - Ach diese Heide...

Heute war einmal mehr die Schönower Heide mein Ziel - inzwischen schon fast eins meiner Lieblingsreviere. Von einen Freund hatte ich gehört, daß sich hier im Augenblick in großer Zahl die Gelbe Mordfliege tummelt. Und tatsächlich, überall am Wegesrand sah man sie auf erhöhtem Posten nach Beute ausschauhalten.

Laphria flava
Gattungssuche Laphria flava - Gelbe Mordfliege ♂Raubfliegenprojekt
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Nr. 2011.7917kl_r100 %
7917kl_r
Laphria flava
Gelbe Mordfliege ♂
100mm; F/11; 1/8s; ISO 200
Canon EOS 50D

Es ist schon interessant diese Riesen unter den Raubfliegen aus der Nähe beobachten zu können. Die größten von ihnen waren meiner Meinung nach fast 3 cm groß.

Die Gelbe Mordfliege kommt fast in ganz Europa vor. Sie bevorzugt dabei Lichtungen und sonnige Waldränder als ihr Revier. Ihre Hauptflugzeit ist von Juni bis Juli.

Wie alle anderen Raubfliegen jagt sie ihre Beute im Flug. Bei ihren kurzen Rundflügen kehrt sie dabei typischerweise immer wieder zu ihrem gewählten "Ausguck" zurück. Man kann schön beobachten, wie von dort jedes vorbeifliegene Insekt sofort wahrge­nommen und auf seinen Beutestatus abgecheckt wird.

Sonst war allerdings sehr wenig los. Vielleicht war es selbst den meisten meiner potentiellen Motive bei schwülwarmen 23 Grad früh morgens um 8.00 Uhr schon zu warm. Mir auf jeden Fall!

So begnügte ich mich lediglich noch mit zwei Kleinschmetterlingen. Der erste war ein Ockergelber Blattspanner. Er fiel mir durch seine knallige gelbe Farbe auf und daß er, ständig mit dem Wind kämpfend, mehr von einem Ansitz zum nächsten geweht wurde, als daß er flog.

Camptogramma bilineata
Gattungssuche Camptogramma bilineata - Ockergelber Blattspanner
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Nr. 2011.7925kl_r100 %
7925kl_r
Camptogramma bilineata
Ockergelber Blattspanner
100mm; F/11; 1/25s; ISO 200
Canon EOS 50D
Camptogramma bilineata
Gattungssuche Camptogramma bilineata - Ockergelber Blattspanner
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Nr. 2011.7945kl_r100 %
7945kl_r
Camptogramma bilineata
Ockergelber Blattspanner
100mm; F/13; 1/20s; ISO 200
Canon EOS 50D

Der ca. 3 cm große Falter gehört zur Familie der Spanner. In Europa ist er weit verbreitet und überall recht häufig. Er stellt dabei keine großen Ansprüche an seinen Lebensraum. Die Falter sind tag- oder dämmerungs­aktiv und ernähren sich von Blütennektar. In zwei Generationen fliegen sie von Mitte Mai bis in den September hinein. Aufgrund der weißen und dunklen Querlinien ist die Art eigentlich unverwechselbar.

Der zweite Falter, der vor mein Objektiv flatterte, war noch winziger. Ein ca. 1,5 cm großer und mir bisher Unbekannter Zünsler hatte es sich auf einem Holzstamm am Wegesrand gemütlich gemacht.

Obwohl ich schon auf dem Heimweg war, konnte ich mir diese Chance natürlich nicht entgehen lassen. Trotz der Unscheinbarkeit des Falters hat sich der kleine Stop doch gelohnt, wie ich finde.

Besonders toll kommt auf dem Foto der buschige Rüssel des Tieres zur Geltung. In freier Natur sieht man davon nämlich, bei dieser Größe, normalerweise rein gar nichts.

Falls mir irgendjemand diesen Zünsler noch bestimm­en könnte, wäre ich ihm sehr dankbar. Bis dahin muß ich erst einmal auf Informationen zur Art verzichten.

Crambidae ssp.
Gattungssuche Crambidae ssp. - Unbekannter Zünsler
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Nr. 2011.7981kl_r100 %
7981kl_r
Crambidae ssp.
Unbekannter Zünsler
100mm; F/6.3; 1/100s; ISO 400
Canon EOS 50D

Die restlichen Fotos sind, aufgrund des heute ständig wehenden Windes, eher nicht so zeigenswert und so ist die Bildausbeute dieses Ausfluges eher mager. Doch allein die wunderschöne Landschaft und die Artenvielfalt begeistern mich hier jedesmal aufs Neue - und allein das ist für mich schon Lohn genug.

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13.06.2011 - Badespaß am Werlsee...

Den Nachmittag des diesjährigen Pfingstsonntags verbrachten wir relaxend und badend mit Freunden am Werlsee, in der Nähe von Erkner. Auch wenn die grelle Nachmittagssonne eigentlich eher nicht zum fotografieren einludt, war meine Kamera natürlich trotzdem mit am Start.

Ischnura elegans
Gattungssuche Ischnura elegans - Große Pechlibelle ♂
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Nr. 2011.8229kl_r100 %
8229kl_r
Ischnura elegans
Große Pechlibelle ♂
100mm; F/5.6; 1/400s; ISO 400
Canon EOS 50D

Viele Bilder entstanden am Ende aber wirklich nicht - genaugenommen eigentlich nur eins - und zwar das einer Großen Pechlibelle, die sich tief im Schilfgürtel des Sees versteckt hielt. Es war also ziemlich schwer, das Tier auf dem Bild freizustellen. Diese Tatsache und die, daß es sich dabei noch dazu um eine Freihandaufnahme handelt, machen das Bild, trotz seiner kleinen Makel, für mich zeigenswert.

Die Große Pechlibelle gehört zu den Kleinlibellen. Ihren Namen verdankt sie ihrem, bis auf das blaue "Schlußlicht", pechschwarzen Körper. Die Männchen weisen am Kopf und Thorax weitere blaue Partien auf, während die Weibchen dort auch in anderen Farb­tönen, wie beispielsweise lila, gefärbt sein können.

Die Art hat recht geringe Ansprüche gegenüber ihrem Lebensraum und kommt daher überall noch recht häufig vor. Die Große Pechlibelle gilt deshalb in Deutschland auch als "nicht gefährdet" und wird in einigen Gegenden sogar als die häufigste Libellenart angegeben.

Die Flugzeit der Art geht von Mitte Mai bis in den September hinein. Wenn es zur Ausbildung einer zweiten Generation kommt, kann sie sich jedoch noch bis in den Oktober hinein verlängern. Das ist allerdings eher die Ausnahme und nur in klimatisch begünstigten Gebieten der Fall.

Zu erwähnen wäre noch, daß die Eiablage bei dieser Art nicht im Tandemflug zusammen mit dem Männchen, sondern stets allein vom Weibchen durchgeführt wird. Dies ist für Schlanklibellen nämlich eher ungewöhlich.

Es waren natürlich noch eine Vielzahl weiterer Libellen am See unterwegs. Die meisten von ihnen sah ich jedoch nur im Vorbeifliegen oder sie waren für ein Shooting einfach zu ungeduldig. Ich denke, ich werde den Werlsee bei Gelegenheit mal in den frühen Morgenstunden mit meinem Stativ besuchen müssen.

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03.09.2011 - Auf Schlauchsuche...

Meine heutige Exkursion führte mich zusammen mit einem Spinnenfachmann zum Pfefferfließ südlich von Berlin. Das Ziel war es endlich einmal eine Tapezierspinne vor mein Objektiv zu bekommen.

Doch erst einmal begegnete uns ein Teichmolch-Baby, welches gerade durch das Unterholz kroch. Es war nur circa 3 cm groß und wenn es sich nicht zufällig in diesem Moment bewegt hätte, wäre dieser kleine Zwerg wohl nie vor meine Linse geraten.

Molche gehören zur Klasse der Amphibien. Der Teich­molch ist dabei die häufigste der fünf in Deutschland vorkommenden Arten. Er ist in seinen Lebens­raum­ansprüchen recht flexibel und kommt sowohl in offenen Landschaften als auch in dicht bewaldeten Regionen vor.

Da sich seine Larven, wie die der meisten Lurche, im Wasser entwickeln, ist allerdings das Vorhandensein von geeigneten Laichge­wäs­sern eine Grundvor­aus­setzung für sein Vor­kommen.

Bis zum Juli haben die meisten paarungswilligen Erwachsenen und auch die inzwischen geschlüpften Jungtiere das Gewässer wieder verlassen, um für den Rest des Jahres an Land zu leben. Interessant zu erwähnen ist, daß die Molche dabei sogar ihre Erscheinungsform ändern.

Lissotriton vulgaris
Gattungssuche Lissotriton vulgaris - Teichmolch
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Nr. 2011.1474kl_r100 %
1474kl_r
Lissotriton vulgaris
Teichmolch
100mm; F/5; 1/15s; ISO 200
Canon EOS 50D

Der Teichmolch gilt laut Roter Liste von Deutschland zwar nicht als gefährdet, ist aber laut Bundes­natur­schutzgesetz eine besonders geschütze Art - wie im Übrigen alle europäischen Reptilien und Amphibien.

Inzwischen hatte mein Begleiter nun auch die ersten Wohnungen des eigentlichen Objektes meiner Begierde ausfindig gemacht. Es handelte sich dabei um bis zu 40 cm lange gesponnene Schläuche, die einer sehr interessanten Spinnenart als Domizile dienen. Nur die letzten Zentimeter schauen dabei aus dem lockeren Sandboden heraus und sind nochdazu meist gut getarnt. Allein hätte ich sie deshalb auch niemals gefunden. Wenn man allerdings einen so kompetenten Begleiter wie ich dabei hat, der einem zeigt wo genau zu suchen und auf welche veräterische Spuren zu achten ist, wird man recht schnell fündig.

Atypus affinis
Gattungssuche Atypus affinis - Tapezierspinne (Wohnschlauch)
X
Nr. 2011.1534kl_r100 %
1534kl_r
Atypus affinis
Tapezierspinne (Wohnschlauch)
100mm; F/4; 1/125s; ISO 400
Canon EOS 50D

Ein weiteres Problem ist jedoch, daß sich die Spinne tagsüber meistens ganz am Boden dieser Wohn­röhre aufhält und man so höchstens mit einem En­doskop ein paar Fotos von ihr bekommen könnte ;-)

Als Lösung hilft da nur - graben - und das am Besten sehr vorsichtig, damit dem empfindlichen Bauwerk und der Spinne nichts passiert. Und nach einer viertel Stunde Arbeit saß es dann vor mir - ein ausgewachsenes Weibchen einer Tapezierspinne der Art Atypus affinis .

Zusammen mit zwei weiteren Arten der selben Gattung bilden sie die einzigen Vertreter der Vogel­spinnenartigen in Mitteleuropa. Alle anderen Vertre­ter dieser Unterordnung der Webspinnen leben eher in wärmeren Gefilden.

Doch auch die drei mitteleuropäischen Arten haben eine besondere Vorliebe für trockene und sonnige Standorte. Besonders am Rand von lichten Kiefernwäldern findet man ihre Kolonien. Die Röhreneingänge liegen dabei meist im Gras oder unter Totholz verborgen.

Atypus affinis
Gattungssuche Atypus affinis - Tapezierspinne
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Nr. 2011.1523kl_r100 %
1523kl_r
Atypus affinis
Tapezierspinne
100mm; F/8; 1/15s; ISO 400
Canon EOS 50D
Atypus affinis
Gattungssuche Atypus affinis - Tapezierspinne
X
Nr. 2011.1484bkl_r100 %
1484bkl_r
Atypus affinis
Tapezierspinne
100mm; F/11; 1/3s; ISO 200
Canon EOS 50D

Selbst in der Nacht verlassen die Tiere diese Gespinstschläuche nicht, sondern kommen lediglich bis in den gut getarnten oberirdischen Teil und warten bis ein Beutetier darüberläuft. Sobald das geschieht, beißt die Spinne mit ihren kräfigen Chelizeren durch die Schlauchwand hindurch. Die so gelähmte Beute wird dann durch die Röhrenhülle gezogen und das entstandene Loch sofort wieder verschlossen.

Nach dem erfolgreichen Abschluß des Shootings, welches sich aufgrund eines defekten Fernauslösers und eher mangelhaftem Lichtes schwieriger gestaltete als erwartet, folgte noch ein Spaziergang durch einen kleinen Teil dieser wunderschönen reich strukturierten Landschaft. Dabei begegneten uns noch allerlei weitere Tiere, die es aber aufgrund von Zeitmangel alle nicht auf meinen Chip geschafft haben.

Lediglich an einer noch sehr kleinen Raupe eines Wermut-Mönchs konnte ich einfach nicht vorbei­gehen. Da ich seine Schwesterart erst vor kurzen in den Püttbergen fotografiert hatte, wollte ich der Vollständigkeit halber auch ein Bild der Raupe dieses Schmetterlings mein Eigen nennen.

Wie der Beifuß-Mönch ernähren sich auch die Raupen dieses Vertreters der Eulen-Falter hauptsächlich von Beifußarten. Gelegentlich kann man sogar beide zusammen auf ein und der selben Futterpflanze beobachten.

Eine weitere Gemeinsamkeit ist seine Vorliebe für trockene und oft sandige Magerrasen. In Deutsch­land steht die Art, aufgrund des rapiden Rückgangs dieser Landschaftsformen, deshalb auch auf der Vor­warnstufe zur Roten Liste.

Cucullia absinthii
Gattungssuche Cucullia absinthii - Wermut-Mönch
X
Nr. 2011.1562_64kl_r100 %
1562_64kl_r
Cucullia absinthii
Wermut-Mönch
100mm; F/8 (DFF); 1/10s; ISO 200
Canon EOS 50D

Im Großen und Ganzen war diese Exkursion für mich sehr lehrreich und besonders im Hinblick auf die herrliche Natur ein echtes Erlebnis. Vielen Dank für die kompetente Führung an Lars Frimann!

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04.09.2011 - Sonntagsausflug...

Nach meiner gestrigen sehr erfolgreichen Exkursion zum Pfefferfließ sollte unser heutiger sonntäglicher Familien-Ausflug gleich das nächste Highlight des Jahres für mich parat halten. Es ging einmal mehr in die Schönower Heide, die um diese Jahreszeit durch das überall blühende Heidekraut nicht nur in makrofoto­grafischer Hinsicht ein lohnendes Ziel ist.

Mein Interesse galt allerdings weniger dem rosa­farbenen Teppich als Fotomotiv sondern viel mehr der sehr seltenen Roten Röhrenspinne, die hier eines ihrer wenigen Vorkom­men im Land Branden­burg besitzt. Im August und September ziehen nämlich die ansonsten in ihren Röhren versteckt lebenden Männchen dieser sehr hübsch gefärbten Spinnenart auf der Suche nach paarungswilligen Weibchen umher.

Eresus kollari
Gattungssuche Eresus kollari - Rote Röhrenspinne
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Nr. 2011.1644kl_r100 %
1644kl_r
Eresus kollari
Rote Röhrenspinne
100mm; F/8; 1/15s; ISO 200
Canon EOS 50D

Schon im vorigen Frühherbst war ich hier deshalb unterwegs - leider ohne Erfolg.

Vielleicht hatte ich auch einfach zu sehr danach gesucht, denn auch heute fand ich beim Suchen zwischen den Heidebüschen und auf den offenen Sandflächen kein einziges Exemplar.

Aber zum Glück hatte ich ja noch meine Freundin dabei, die, als von mir angelernte "Jung-Forscherin", inzwischen sehr aufmerksam und mit offenen Augen durch die Natur geht. Sie lief nämlich, im Gegensatz zur mir, einfach nur den offiziellen Rundweg entlang und erspähte doch tatsächlich am Wegesrand das Objekt meiner Begierde. Einen kurzen Ruf später saß es dann auch schon vor meiner Linse.

Die Rote Röhrenspinne ist zwar überall in Mittel- und Südeuropa weit verbreitet, bei uns in Deutschland aber lediglich in klimatisch begünstigten Gebieten anzutreffen. Aufgrund ihrer Seltenheit gilt sie nach der Roten Liste von Deutschland als stark gefährdet und ist gesetzlich geschützt.

Eresus kollari
Gattungssuche Eresus kollari - Rote Röhrenspinne
X
Nr. 2011.1639bkl_r100 %
1639bkl_r
Eresus kollari
Rote Röhrenspinne
100mm; F/11; 1/6s; ISO 200
Canon EOS 50D
Eresus kollari
Gattungssuche Eresus kollari - Rote Röhrenspinne
X
Nr. 2011.1668_70kl_r100 %
1668_70kl_r
Eresus kollari
Rote Röhrenspinne
100mm; F/10 (DFF); 1/4s; ISO 200
Canon EOS 50D

Vor allem in warmen und trockenen Lebensräumen, wie Binnendünen und Heidegebieten kann man die in Kolonien lebende Spinne antreffen. Dort graben sie an geeigneten windgeschützten Stellen ihre Wohn­röhren in den Boden und kleiden diese anschließend mit Seide aus. Oberirdisch endet die Röhre in einem auf der Erde liegenden und meist gut getarnten Netz, welches der Spinne zum Beutefang dient.

Da es für mich ein echtes Erlebnis war, diesem wunderschönen Tier einmal in natura begegnen zu dürfen, konnte ich mich kaum von ihm losreisen und es wieder seiner Wege ziehen lassen. Aber irgendwann war es dann soweit und schließlich gab es ja auch noch mehr zu sehen.

Xysticus sabulosus
Gattungssuche Xysticus sabulosus - Krabbenspinne
X
Nr. 2011.1701kl_r100 %
1701kl_r
Xysticus sabulosus
Krabbenspinne
100mm; F/5.6; 1/200s; ISO 800
Canon EOS 50D
Xysticus sabulosus
Gattungssuche Xysticus sabulosus - Krabbenspinne
X
Nr. 2011.1717kl_r100 %
1717kl_r
Xysticus sabulosus
Krabbenspinne
100mm; F/5.6; 1/250s; ISO 800
Canon EOS 50D

Zum Bespiel war da ein Exemplar von Xysticus sabulosus, einer bei uns sehr seltenen Krabbenspinne, die ich bereits im vorigen Jahr in der Schönower Heide fotografieren konnte. Mein heutiger Fund war allerdings nicht ganz so knallig gefärbt, wie der vom letzten Jahr.

Diesmal habe ich unser Zusammentreffen aber eher für ein paar fotografische Experimente genutzt. Besonders das etwas expressionistisch anmutende Offenblende-Bild hat es mir angetan - das knallige Rot der Flechten und die insgesamt sehr surreal wirkende Umgebung find ich einfach klasse.

Aber viel Zeit blieb mir nicht, denn ein weiteres tolles Motiv wartete schon. Und wieder war es meine Freundin, die am Wegesrand fündig wurde, während ich einmal mehr durch die Heidebüsche kroch.

Sie hatte doch tatsächlich ein noch sehr junges Exemplar einer Schlingnatter entdeckt. Es sonnte sich direkt am Wegesrand. Der Größe von höchstens 20 cm nach zu urteilen, konnte sein Schlupf noch nicht allzulange her sein.

Schlingnatter gebähren ihren Nachwuchs nämlich, im Gegensatz zu der auch bei uns vorkommenden Ringelnatter, lebend, das heißt, sie legen keine Eier, sondern bringen vollentwickelte Junge zur Welt. Und ein solches Exemplar hatten wir hier nun vor uns.

Die Art ist in ganz Europa weit verbreitet und kommt hier sowohl in der Ebene als auch im Gebirge bis in 2000 Meter Höhe vor. Da die Schlange eine trockenheits- und wärmeliebende Art ist, sind aller­dings Lebensräume dieser Art eine Voraus­setzung für ihr Vorkommen. Der Biotoptyp selbst spielt da eher eine untergeordnete Rolle. Abhängig von der Landschaft können das Heiden, Magerrasen, Hochmoore, Waldränder oder aber auch alpine Geröllhalden sein.

In Deutschland kommt die Glattnatter, wie sie auch genannt wird, nicht flächendeckend vor und ist hier vor allem in den wärmebegünstigten Regionen anzu­treffen vor. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt dabei in den Weinbauregionen Süddeutschlands und den Heidegebieten Brandburgs.

In Deutschland steht die Art als "gefährdet" auf der Roten Liste und gilt außerdem, laut FFH-Richtlinie, als streng zu schützende Art.

Coronella austriaca
Gattungssuche Coronella austriaca - Schlingnatter
X
Nr. 2011.1773kl_r100 %
1773kl_r
Coronella austriaca
Schlingnatter
100mm; F/6.3; 1/160s; ISO 400
Canon EOS 50D

Zur Feier des Tages und als Belohnung für den heutigen Sieger bei der Motivsuche, habe ich übrigens ein Schlangen-Foto ausgesucht, welches meine Freundin gemacht hat. Lediglich die Kamerakonfiguration oblag mir bei dieser Einstellung. Ein wirklich schönes Bild wie ich finde!

Auf dem Weg zum Auto krabbelte uns dann noch ein Großer Kiefernprachtkäfer vor die Füße. Naja, eigentlich sonnte er sich gerade auf einem der Baumstämme, die hier als Wegabgrenzung dienen und entdeckt wurde er - na, man kann es schon erahnen - nicht von mir!

Chalcophora mariana
Gattungssuche Chalcophora mariana - Großer Kiefernprachtkäfer
X
Nr. 2011.1794kl_r100 %
1794kl_r
Chalcophora mariana
Großer Kiefernprachtkäfer
100mm; F/8; 1/8s; ISO 200
Canon EOS 50D

Auch bei diesem Fund handelt es sich wieder um eine gefährdete Art, die in vielen Bundesländern auf der Roten Liste steht. In Brandenburg ist das aber momentan noch nicht der Fall. Die hier ausreichend vorhandenen sandigen und war­men Kiefernwälder bieten den Käfern einen opti­malen Lebensraum.

Eine weitere Voraussetzung für sein Vorkommen ist das ausreichende Vorhandensein von Totholz, in dem sich die bis zu 8 cm großen Larven des Käfers entwickeln können.

Die Käfer werden mit etwas mehr als 3 cm Körper­größe nicht ganz so groß, sind damit aber immer noch viel größer als die meisten anderen bei uns heimischen Käferarten.

Ein fotgrafische Herausforderung stellt der in natura in allen Farben schillernde Panzer dieses Käfers dar. Auf einem Foto führt eine solche Oberfläche meist zu sehr unschönen Reflektionen. Die habe ich hier versucht, mit Hilfe eines Polfilters, ein wenig abzumildern.

Nun hieß es aber schnell zum Auto, daß mir nicht aus Versehen noch etwas vor die Linse kriecht, denn irgendjemand muß ja auch die ganzen Fotos sichten, webtauglich machen und vorallem den ganzen Text dazu schreiben ;-)

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23.09.2011 - Spinnen statt Panzer...

Mein heutiger Ausflug führte mich mit zwei befreundeten Fotografen in die Reicherskreuzer Heide. Große Teile dieses Gebietes wurden zu DDR-Zeiten als Truppenübungsplatz genutzt, was zur Folge hatte, daß sich in diesem abgeschlossenen Gebiet eine sehr große Artenvielfalt ungestört entwickeln konnte.

Der Hauptgrund für mein Interesse war, daß sich hier eines der sehr wenigen Vorkommen der Gold­augenspringspinne in Ostdeutschland befindet. Sie ist die größte bei uns einheimische Springspinne.

Ihr Hauptverbreitungsgebiet hat die Art eigentlich im Mittelmeerraum. Nördlich der Alpen kommt sie sonst nur noch in ausgesprochenen Wärmegebieten, wie etwa dem Elsass oder dem Kaiserstuhl, vor.

Dort lebt die Spinne meist auf trockenen und vege­tationslosen Schotterflächen sowie an Felsen und Mauern. Interessanterweise bevorzugt sie in den brandenburgischen und sächsischen Heidegebieten jedoch vorwiegend junge Kiefern als ihr Revier.

Genau an solchen konnten wir sie auch aufspüren!

Philaeus chrysops
Gattungssuche Philaeus chrysops - Goldaugenspringspinne ♀Springspinnengalerie
X
Nr. 2011.2217_18kl_r100 %
2217_18kl_r
Philaeus chrysops
Goldaugenspringspinne ♀
100mm; F/7.1 (DFF); 1/30s; ISO 200
Canon EOS 50D
Philaeus chrysops
Gattungssuche Philaeus chrysops - Goldaugenspringspinne ♀Springspinnengalerie
X
Nr. 2011.2208kl_r100 %
2208kl_r
Philaeus chrysops
Goldaugenspringspinne ♀
100mm; F/11; 1/6s; ISO 200
Canon EOS 50D

Unsere Hoffnung eins der knallrot gefärbten Männ­chen dieser Art zu finden, erfüllte sich leider nicht. Jahreszeitlich bedingt entdeckten wir nur junge Weibchen - die dafür jedoch in sehr großer Anzahl.

Aber auch das war für mich Highlight genug, denn bisher kannte ich die Art nur vom Mittelmeer. Dort sieht die Körperzeichnung der Weibchen allerdings total anders aus (Bild), so daß man fast denken könnte, es handelt sich um verschiedene Arten.

Laut Fachliteratur ist dies aber nicht der Fall - die Art hat einfach nur eine sehr große Variationsbreite. Warum dieses hübsche Tier jedoch den Namen Gold­augenspringspinne trägt, konnten mir meine Bücher auch nicht erklären - an den Augen kann es jeden­falls nicht liegen ;-)

Nach einem ausgiebigen Shooting, vom dem, aufgrund des außergwöhlichen Bewegungsdranges meines Models, jedoch nicht viel mehr als ein paar wenige Bilder herzeigbar sind, ging es weiter.

Doch weit kamen wir nicht, denn schon lief uns das nächste lohnenswerte Motiv direkt vor die Füße. Es handelte sich um eine Rote Röhrenspinne, die, wie auch schon in der Schönower Heide, hier einen per­fekten Lebensraum vorfindet.

Im Gegensatz zu meinem letzten Fundort sollte dies allerdings nicht das einzige Exemplar bleiben, welches uns heute über den Weg lief. Im Laufe des Tages sahen wir nämlich noch mindestens 8 weitere Männchen, die auf der Suche nach einem Weibchen umherirrten.

Ich beschränkte mich aber diesmal lediglich auf die Seitenansicht eines besonders intensiv rot gefärbten Zeitgenos­sens, da ich ja schon beim letzten Kontakt mit dieser Art genug Bilder gemacht habe.

Eresus kollari
Gattungssuche Eresus kollari - Rote Röhrenspinne
X
Nr. 2011.2248kl_r100 %
2248kl_r
Eresus kollari
Rote Röhrenspinne
100mm; F/8; 1/13s; ISO 200
Canon EOS 50D

So ist es halt - erst findet man jahrelang keine einzige Rote Röhrenspinne und dann auf einmal gleich so viele. Und dabei sind wir in dieser weitläufigen Heidelandschaft noch nicht einmal groß rumgekommen, weil uns nach gefühlten 20 Metern jedesmal ein neues Motiv zum Anhalten "zwang".

Alopecosa sp.
Gattungssuche Alopecosa sp. - Tarantel
X
Nr. 2011.2363kl_r100 %
2363kl_r
Alopecosa sp.
Tarantel
100mm; F/5; 1/50s; ISO 400
Canon EOS 50D

Meistens handelte es sich dabei um Achtbeiner, wie auch bei unserem nächsten Fund - einer zirka 1,5 cm großen Tarantel, die ich durch Zufall aus einem kleinen Heidekrautgebüsch scheuchte.

Alopecosa sp.
Gattungssuche Alopecosa sp. - Tarantel
X
Nr. 2011.2370kl_r100 %
2370kl_r
Alopecosa sp.
Tarantel
100mm; F/6.3; 1/40s; ISO 200
Canon EOS 50D

Leider kann man ohne Genitaluntersuchung die Art nicht zweifelsfrei bestimmen. In Frage kämen sowohl Alopecosa fabrilis als auch Alopecosa schmidti.

Alopecosa sp.
Gattungssuche Alopecosa sp. - Tarantel
X
Nr. 2011.2443kl_r100 %
2443kl_r
Alopecosa sp.
Tarantel
100mm; F/4.5; 1/60s; ISO 200
Canon EOS 50D

Erst auf den Fotos fiel mir im Übrigen auf, daß das Tier wohl schon einmal mit nur sieben Beinen zurechtge­kommen sein muß. Eins der Beine ist nämlich bei einer Häutung lediglich rudimentär nachgewachsen.

Fast alle Mitglieder der Gattung Alopecosa bevorzugen offene, warme und zumeist trockene Lebensräume. In Deutschland sind diese Biotope stark gefährdet und im Rückgang begriffen, was dazu führt, daß der größte Teil dieser Gattung aus der Familie Wolfspinnen inzwischen auf der Roten Liste steht.

Viele von ihnen bauen Wohnröhren in den lockeren Boden und kleiden diese dann mit Seide aus. Ihre Beute jedoch fangen sie ohne jegliches Netz, indem sie nachts ihr Versteck verlassen und auf die Jagd gehen. Mit scharfen Augen ausgerüstet, lauern die Spinnen dann an günstigen Stellen auf vorbeikommende Opfer.

Arctosa perita
Gattungssuche Arctosa perita - Wolfspinne
X
Nr. 2011.2388kl_r100 %
2388kl_r
Arctosa perita
Wolfspinne
100mm; F/6.3; 1/25s; ISO 200
Canon EOS 50D

Die geringe Größe und die "bunte" Färbung seines Körpers tarnen diesen Jäger perfekt. Auch wir haben die Spinne überhaupt nur bemerkt, weil sie sich gerade ziemlich flink über den Sand bewegte.

Offene und weitgehend vegatationsfreie Sand­flächen sind der Hauptlebensraum dieser Art - doch durch den Rückgang solcher Habitate gilt auch sie in Deutschland als gefährdet und steht auf der Roten Liste. Im sandigen Brandenburg ist die Spinne allerdings noch recht häufig anzutreffen.

Die selbe Strategie wendet auch Arctosa perita an - kein Wunder, denn auch diese Spinne gehört zur Familie der Wolfspinnen. Mit nur 8 mm Körperlänge ist sie jedoch nur fast halb so groß, wie unser vorheriger Fund.

Arctosa perita
Gattungssuche Arctosa perita - Wolfspinne
X
Nr. 2011.2379bkl_r100 %
2379bkl_r
Arctosa perita
Wolfspinne
100mm; F/6.3; 1/25s; ISO 200
Canon EOS 50D

Und weil heute scheinbar der Tag der Spinnen war, entdeckte ich einige Meter weiter gleich die nächste achtbeinige Seltenheit. Eigentlich sah ich zunächst ihre ziemlich auffälligen, weil extrem großen, Gespinste in ein paar jungen Kiefern. Bei genauere Suche fand ich dann aber auch deren Eigentümer - Dendryphantes hastatus, eine sehr seltene Springspinne, die ich schon immer einmal in natura sehen wollte.

Sie ist bei uns lediglich von ein paar Fundorten im östlichen Deutschland bekannt, aber auch dort nur sehr vereinzelt anzutreffen. Ihre Gespinste baut die Spinne ausschließlich in Nadelgehölzen und hält sich einen Großteil ihres Lebens auch auf den Ästen der Bäume auf.

Dendryphantes hastatus
Gattungssuche Dendryphantes hastatus - Springspinne ♀Springspinnengalerie
X
Nr. 2011.2304kl_r100 %
2304kl_r
Dendryphantes hastatus
Springspinne ♀
100mm; F/9; 1/10s; ISO 200
Canon EOS 50D
Dendryphantes hastatus
Gattungssuche Dendryphantes hastatus - Springspinne ♀Springspinnengalerie
X
Nr. 2011.2301kl_r100 %
2301kl_r
Dendryphantes hastatus
Springspinne ♀
100mm; F/9; 1/15s; ISO 200
Canon EOS 50D

Diese Vorliebe teilt sie sich mit ihrer Schwesternart, der ich schon häufiger begegnet bin - zum Beispiel auch bei mir in den Püttbergen. Allerdings ist die viel kleiner und auch ihre Gespinste sind weit weniger auffällig.

Gleich zwei neue Arten in der Sammlung meiner springenden Lieblinge an einem Tag - was will man mehr!

Naja, da würde mir schon noch etwas einfallen - wie wäre es zum Beispiel mit einer seltenen Raubfliege, die einen perfekten Jahresabschluß für mein diesjähr­iges Hauptprojekt bilden würde.

Nichts leichter als das, denn ganz unverhofft flog uns am Ende des Tages noch ein ziemlich müdes Exem­plar einer Hornissen-Raubfliege vor die Nase und lies sich ohne weitere Diskussionen von uns allen nacheinander ablichten.

Die Art ist eine der größten heimischen Raubfliegen. Sie bevorzugt meist trockene Sand­böden mit kurz­wüchsiger Vegetation. Dabei scheint sie be­sonders extensiv bewei­dete Landschaften zu bevor­zugen.

Ein Hauptgrund dafür ist, daß dort meist große Vor­kommen von Käfern, deren Larven sich vom Dung der Weidetiere ernähren, die widerrum den Larven der Raubfliege als Nahrungsgrundlage dienen.

Leider sind die Vorkommen der Hornissen-Raubfliege vielerorts im Rückgang begriffen. Im Land Berlin gilt die Art zum Beispiel inzwischen als ausgestorben bzw. verschollen.

Möglicherweise spielt der Einsatz von nur schwer abbaubaren Impfstoffen in der Tierzucht dabei eine nicht ganz unentscheidende Rolle. Die Stoffe lassen sich oft noch im Dung der Weidetiere nachweisen und könnten sich so durchaus negativ auf die Ent­wicklung der Larven auswirken. Näheres gilt es aber noch zu untersuchen.

Umso mehr war ich natürlich begeistert diesen so schon sehr erfolgreichen Tag noch mit diesem High­light beenden zu dürfen.

Asilus crabroniformis
Gattungssuche Asilus crabroniformis - Hornissen-Raubfliege ♂Raubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.2461kl_r100 %
2461kl_r
Asilus crabroniformis
Hornissen-Raubfliege ♂
100mm; F/11; 1.3s; ISO 200
Canon EOS 50D

Ich werde auf jeden Fall im nächsten Jahr wiederkommen, denn ich denke, hier gibt es noch eine Menge toller Sachen zu entdecken und außerdem habe ich ja die Hoffnung auf ein Foto eines Männchens der Goldaugenspringspinne auch noch nicht aufgegeben :-)

PS:
Anarta myrtilli
Gattungssuche Anarta myrtilli - Heidekraut-Bunteule
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Nr. 2011.2227bkl_r100 %
2227bkl_r
Anarta myrtilli
Heidekraut-Bunteule
100mm; F/8; 1/40s; ISO 200
Canon EOS 50D

Nach der Sichtung meines Archives im Winter, habe ich doch tatsächlich noch ein Bild gefunden, welches mir im September beim Schreiben des Berichtes, wohl durch die Lappen gegangen ist.

Weil es mir aber so gut gefällt und außerdem eine Art zeigt, die ich bis dato noch nicht fotografieren konnte, reiche ich es einfach mal nach.

Das Foto zeigt die Raupe einer Heidekraut-Bunteule, die sich wohl gerade auf den Weg zu einer neuen Futterpflanze macht. Wenn sie sich nicht gerade bewegt hätte, wäre sie mir auch überhaupt nicht aufgefallen, so perfekt wie sie getarnt war.

Die mit höchstens 2,5 cm Körperlänge recht kleine Raupe ernährt sich fast ausschließlich von Heide­krautgewächsen, wie ihr Name auch verrät. In Bran­denburg findet man sie meist auf Besenheide, die hier, dank der vielen noch intakten Heideflächen, in großer Anzahl vor­kommt.

Der Falter ist aber nicht nur auf Trockengebiete beschränkt, man findet ihn zum Beispiel auch in Hochmooren, in denen es, aufgrund des oft sauren und nährstoffarmen Bodens, ja meist auch von Heide­krautgewächsen nur so wimmelt.

Leider sind viele dieser Lebensräume jedoch stark bedroht und so ist es nicht verwunderlich, daß dies auch die Falter gilt. Überall in Europa gehen die Populationen, der eigentlich sehr häufigen Art, zurück. Bei uns in Deutschland steht sie inzwischen schon in mehreren Bundesländern auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

Vielleicht flattert mir ja im nächsten Jahr auch mal der dazugehörige Falter vor die Linse - da die Tiere tagaktiv sind, stehen die Chancen zumindest nicht schlecht.

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10.03.2011 - Wer sonnt sich denn da?

Der Garten meiner Eltern scheint ein perfekter Lebensraum für meine Lieblingsmotive zu sein. Bisher konnte ich jedenfalls schon einige Springspinnenarten dort fotografieren.

Diesmal lief mir ein Evarcha arcuata - Männchen über den Weg. Es war wahrscheinlich auf Grund der ersten Sonnenstrahlen aus seinem Winter­quartier gekrochen und sonnte sich auf einem leeren Blumen­topf direkt unter dem Küchenfenster.

Ich konnte natürlich nicht widerstehen...

Evarcha arcuata
Gattungssuche Evarcha arcuata - Springspinne ♂Springspinnengalerie
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Nr. 2011.3487_88kl_r100 %
3487_88kl_r
Evarcha arcuata
Springspinne ♂
100mm; F/8 (DFF); 1/10s; ISO 200
Canon EOS 50D
Evarcha arcuata
Gattungssuche Evarcha arcuata - Springspinne ♂Springspinnengalerie
X
Nr. 2011.3507_11kl_r100 %
3507_11kl_r
Evarcha arcuata
Springspinne ♂
100mm; F/8 (DFF); 1/13s; ISO 200
Canon EOS 50D

Evarcha arcuata ist bei uns weitverbreitet und fast überall recht häufig. Sie bevorzugt normalerweise sonnige Wiesen als Lebensraum.

Vor allem die Männchen dieser Art sind hier in der Oberlausitz sehr oft an solchen Standorten zu beo­bachten. An sonnigen Tagen laufen sie dann sehr rege auf der Suche nach etwas Fressbaren oder einer paarungswilligen Partnerin herum.

Weibchen hingegen findet man seltener, sie halten sich meistens in ihrem Gespinstsack auf und verlassen diesen meist nur um auf Beutezug zu gehen.

Leider sind mir nicht mehr als diese beiden Bilder gelungen. Der Kleine war bei diesem Wetter einfach viel zu flink unterwegs und ich war, bedingt durch meinen Winterspeck, wohl zu träge, um ihm zu folgen :-)

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03.04.2011 - Kröten ohne Ende...

Zur Zeit wandern überall die verschiedensten Lurche zu ihren Laichgewässern. Zwei Stunden meines letzten Besuches in der Oberlausitz nutzte ich deshalb, um meinem kleinen Neffen dieses Schauspiel einmal zu zeigen. Am Teich, den ich mir ausgesucht hatte, waren allerdings überwiegend Erdkröten unterwegs.

Die Erdkröte ist eine der häufigsten Amphibienarten in Europa und außer auf Irland, Island und ein paar Mittelmeerinseln auf dem gesamten Kontinent weit verbreitet. Im Gegensatz zu anderen Lurchen dienen dabei der Erdkröte auch wechselfeuchte und sogar trockenen Habitate als Lebensraum.

Normalerweise ist die Art dämmerungsaktiv und ver­steckt sich am Tage beispielsweise unter Steinen, alten Laub oder in selbstgegrabenen Erdhöhlen. Während der Paarungszeit kann man die Tiere allerdings den ganzen Tag über beobachten.

Als Nahrung dienen der Kröte Spinnen, Insekten, Schnecken und Würmer. Der Zuschnappreflex wird ausschließlich durch Bewegungen ausgelöst, so daß reglose Beute meist mit dem Leben davonkommt.

Bufo bufo
Gattungssuche Bufo bufo - Erdkröte
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Nr. 2011.4098ckl_r100 %
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Bufo bufo
Erdkröte
100mm; F/5; 1/80s; ISO 400
Canon EOS 50D

Interessanterweise hatten sich viele der Pärchen schon auf dem Wege zum Teich gefunden. Dabei ließen sich die kleineren Männchen von ihrem auserwählten Weibchen huckepack bis zum Wasser tragen.

Bufo bufo
Gattungssuche Bufo bufo - Erdkröte
X
Nr. 2011.4084b_kl_r100 %
4084b_kl_r
Bufo bufo
Erdkröte
100mm; F/6.3; 1/100s; ISO 400
Canon EOS 50D
Bufo bufo
Gattungssuche Bufo bufo - Erdkröte
X
Nr. 2011.4096ckl_r100 %
4096ckl_r
Bufo bufo
Erdkröte
100mm; F/5; 1/60s; ISO 400
Canon EOS 50D
Aufgrund der Ungeduld meines Neffens und des Bewegungsdranges der Kröten hat es am Ende leider nur zu drei zeigenswerten Bildern dieses tollen Naturereignisses gereicht. Aber hauptsache ihm hat es gefallen!
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28.05.2011 - Zwei Stunden im Hochmoor...

Mein monatlichen Besuch in der Oberlausitz konnte ich diesmal mit einer Stippvisite im Lausche-Hochmoor verbinden. Dieses nur ca. 8 Hektar kleine Moor liegt auf ca. 500 m Höhe direkt am Kammweg des Zittauer Gebirges am Fuße der Lausche. Es wurde erst vor einem Jahrzehnt wieder renaturiert und in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Seit dieser Zeit besuche ich das Moor fast jährlich und beobachte wie sich die Natur im Laufe der Zeit weiter erholt und der Artenreichtum immer mehr zunimmt. Im Moment ist jedoch leider auch eine zunehmende Verbuschung zu beobachten.

Schade, daß ich diesmal nur zwei Stunden Zeit hatte und deshalb lediglich eine große Wiese am Rande des Moores genauer untersuchen konnte. Gleich eine Minute nach meiner Ankunft hatte ich jedoch schon mein erstes Motiv gefunden - einen Wachtelweizen-Scheckenfalter.

Melitaea athalia
Gattungssuche Melitaea athalia - Wachtelweizen-Scheckenfalter
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Nr. 2011.7193kl_r100 %
7193kl_r
Melitaea athalia
Wachtelweizen-Scheckenfalter
100mm; F/6.3; 1/30s; ISO 200
Canon EOS 50D
Melitaea athalia
Gattungssuche Melitaea athalia - Wachtelweizen-Scheckenfalter
X
Nr. 2011.7207bkl_r100 %
7207bkl_r
Melitaea athalia
Wachtelweizen-Scheckenfalter
100mm; F/11; 1/20s; ISO 200
Canon EOS 50D

Melitaea athalia
Gattungssuche Melitaea athalia - Wachtelweizen-Scheckenfalter
X
Nr. 2011.7224bkl_r100 %
7224bkl_r
Melitaea athalia
Wachtelweizen-Scheckenfalter
100mm; F/5.6; 1/160s; ISO 400
Canon EOS 50D

Dieser Tagfalter gehört zur Familie der Edelfalter. Er ist in Deutschland weit verbreitet und auch noch recht häufig. Trotzdem steht er bei uns auf der Roten Liste der gefährdeten Arten, da auch seine Bestände aufgrund des Rückgangs seiner Lebensräume als immer mehr gefährdet gelten. Das sind z.B. Halb­trockenrasen, aufgelassene Weinberge oder wie hier Feuchtwiesen am Rande von Mooren.

Die Scheckenfalter-Raupen fressen vorzugsweise an Wachtelweizen oder Augentrost, während sich der Falter selbst vom Nektar verschiedenster Blütenpflanzen ernährt. Seine Hauptflugzeit ist von Mai bis August.

Nachdem ich den, aufgrund des noch kühlen Morgens, sehr geduldigen Scheckenfalter von allen seinen Seiten auf meinen Chip gebannt hatte, flog gleich der nächste Schmetterling an mir vorbei.

Diesmal allerdings ein sehr großer Weißer, den ich zwar kannte, aber bisher noch nie mit eigenen Augen gesehen hatte. Also nichts wie hinterher.

Es handelte sich um einen Baumweißling, einen Tagfalter aus der Familie der Weißlinge, der früher in Mitteleuropa weit verbreitet war, deren Popu­lationen in letzter Zeit vielerorts jedoch stark zurückgegangen sind. In Deutschland steht er auf der Roten Liste und gilt als "potentiell gefährdet".

Sein bevorzugter Lebensraum sind offene mit Sträuchern und Bäumen bewachsene Gelände, beispielsweise Streuobstwiesen, verbuschte Trocken­rasen oder eben die Randbereiche von Mooren.

Seine Futterpflanzen sind vorwiegend Laubgehölze aus der Familie der Rosengewächse, vorzugsweise Weißdorn und Schlehe. Er würde aber auch den guten alten Apfel- oder Birnbaum nicht links liegen­lassen.

Ein gutes Foto von ihm zu machen, gestaltete sich allerdings weit weniger einfach als beim Schecken­falter zuvor. Es war nämlich inzwischen schon deutlich wärmer geworden und so waren alle Schmetterlinge auch dementsprechend aktiver.

Ich hatte also meine liebe Mühe mich nahe genug an das Objekt meiner Begierde heranzupirschen, ohne das dieses mich bemerkte und so gleich davonflog. Wenn ich mich erinnere, waren dafür mindestens fünf­zehn Anläufe nötig.

Aporia crataegi
Gattungssuche Aporia crataegi - Baum-Weißling
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Nr. 2011.7296ckl_r100 %
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Aporia crataegi
Baum-Weißling
100mm; F/2.8; 1/2000s; ISO 200
Canon EOS 50D

Aber nicht nur hinsichtlich der vielfältigen Schmetterlingsfauna, der ich gerne noch etwas mehr Zeit gewidmet hätte, ist das Lausche-Hochmoor hoch interessant. Ursprünglich ist nämlich eher der Botaniker in mir auf dieses Kleinod aufmerksam geworden. Der Grund dafür ist seine noch sehr ursprüngliche Flora, mit Pflanzen, die vielerorts schon recht selten geworden, wenn nicht gar ganz verschwunden sind.

Im Moment kann man zum Beispiel das Breitblättrige Knabenkraut, eine der bei uns wenigen heimischen Orchideenarten, in voller Blüte bewundern. Diese Pflanze ist in Deutschland sehr selten geworden und steht deshalb auch auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Grund dafür sind, wie bei vielen Pflanzen, die auf Feuchtwiesen angewiesen sind, zunehmende Düngung, Trockenlegung und zu intensive Beweidung.

Dactylorhiza majalis
Gattungssuche Dactylorhiza majalis
Breitblättriges Knabenkraut
X
Nr. 2011.7301kl_r100 %
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Dactylorhiza majalis
Breitblättriges Knabenkraut
100mm; F/3.2; 1/640s; ISO 200
Canon EOS 50D
Lychnis flos-cuculi
Gattungssuche Lychnis flos-cuculi
Kuckucks-Lichtnelke
X
Nr. 2011.7244bkl_r100 %
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Lychnis flos-cuculi
Kuckucks-Lichtnelke
100mm; F/4; 1/800s; ISO 400
Canon EOS 50D
Rhinanthus minor
Gattungssuche Rhinanthus minor
Kleiner Klappertopf
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Nr. 2011.7333bkl_r100 %
7333bkl_r
Rhinanthus minor
Kleiner Klappertopf
100mm; F/5.6; 1/320s; ISO 200
Canon EOS 50D

Mit den gleichen Problemen hat auch der hier ebenfalls wachsende Kleine Klappertopf zu kämpfen. Auch er gilt in den meisten deutschen Bundesländern als gefährdete Art der Feuchtwiesen. Die Pflanze gehört zur Familie der Rachenblütler. Interessanterweise ist sie ein sogenannter fakultativer Halbparasit, das heißt, sie kann, wenn sie es nötig hat, von ihr benötigte Nährstoffe von anderen Pflanzen erhalten. Zu diesem Zweck zapft sie die Wurzeln ihrer Wirte an. Sie selbst bildet jedoch nur sehr begrenzt eigene Wurzeln aus.

Als weitere Art der Feuchtwiesen blüht zur Zeit auch in großer Anzahl die Kuckucks-Lichtnelke in den Randbereichen des Hochmoores. Besonders die filligranen Blüten dieses Nelkengewächses begeistern mich immer wieder und ließen mich diesmal zu einer Großaufnahme verleiten.

Pedicularis sylvatica
Gattungssuche Pedicularis sylvatica - Wald-Läusekraut
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Nr. 2011.7257kl_r100 %
7257kl_r
Pedicularis sylvatica
Wald-Läusekraut
100mm; F/6.3; 1/160s; ISO 400
Canon EOS 50D

Eine typische Moorpflanze hingegen ist das Wald-Läusekraut. Es gehört, wie schon der Klappertopf, zur Familie der Rachenblütler.

Aufgrund der immer stärker zurückgehenden Moorflächen ist es jedoch, im Gegensatz zu diesem, in Deutschland nur noch sehr zerstreut bis selten anzutreffen und gilt deshalb bei uns als gefährdet. In einigen Bundesländern, wie z.B. Berlin oder Brandenburg, ist die Pflanze sogar vom Aussterben bedroht.

Umso schöner, daß sie sich im Lausche-Hochmoor, seit seiner Renaturierung wieder sehr stark ausgebreitet hat und nun sogar direkt am Wegesrand beobachtet werden kann. Ursprünglich hatte nämlich nur eine sehr kleine Population in der Kernzone des Moores überlebt.

Die zweijährigen Pflanzen werden oft nicht größer als 20 cm - an der Lausche waren die größten sogar nur halb so hoch. Allerdings tragen die kleinen Gewächse oft schon vom Grund an Blüten. Das macht es natürlich sehr schwierig schöne Fotos davon zu machen, da die Pflanzen meist von Gras überwachsen sind. Ich habe mich deshalb für eine Großaufnahme einer Einzelblüte entschieden.

Der Name Läusekraut rührt im Übrigen vom giftigen Inhaltsstoff Aucubin her, den die Pflanze besitzt. Der wurde früher zur Bekämpfung von Läusen verwendet.

Auf meinem Heimweg flog mir dann noch ein Lilagold-Feuerfalter vor die Linse. Leider hatte ich, aufgrund meines Zeitmangels, keine Chance mehr ihn lange genug zu verfolgen, um außer einer Seitenansicht auch noch ein ansprechendes Bild seiner Flügeloberseite zu machen. Deshalb gibt es davon nur einen Freihand-Schnappschuß, den ich aber trotzdem zeigen möchte.

Lycaena hippothoe
Gattungssuche Lycaena hippothoe - Lilagold-Feuerfalter ♂
X
Nr. 2011.7264kl_r100 %
7264kl_r
Lycaena hippothoe
Lilagold-Feuerfalter ♂
100mm; F/5.6; 1/250s; ISO 400
Canon EOS 50D
Lycaena hippothoe
Gattungssuche Lycaena hippothoe - Lilagold-Feuerfalter ♂
X
Nr. 2011.7319bkl_r100 %
7319bkl_r
Lycaena hippothoe
Lilagold-Feuerfalter ♂
100mm; F/5.6; 1/160s; ISO 200
Canon EOS 50D

Man sieht ein Besuch im Lausche-Hochmoor lohnt sich auf jeden Fall. Ich bin wieder dort - im nächsten Jahr!

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09.07.2011 - Freischwimmer...

Es war eigentlich davon auszugehen, daß es sich nicht nur in Berliner Landen lohnt, um diese Jahreszeit, nach Raubfliegen Ausschau zu halten. In der Oberlausitz muß man nur scheinbar an anderen Stellen suchen.

Diese tolle Gemeine Mordfliege zum Beispiel, fand ich schwimmend im Pool meiner Schwiegereltern. Natürlich schritt ich sofort zur Rettung und als Dank posierte sie mir noch für ein paar Minuten, ehe sie frisch getrocknet wieder im Gebirgswald entschwand.

Im Gegensatz zu meinen bisherigen Raubfliegen­funden aus diesem Jahr, handelt es sich hier um eine Art, die gehölzbetonte Biotope als ihren Lebensraum bevorzugt. In Deutschland ist sie weit verbreitet und überall in geeigneten Lebensräumen häufig anzutreffen.

Choerades marginata
Gattungssuche Choerades marginata - Gemeine Mordfliege ♂Raubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.9627kl_r100 %
9627kl_r
Choerades marginata
Gemeine Mordfliege ♂
100mm; F/5; 1/8s; ISO 200
Canon EOS 50D
Choerades marginata
Gattungssuche Choerades marginata - Gemeine Mordfliege ♂Raubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.9601bkl_r100 %
9601bkl_r
Choerades marginata
Gemeine Mordfliege ♂
100mm; F/11; 1/2s; ISO 200
Canon EOS 50D

Die Larven der Gemeinen Mordfliege entwickeln sich in Totholz. Ausgewachsene Fliegen sind von Juni bis September unterwegs.

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18.07.2011 - Im Verwandtschaftsgarten...
Tolmerus cf. atricapillus
Gattungssuche Tolmerus cf. atricapillus - Gemeine Raubfliege ♀Raubfliegenprojekt
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Nr. 2011.9891_97kl_r100 %
9891_97kl_r
Tolmerus cf. atricapillus
Gemeine Raubfliege ♀
100mm; F/8 (DFF); 1/5s; ISO 200
Canon EOS 50D

Immernoch auf dem Raubfliegentrip, freute ich mich umso mehr, bei meinem diesmaligen Ex-Heimat-Besuch, im Garten meiner Tante, ein als Fotomotiv geeignetes Exemplar dieser Spezies vorzufinden. Die Fotosession gestaltete sich aufgrund des kühlen Wetters heute recht relaxed, nur welche Art ich da vor der Linse hatte, läßt sich eher schwer sagen.

Ich gehe davon aus, daß es sich um ein Weibchen der Gemeinen Raubfliege handelt. Doch wie schon bei der Burschen-Fliege, gilt auch bei dieser Art aus der Gattung Tolmerus, daß eine wirklich sichere Bestimmung nur anhand eines männlichen Exemplares möglich ist.

Die Wahrscheinlichkeit einer richtigen Determination ist allerdings recht hoch, denn die Gemeine Raub­fliege ist eine unserer häufigsten Raubfliegen. Das liegt unter anderem daran, daß ihre Ansprüche an geeignete Lebensräume nicht recht hoch sind.

Tolmerus cf. atricapillus
Gattungssuche Tolmerus cf. atricapillus - Gemeine Raubfliege ♀Raubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.9925_30kl_r100 %
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Tolmerus cf. atricapillus
Gemeine Raubfliege ♀
100mm; F/8 (DFF); 1/10s; ISO 200
Canon EOS 50D

Die Flugzeit der Art ist von Anfang Juli bis Ende September.

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23.07.2011 - Zwei Jungs...

Nachdem ich in den letzten Tagen schon die Weibchen von zwei Tolmerus-Arten fotografieren konnte, kamen mir dieses Wochenende gleich beide dazugehörigen Männchen vor die Linse. Im Gegensatz zu ihren besseren Hälften, lassen sich diese allerdings anhand ihres Geschlechtsteils eindeutig einer Art zuordnen.

Das Männchen der Burschen-Raubfliege entdeckte ich erneut im Garten meines Cousins, das der Gemeinen Raubfliege in dem meiner Eltern. Leider werden auf den Fotos die Größenunterschiede beider Arten nicht richtig deutlich, denn während T. cingulatus mit nur 1 cm Länge eine unserer kleinsten Raubfliegen ist, kann ihre Schwesternart fast die doppelte Größe erreichen.

Tolmerus atricapillus
Gattungssuche Tolmerus atricapillus - Gemeine Raubfliege ♂Raubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.003_06kl_r100 %
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Tolmerus atricapillus
Gemeine Raubfliege ♂
100mm; F/11 (DFF); 1/3s; ISO 200
Canon EOS 50D

Tolmerus cingulatus
Gattungssuche Tolmerus cingulatus - Burschen-Raubfliege ♂Raubfliegenprojekt
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Nr. 2011.9939_42bkl_r100 %
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Tolmerus cingulatus
Burschen-Raubfliege ♂
100mm; F/11 (DFF); 1/3s; ISO 200
Canon EOS 50D
Tolmerus atricapillus
Gattungssuche Tolmerus atricapillus - Gemeine Raubfliege ♂Raubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.0052_54bkl_r100 %
0052_54bkl_r
Tolmerus atricapillus
Gemeine Raubfliege ♂
100mm; F/11 (DFF); 1/6s; ISO 200
Canon EOS 50D

Tolmerus cingulatus
Gattungssuche Tolmerus cingulatus - Burschen-Raubfliege ♂Raubfliegenprojekt
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Nr. 2011.9949bkl_r100 %
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Tolmerus cingulatus
Burschen-Raubfliege ♂
100mm; F/11; 1/4s; ISO 200
Canon EOS 50D

Weitere Infos zu beiden Arten gibt es bei den Weibchen, hier und hier.

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10.09.2011 - Farbenfroh...
Graphocephala fennahi
Gattungssuche Graphocephala fennahi - Rhododendronzikade
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Nr. 2011.1828kl_r100 %
1828kl_r
Graphocephala fennahi
Rhododendronzikade
100mm; F/8; 1/5s; ISO 200
Canon EOS 50D

Schon im vorigen Jahr waren sie mir an den Rhododendron-Büschen im Garten meiner Eltern aufgefallen - kleine springende Wesen mit ziemlich bunten Flügeln.

Bisher habe ich ein Fotoshooting aber immer vor mir hergeschoben, weil sie mir einfach zu agil erschienen und ich ja wußte, wo ich im Zweifelsfall nach ihnen zu suchen habe, falls ich mich doch einmal über­winden kann. Diesmal war es nun soweit!

Die Rede ist im Übrigen von der Rhododendron­zikade - einem Einwanderer aus Nordamerkia. Die Art gehört zu den Rundkopfzikaden aus der Familie der Kleinzikaden und ist der einzige Vertreter aus seiner Gattung in Europa.

Sie wurde vermutlich in den dreißiger Jahren zusammen mit Rhododendronpflanzen in England einge­schleppt und verbreitet sich seit dem überall in Europa. Man findet die Zikaden oft in Parks, Gärten und an anderen Orten, an denen Rhododendron ange­pflanzt ist, da dieser die Hauptnahrung der Tiere darstellt.

Ab Ende Juni kann man vor allem an sonnigen Tagen die sehr flinken Hüpfer in meist großer Anzahl auf der Blattoberseite ihrer Lieblingspflanze beim Sonnen beobachten.

Sowohl die erwachsenen Tiere als auch die Larven saugen den Saft aus der Pflanze, was sich dann meist durch braune Flecken auf den Blättern bemerkbar macht. So hübsch, wie die Tiere auch aussehen, gelten sie deshalb doch als Schädling, zumal sie auch noch Überträger einer Pilzkrankheit sind, die den Rhododendron befallen kann.

Es schon interessant, was sich selbst im heimischen Garten für exotisch anmutende Insekten rumtreiben. Man muß nur genau hinsehen, und bei nicht einmal einem Zentimeter Körpergröße wie hier, gegeben­falls zu einer Lupe greifen ;-)

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13.04.2011 - 01.05.2011 - Fremdes Südamerika...

Nach einem makrofotografisch sehr arbeitsreichen Jahr 2011, welches ich hauptsächlich zum Fotografieren und Dokumentieren der heimischen Fauna und Flora genutzt habe, bin ich nun endlich mal dazu gekommen, die Bilder und Erlebnisse des eigentlichen Highlights des letzten Jahres aufzuarbeiten.

Die Rede ist von der gemeinsamen Peru-Rundreise, die ich zusammen mit meiner Freundin im April des letzten Jahres gemacht habe und die ich natürlich auch genutzt habe, um die dortige Tier- und Pflanzenwelt makrofotografisch festzuhalten. Meinen besonderen Fokus hatte ich dabei natürlich auf die peruanische Springspinnen-Fauna gelegt.

Lima

Um unsere Reise ein wenig nachvollziehbarer zu gestalten, habe ich mich diesmal entschlossen, meinen Makroaufnahmen noch jeweils ein kleines Foto zur Seite zu stellen, welches den Ort zeigt, an dem die jeweiligen Bilder entstanden sind.

Auch habe ich nicht bei allen unserer Zwischenstops Insekten oder Blumen fotografiert. Meistens fehlte einfach die Zeit sich eingehender mit einem Motiv zu beschäftigen - da habe ich es oft lieber ganz sein gelassen und mich dann eher der herrlichen Landschaft, die stets unser Begleiter war, gewidmet.

Apropos faszinierende Eindrücke - unser erster "Spaziergang" auf südamerikanischem Boden sollte uns gleich zum Pazifischen Ozean führen.

Bevor es nämlich per Führung ins eigentliche Zentrum des kulturträchtigen Limas ging, hatten wir noch ein wenig Zeit allein die Umgebung unseres Hotels zu erkunden, welches sich in Limas Stadt­teil Miraflores befand und somit nur quasi einen Katzen­sprung vom Pazifik entfernt war.

Lima Lima - Miraflores

Also ging es nach der Ankunft im Hotel auch gleich auf direktem Wege an die Steilküste und von dort aus immer an ihr entlang. Vor lauter neuen Eindrücken - ich war zuvor noch nie in Südamerika - ließ ich allerdings die Welt der kleinen Krabbler erst einmal links liegen und konzentrierte mich voll und ganz auf das Gefühl, das erste mal in meinem Leben in der Neuen Welt unterwegs zu sein.

Salticidae sp.
Gattungssuche Salticidae sp. - Unbekannte Springspinne ♀
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Nr. 2011.4722bkl_r100 %
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Salticidae sp.
Unbekannte Springspinne ♀
100mm; F/11; 1/4s; ISO 200
Canon EOS 50D

Und siehe da, bei genauerem Nachsuchen entdeckte ich doch tatsächlich weitere Individuen der selben Art, in der bodennahen Vegetation gleich hinter der Absperrung, umherhüpfen.

Mit zirka 7 mm hatten die erwachsenen Exemplare unter ihnen sogar eine recht beachtliche Größe, zumindest wenn man, wie ich, nach europäischen Maßstäben mißt.

Das ging zumindest solange gut, bis eins meiner springenden Lieblingsmotive am Handlauf des Gelän­ders, welches uns und die anderen Spazier­gänger, die hier zu Hauf unterwegs waren, vom Sturz über die Steilklippen bewahren sollte, auftauchte.

Ab diesem Moment gab es für mich natürlich kein Halten mehr und es hieß "Springspinnen-Radar an", denn wo eine ist, sind meist noch mehr!

Salticidae sp.
Gattungssuche Salticidae sp. - Unbekannte Springspinne ♂
X
Nr. 2011.4807bkl_r100 %
4807bkl_r
Salticidae sp.
Unbekannte Springspinne ♂
100mm; F/8; 1/2s; ISO 200
Canon EOS 50D

Dieses Erlebnis ließ dann auch meine Vorfreude auf den Rest der Reise ins schier Unermeßliche steigen, denn wenn es schon am ersten Tag nur so von Springspinnen wimmelt...

Paracas
Paracas
Paracas

Nach einem weiteren Tag in Lima, welchen wir mit Sightseeing und Relaxen verbrachten, ging unsere Tour nun weiter in den Nationalpark Paracas und zu den dort vor der Küste liegenden Inseln mit dem schönen Namen "Islas Ballestas".

Dieser Stop auf unserer Reise war aber, zumindest fototechnisch, eher etwas für meine ornithologisch begeisterte Freundin, als für mich, denn dieser eher triste Landstrich ist nicht gerade für seinen Insekten­reichtum bekannt.

Stattdessen ist er, aufgrund des hier direkt vorbei­fließenden sehr nährstoffreichen Humboldtstroms, berühmt für seine große Vielfalt an verschie­densten Seevogelarten (Bild).

Als Höhepunkt konnten wir auf den Islas Ballestas hunderte von Seelöwen und sogar einige Humboldt-Pinguine (Bild) vom Boot aus beobachten. Für uns Europäer natürlich nicht alltäglich!

Leider sollte das auch mein letzter Tag mit meiner Lieblings-Kamera sein, die doch tatsächlich, ausgerechnet wenn man mal in Südamerika ist, ihre Hufe hochreißen mußte. Gott sei Dank hatte ich aber zumindest noch meine alte EOS 350D als Ersatz mit. Den ab hier folgenden Bildern ist der Kamerawechsel aber leider auch deutlich anzusehen - vor allem bei schwachen Licht.

Ica

Von Paracas ging's am nächsten Tag dann wieder ein Stück zurück ins Landesinnere - genauer gesagt nach Ica. Unser erster Halt, in diesem eher tristen Städtchen, war bei einer Destillerie und beschränkte sich auf eine kurze Besichtigung der Anlage und einer lustigen Verkostung des Nationalgetränkes von Peru - Pisco.

Auf dem Parkplatz der Destille hüpfte mir dann, zu meiner großen Freude, eine weitere Springspinne über den Weg. Ich denke, es handelte sich dabei um ein Menemerus-Weibchen.

Menemerus cf. bivittatus
Gattungssuche Menemerus cf. bivittatus - Springspinne ♀
X
Nr. 2011.5972kl_r100 %
5972kl_r
Menemerus cf. bivittatus
Springspinne ♀
100mm; F/7.1; 1/40s; ISO 800
Canon EOS 350D DIGITAL
Menemerus cf. bivittatus
Gattungssuche Menemerus cf. bivittatus - Springspinne ♀
X
Nr. 2011.5970kl_r100 %
5970kl_r
Menemerus cf. bivittatus
Springspinne ♀
100mm; F/7.1; 1/40s; ISO 800
Canon EOS 350D DIGITAL

Der einzige Vertreter dieser Gattung in Peru ist meines Wissens die Art Menemerus bivittatus, zu deren Beschreibung dieser Fund auch sehr gut paßt.

Die mit bis zu 1 cm sehr große Springspinnen-Art ist weltweit in den Tropen verbreitet und bevorzugt dort vor allem menschliche Siedlungen als Lebensraum.

Unser eigentliches Ziel waren aber die Dünen von Huacachina, nahe des Ortes Ica. Mit einer Höhe von fast 100 Metern gehören diese gigantischen Sandge­bilde zu den größten ihrer Art in Peru und sind damit natürlich eine touristische Attraktion.

Die von den Dünen umschlossene Oase wird von einem unter­irdischen Zufluß gespeist. Ihren Rand säumen zahlreiche Restaurants, von denen wir uns gleich eins aussuchten, um unseren inzwischen recht groß gewordenen Hunger zu stillen.

Den danach folgenden Verdauungsspaziergang, rund um den kleinen See, nutzten wir zum Relaxen. Einer von uns erstieg sogar einen der hohen Sandhügel - zumin­dest fast ;-)

Ica
Laguna de Huacachina

Außerdem machten wir allerlei Naturbeobachtungen, von denen es aber lediglich zwei auf mehr oder weniger zeigenswerte Fotos geschafft haben. Zum einen war da eine purpurfarbene Libelle, die nach kurzen Patrouillenflügen am Gewässerrand immer wieder ihren Ansitz aufsuchte und mich quasi dazu einlud in einem diffusen Moment freihand mein Glück zu versuchen.

Orthemis cf. discolor
Gattungssuche Orthemis cf. discolor - Carmine Skimmer
X
Nr. 2011.5931ckl_r100 %
5931ckl_r
Orthemis cf. discolor
Carmine Skimmer
100mm; F/5.6; 1/400s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL

Auf den ersten Blick sah sie für mich fast wie eine Heidelibelle aus, was im Nachhinein betrachtet auch kein Wunder ist.

Nach einigen Recherchen habe ich nämlich inzwi­schen herausgefunden, daß es sich um eine Art aus der Gattung Orthemis handelt, die zur selben Unter­familie gehört wie unsere heimischen Heidelibellen.

Ihr Verbreitungsgebiet ist aller­dings ausschließlich auf die Neue Welt be­schränkt und erstreckt sich dort von Californien bis Argentinien.

Die Larven der Libellen bevorzugen kleine Tümpel und Seen oder sehr langsam fließende Gewässer.

Meine Vermutung ist, daß es sich hierbei um einen Carmine Skimmer handelt. Eine sichere Bestim­mung war mir jedoch nur anhand dieses Fotos nicht möglich - zumal die Gattung außerdem gerade eine systematische Überarbeitung erfährt.

Denn bei vielen ihrer Vertreter steht momentan noch nicht einmal genau fest, ob es sich wirklich um eigen­ständige Arten handelt oder lediglich um Unterarten bzw. Variationen der selben Art.

Mein zweites Oasen-Modell war einmal mehr eine Springspinne - diesmal allerdings ein großes Männchen.

Menemerus cf. bivittatus
Gattungssuche Menemerus cf. bivittatus - Springspinne ♂
X
Nr. 2011.6156kl_r100 %
6156kl_r
Menemerus cf. bivittatus
Springspinne ♂
100mm; F/8; 1/100s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL
Menemerus cf. bivittatus
Gattungssuche Menemerus cf. bivittatus - Springspinne ♂
X
Nr. 2011.6159kl_r100 %
6159kl_r
Menemerus cf. bivittatus
Springspinne ♂
100mm; F/8; 1/80s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL

Und weil es sich wieder um eine Menemerus-Art handelte und es, wie oben bereits erwähnt, in Peru lediglich eine davon zu geben scheint, hatte mein Menemerus bivittatus - Weibchen wohl in diesem Moment sein dazugehöriges Männchen gefunden.

Nazca
Nasca Nazca Cantayo Aqueducts

Von Ica ging es dann direkt weiter nach Nasca, um endlich mal kreidebleich und kurz vor dem Kotzen mit einem kleinen Flugzeug über die weltberühmten Nazca-Linien fliegen zu können. Naja, die Aussicht war die Strapazen schon wert - allerdings waren wir auch froh, als wir dann wieder unten waren.

Nach einer ziemlich langen Pause - wir mußten erst einmal wieder zu Kräften kommen - fuhren wir das nächste Ziel an.

Unser Fahrer Paul wollte uns unbedingt noch die Cantayo Aqueducts zeigen - eine weitere Errungen­schaft der Nazca-Kultur, die es mit der Hilfe von "Windlöchern" möglich macht, Wasser in unter­irdischen Kanälen, auch ohne großes Gefälle, auf langen Strecken zu transportieren.

Nach zehn Minuten Führung ebbte allerdings mein Interesse an den Windlöchern ab und ich nutzte lieber die Zeit um in der Natur ringsherum ein paar fotogene Insekten aufzustöbern - leider ohne Erfolg - denen war aber wohl allen zu heiß um die Mittagszeit.

Allerdings hüpfte mir dafür etwas anderes vor die Linse. Was für eine Überraschung - schon wieder eine Springspinne!

Salticidae sp.
Gattungssuche Salticidae sp. - Unbekannte Springspinne ♀
X
Nr. 2011.6140kl_r100 %
6140kl_r
Salticidae sp.
Unbekannte Springspinne ♀
100mm; F/8; 1/125s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL
Salticidae sp.
Gattungssuche Salticidae sp. - Unbekannte Springspinne ♀
X
Nr. 2011.6148bkl_r100 %
6148bkl_r
Salticidae sp.
Unbekannte Springspinne ♀
100mm; F/8; 1/200s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL

Das war mir natürlich sowieso lieber. Nur leider bin ich auch dieses Mal wieder überfragt, um welche Art es sich hier dabei genau handelt.

Na das ist ja bisher eine tolle Ausbeute - bis auf eine Libelle, nur Springspinnen. Aber mir soll's recht sein!

Den kompletten nächsten Tag verbrachten wir auf der Panamericana, die uns direkt zu unserem nächsten Ziel bringen sollte - Arequipa.

Arequipa
Arequipa
Arequipa

Arequipa ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und gilt als wirtschaftliches Zentrum des südlichen Perus. Sie wird auch "Weiße Stadt" genannt und ist mit über 800.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes.

Ihr Zentrum, welches auch uns hierher führte, zählt zu einem der schönsten von ganz Peru und wurde im Jahre 2000 sogar von der UNESCO ins Weltkultur­erbe aufgenommen.

Die Stadt liegt auf über 2.600 m Höhe mitten in ei­nem wunderschönen grünen Talkessel und wird von mehreren Vulkanen umringt, wobei El Misti mit seiner markanten Kegelform das Stadtbild beherrscht.

Vorrausgesetzt es sind keine Wolken am Himmel!!!

Aufnahmen makrofotografischer Natur gibt es von diesem Stop allerdings keine, da sich unser Aufenthalt in Arequipa weitgehend auf den Stadtkern und damit auf ein eher lebensfeindliches Gefilde beschränkte. Für meine architekturbegeisterte Begleitung war Arequipa jedoch sicher ein Highlight unserer Reise.

Dafür lag das nächste Ziel endlich voll und ganz auf meiner Wellenlänge. Bis zu diesem Zeitpunkt unserer Reise war die Landschaft um uns herum nämlich eher trist und lange nicht so farbenfroh und frisch wie man sie sich für südamerikanische Verhältnisse vorstellen würde. Das sollte sich aber ab jetzt ändern.

Schon auf dem Weg zum Colca-Canyon wurde die Natur links und rechts der Straße immer grüner und lebendiger.

In der "Zona de Vicuñas" (Bild) konnte ich zum Beis­piel ein winziges Blümchen fotografieren, als wir dort einen kurzen Stop einlegten, um eine Herde wild­lebender Vicuñas (Bild) zu beobachten, die hier gleich neben der Straße graste.

Gattungssuche Nototriche cf. pygmaea
X
Nr. 2011.6324kl_r100 %
6324kl_r
Nototriche cf. pygmaea100mm; F/7.1; 1/1250s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL

Bei Pflanzenbestimmung.de wurde es mir inzwischen als Nototriche pygmaea bestimmt.

Colca-Canyon
Colca-Canyon
Colca-Canyon

Je weiter wir in die Berge hineinfuhren, umso herr­licher wurden die Eindrücke und als wir endlich am Ziel angekommen waren, konnten wir gar nicht schnell genug wieder aus unserem "Hotel" heraus­kommen, um uns in die üppige Natur zu stürzen.

Inzwischen war es allerdings schon später Nachmit­tag geworden. Da hier in Äquatornähe die Sonne jeden Tag pünktlich um 18.00 Uhr untergeht, hieß es deshalb keine Zeit verlieren. Denn bevor man die Hand nicht mehr vor Augen sehen konnte, wollten wir noch so viel wie möglich dieser herrlichen Natur aufsaugen.

Viel mehr als eine knappe Stunde blieb mir allerdings dann nicht mehr, um wenigstens ein paar der botanischen Schönheiten, die hier überall herum­standen, auf meinen Chip zu bannen.

Als erstes fielen mir winzige Blumen auf, die mir seltsam bekannt vorkamen. Kein Wunder, denn ihre großen Verwandten findet man bei uns in Europa in fast jedem Blumenkasten - gemeint sind die Studentenblumen. Bei der peruanischen Variante handelt es sich allerdings um eine Wildform, die ich als Tagetes multiflora bestimmt habe.

Tagetes multiflora
Gattungssuche Tagetes multiflora - Vielblütige Tagetes
X
Nr. 2011.6351ckl_r100 %
6351ckl_r
Tagetes multiflora
Vielblütige Tagetes
100mm; F/4; 1/500s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL
Tagetes multiflora
Gattungssuche Tagetes multiflora - Vielblütige Tagetes
X
Nr. 2011.6354_53kl_r100 %
6354_53kl_r
Tagetes multiflora
Vielblütige Tagetes
100mm; F/4 (DFF); 1/800s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL

Von den weiteren gefühlsmäßig tausenden Blumen, die am Wegrand standen, sind leider mangels Licht nicht viele zeigbare Bilder entstanden. Die meisten waren leider arg verwackelt - bei meiner zittrigen Hand kein Wunder ohne Stativ.

Ein paar wenige stehen deshalb hier stellvertretend für die immense Vielfalt - alle mit ziemlich offener Blende fotografiert, damit ich überhaupt noch passable Belichtungszeiten erreichen konnte.

Lupinus cf. paruroensis
Gattungssuche Lupinus cf. paruroensis - Lupine
X
Nr. 2011.6366kl_r100 %
6366kl_r
Lupinus cf. paruroensis
Lupine
100mm; F/4.5; 1/200s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL
Buddleja coriacea
Gattungssuche Buddleja coriacea - Sommerflieder
X
Nr. 2011.6368kl_r100 %
6368kl_r
Buddleja coriacea
Sommerflieder
100mm; F/4.5; 1/160s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL
Gattungssuche Mutisia acuminata
X
Nr. 2011.6381kl_r100 %
6381kl_r
Mutisia acuminata100mm; F/3.5; 1/125s; ISO 800
Canon EOS 350D DIGITAL
Gattungssuche Caiophora sepiaria
X
Nr. 2011.6385bkl_r100 %
6385bkl_r
Caiophora sepiaria100mm; F/3.5; 1/80s; ISO 800
Canon EOS 350D DIGITAL
Bidens andicola
Gattungssuche Bidens andicola - Anden-Zweizahn
X
Nr. 2011.6359bkl_r100 %
6359bkl_r
Bidens andicola
Anden-Zweizahn
100mm; F/4; 1/400s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL
Gattungssuche Tarasa cf. operculata
X
Nr. 2011.6460kl_r100 %
6460kl_r
Tarasa cf. operculata100mm; F/6.3; 1/800s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL

Das letzte Foto stammt, wie man auch unschwer am Licht erkennen kann, schon vom nächsten Tag, als wir uns in aller Frühe aufmachten, um so zeitig wie möglich am Cruz del Condor zu sein. Wir wollten ja nicht verpassen, wie die Könige der Anden (Bild) die morgendlichen Aufwinde nutzen, um ihr Tagwerk zu beginnen.

Titicaca-See

Vom Condor-Sightseeing ging es dann auch gleich direkt zum Titicaca-See. Die Fahrt dauerte wieder fast einen Tag und so kamen wir erst in der Dämmerung in Puno an. Das war allerdings auch einigen Zwischen­stops zum Flamingos- und Lamasgucken (Bild) geschuldet.

Den eintägigen Aufenthalt am See nutzten wir für eine Bootspartie zu zwei kleineren Inseln, wo uns die Kultur der Region nahegebracht werden sollte. Indios auf Schilfinseln, die aber nur noch für Touries dort "wohnen", und ein leckeres Forellenes­sen nach einem Insel-Aufstieg waren die Höhepunkte.

Ach was sag ich, der eigentliche Höhepunkt waren die grandiosen 5 Stunden auf dem Wasser, in denen man die herrliche Landschaft aus vollen Zügen genießen konnte, während einem dabei ein frisches Lüftchen um die Nase wehte.

Makroaufnahmen, wie sie hier eigentlich in meinen Bericht gehören würden, habe ich bei diesem Stop auf unserer Rundreise aber nicht gemacht. Ich weiß gar nicht mehr warum, Conny ;-)

Lake Titicaca
Titicaca-See

Von Puno ging es innerhalb einer weiteren Tagesreise mit dem Bus zu unserem nächsten Reiseziel - Cusco. Und hier sollte es dann auch wieder genügend lohnenswerte Motive für mich geben.

Cusco
Cusco
Cusco

Denn rund um die ehemalige Hauptstadt des Inka­reiches gibt es wirklich jede Menge unberührter Natur, aber auch viele reizvolle Ecken mit durch Men­schen beeinflußter Kulturlandschaft.

Vor allem hoch über der in einem Talkessel gelegenen Metropole, wo es auch mehrere Inka-Bauwerke zu besichtigen gibt, hatte ich meistens mehr Augen für die Flora und Fauna am Wegesrand als für die meist sehr,sehr,sehr großen Steine (Bild), welche die alten Inkas dort verbaut hatten.

In den Inka-Anlagen selbst, aber auch rings um sie herum, war ein so reichhaltiger Trockenrasen zu finden, daß ich bei jedem Schritt hätte auf die Knie fallen können, um mich mit einem neuen wunder­schönen Motiv zu beschäf­tigen.

Dabei waren die meisten Tiere und Pflanzen hier in den Anden weit weniger exotisch als ich erwartet hätte.

Ein Beispiel für die eher europäisch anmutende Fauna waren unter anderem die meisten der vielen Schmetter­linge, die hier herumflogen.

Einige hätten für mich nämlich auch glatt als bei uns heimische Arten durch­gehen können. Kein Wunder, denn wenn man sich so die Gattungsnamen einiger dieser Schmet­terlinge betrachtet, stechen dem Kenner sofort mittel­europäische Verwandtschaftsver­hältnisse ins Auge.

Colias euxanthe ist zum Beispiel mit der bei uns weit verbreiteten Goldenen Acht (Colias hyale) ver­wandt und auch Vanessa braziliensis sieht man die Verwandtschaft mit denen in Europa vorkom­menden Schwestern-Arten Distel­falter (Vanessa cardui) und Admiral (Vanessa atalanta) deutlich an.

Colias euxanthe
Gattungssuche Colias euxanthe - Puna Clouded Yellow
X
Nr. 2011.6566kl_r100 %
6566kl_r
Colias euxanthe
Puna Clouded Yellow
100mm; F/5.6; 1/800s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL
Vanessa braziliensis
Gattungssuche Vanessa braziliensis - Brazilian Painted Lady
X
Nr. 2011.6551kl_r100 %
6551kl_r
Vanessa braziliensis
Brazilian Painted Lady
100mm; F/8; 1/400s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL
Vanessa braziliensis
Gattungssuche Vanessa braziliensis - Brazilian Painted Lady
X
Nr. 2011.6593kl_r100 %
6593kl_r
Vanessa braziliensis
Brazilian Painted Lady
100mm; F/7.1; 1/500s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL

Andere widerrum sahen nur so aus. Die Gattung Hylephila zum Beispiel ähnelt unseren heimischen Dickkopf­faltern zwar sehr, ist aber ausschließlich in Amerika verbreitet - mit dem Schwerpunkt der Neotropis.

Junonia vestina
Gattungssuche Junonia vestina - Andean Buckeye
X
Nr. 2011.6531kl_r100 %
6531kl_r
Junonia vestina
Andean Buckeye
100mm; F/5.6; 1/1000s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL
Hylephila peruana
Gattungssuche Hylephila peruana - Peruvian Puna Skipper
X
Nr. 2011.6919bkl100 %
6919bkl
Hylephila peruana
Peruvian Puna Skipper
100mm; F/6.3; 1/400s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL

Wo Schmetterlinge anzutreffen sind, sind die dazugehörigen Nektarspender meist auch nicht weit. Stellver­tretend für die vielen botanischen Kostbarkeiten hier nur eine kleine Auswahl.

Die für mich schönste und auch auffälligste Blume zwischen den kulturträchtigen Steinen von Sacsayhuamán war ein strahlendblauer Zwiebel-Geophyte mit dem Namen Hesperoxiphion herrerae. Ihre große Ähnlich­keit mit denen bei uns heimischen Schwertlilien verrät die Zugehörigkeit zur selben Pflanzenfamilie. Das sehr seltene Irisgewächs scheint nur in einem kleinen Gebiet rund um Cusco verbreitet zu sein.

Gattungssuche Hesperoxiphion herrerae
X
Nr. 2011.6513klc100 %
6513klc
Hesperoxiphion herrerae100mm; F/7.1; 1/1000s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL
Gattungssuche Hesperoxiphion herrerae
X
Nr. 2011.6514bkl_r100 %
6514bkl_r
Hesperoxiphion herrerae100mm; F/3.5; 1/4000s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL

Herrlich anzusehen war auch ein scharlachrot gefärber Salbei, den ich für Salvia oppositiflora halte und damit für die Wildform einer bei uns häufig zu findenden Gartenpflanze. Eine weitere seit vielen Jahren in europäischen Gärten anzutreffende Pflanze ist das Irisgewächs Sisyrinchium chilense. Seine eigentliche Heimat hat es jedoch in Südamerika von Ecuador bis zu den Falkland Inseln. Rein vegetativ könnte man es fast für ein Gras halten und nur die kleinen blauen sternförmigen Blüten sagen etwas anderes.

Und da wir schon bei den Vorfahren unserer Gartenpflanzen sind, kommen wir auch gleich zur nächsten, denn auch die bei uns allseits beliebte Pantoffelblume hat ihren Ursprung im neotropischen Amerika. Insgesamt gehören ca. 270 Arten zur Gattung Calceolaria und so möge man mir verzeihen, daß ich mit meiner Bestimmung der hier fotografierten Art nicht weiter als bis zu Calceolaria sp. gekommen bin.

Gattungssuche Salvia cf. oppositiflora
X
Nr. 2011.6517kl_r100 %
6517kl_r
Salvia cf. oppositiflora100mm; F/4.5; 1/2000s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL
Gattungssuche Sisyrinchium chilense
X
Nr. 2011.6920bkl_r100 %
6920bkl_r
Sisyrinchium chilense100mm; F/4; 1/800s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL
Gattungssuche Calceolaria sp.
X
Nr. 2011.6511bkl_r100 %
6511bkl_r
Calceolaria sp.100mm; F/7.1; 1/400s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL

Außer Schmetterlingen und "Blümchen" hatte die Umgebung von Cusco jedoch noch mehr makrofotografisch interessante Motive zu bieten. Zu meiner besonderen Freude war auch diesmal wieder einer meiner achtbeinigen springenden Freunde dabei.

Leider konnte ich das ca. 5 mm große Tier nicht ein­mal bis zur Gattung bestimmen. Ein südamerika­nischer Springspinnen-Fachmann hält es am ehesten für eine Tullgrenella-Art. Bisher wurde diese Gattung jedoch für Peru überhaupt noch nicht nachgewiesen.

Salticidae sp.
Gattungssuche Salticidae sp. - Unbekannte Springspinne ♂
X
Nr. 2011.6967kl_r100 %
6967kl_r
Salticidae sp.
Unbekannte Springspinne ♂
100mm; F/7.1; 1/20s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL
Salticidae sp.
Gattungssuche Salticidae sp. - Unbekannte Springspinne ♂
X
Nr. 2011.6977kl_r100 %
6977kl_r
Salticidae sp.
Unbekannte Springspinne ♂
100mm; F/7.1; 1/20s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL

Für mich sieht sie irgendwie wie eine europäische Evarcha sp. aus. Doch auch diese Gattung gibt es laut "The World Spider Catalog" in Peru nicht - nein, nicht einmal in ganz Südamerika. Dann heißt die Kleine also erst einmal Salticidae sp.

Falls jemand jedoch die Art oder wenigsten die Gattung kennt - bitte melde Dich! Genau den selben Wunsch hätte ich auch beim nächsten Acht­beiner. Diese mir unbekannte Tarantelart wohnte gleich daneben in einem Erdloch zwischen den Felsen. Und laut der Anzahl der Löcher in unmittelbarer Nähe war sie nicht die Einzige.

Im Spinnen-Forum wurde sie mir als Hogna sp. be­stimmt, eine Gattung, die auch bei uns in Europa vor­kommt. Ganz sicher ist diese Bestimmung aber nicht.

cf. Hogna sp.
Gattungssuche cf. Hogna sp. - Tarantel
X
Nr. 2011.6939bkl_r100 %
6939bkl_r
cf. Hogna sp.
Tarantel
100mm; F/6.3; 1/100s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL
cf. Hogna sp.
Gattungssuche cf. Hogna sp. - Tarantel
X
Nr. 2011.6929_31kl_r100 %
6929_31kl_r
cf. Hogna sp.
Tarantel
100mm; F/5 (DFF); 1/250s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL

Die nächste Überraschung lief mir gleich ein paar Meter weiter über den Weg und das in einer ziemlich atemberaubenden Geschwindigkeit. Erst einmal wußte ich gar nicht so recht, was ich hier vor mir hatte. Doch irgendwann hielt der kleine Raser dann doch mal inne und mir ging ein Licht auf.

Es handelte sich um eine Walzenspinne. Die Walzen­spinnen bilden eine eigene Ordnung innerhalb der Spinnentiere. Sie sind also nicht wirklich Spinnen, sondern nur relativ nah mit ihnen verwandt.

Und das dem so ist, kann man auch ganz leicht erkennen. Denn genau betrachtet, fällt einem sofort auf, daß statt der bei den richtigen Spinnen zu erwartenden 8 Beine noch 2 Gliedmaßen mehr am Körper zu finden sind. Wahrscheinlich sind sie deshalb auch so flink ;-)

Weltweit gibt es über 900 Walzenspinnenarten, davon leben die meisten in Trockengebieten. Einige von ihnen sind sogar in Europa heimisch - allerdings nur im Mittelmeerraum. Ich hatte eigentlich bei einem meiner Urlaube in diese Region schon immer gehofft dort mal eine zu entdecken. Nun sollte es statt­dessen also Peru sein. Naja, auch ok.

Solifugae sp.
Gattungssuche Solifugae sp. - Walzenspinne
X
Nr. 2011.6568kl_r100 %
6568kl_r
Solifugae sp.
Walzenspinne
100mm; F/9; 1/320s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL
Solifugae sp.
Gattungssuche Solifugae sp. - Walzenspinne
X
Nr. 2011.6562kl_r100 %
6562kl_r
Solifugae sp.
Walzenspinne
100mm; F/8; 1/400s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL

So, jetzt kommen wir auch schon zum letzten Motiv, welches auf den herrlichen Berghängen rund um Cusco entstand. Und weil man sich das Schönste bekanntlich bis zum Schluß aufhebt, beende ich diesen Teil meiner kleinen makrofotografischen Reisedoku mit zwei Bildern einer Heuschrecke aus der Familie der Proscopiidae.

Im Englischen werden Arten aus dieser Familie auch als "Jumping Stick" oder als "Stick Grasshopper" bezeichnet - na, warum wohl? Eine nähere Bestimmung war mir aber auch hier, aufgrund der Vielzahl der möglichen Arten und des mir nicht zur Verfügung stehenden Bestimmungsmaterials, leider unmöglich.

Proscopiidae sp.
Gattungssuche Proscopiidae sp. - Jumping Stick
X
Nr. 2011.6598ckl100 %
6598ckl
Proscopiidae sp.
Jumping Stick
100mm; F/5.6; 1/125s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL
Proscopiidae sp.
Gattungssuche Proscopiidae sp. - Jumping Stick
X
Nr. 2011.6614dkl_r100 %
6614dkl_r
Proscopiidae sp.
Jumping Stick
100mm; F/5; 1/200s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL

Im Großen und Ganzen war unser Aufenthalt in Cusco bis dato der in makrofotografischer Hinsicht ergie­bigste Stop auf unserer Reise. Das mag zum einen an der wirklich sehr artenreichen Natur gelegen haben, zum anderen aber auch an der vielen Zeit, die wir hier hatten, um diese auch richtig kennenzulernen.

Machu Picchu

Von Cusco aus fuhren wir dann per Bahn quer durch den Hochland-Regenwald weiter zum kulturellen High­light unserer Reise - der Inca-Festung Machu Picchu.

Aber eigentlich ging es zunächst einmal nach Aguas Calientes, einem Dorf mit vielen Hotels am Fuße des Berges, der für den Bau dieses Weltkulturerbes seine Kuppe lassen mußte.

Das Örtchen liegt einsam und verlassen im Tal des Flußes Urubamba und ist ringsrum von herrlichem grünen Regenwald umsäumt.

Und endlich sah die Natur auch so aus, wie ich sie mir immer für Süd­amerika vorgestellt hatte (Bild) - voll mit exotischen Pflanzen und eigenartig anmutenden Tieren.

Machu Picchu
Machu Picchu

Einen Nachteil hatte der Regenwald allerdings - und zwar einen ziemlich entscheidenden, zumindest was die Fotografie angeht. Es fehlt immer und überall an genügend Licht! In Kombination mit meiner eh schon lichtschwachen Ersatz-Ausrüstung war das natürlich ein enormes Handicap für tolle Makros.

Wenigstens ein paar Bilder sind es aber dann doch noch geworden. Beginnen möchte ich mit der üppigen Pflanzenwelt, für die diese Region bekannt ist - vor allem für seinen enormen Reichtum an Orchideen.

Gattungssuche Epidendrum secundum
X
Nr. 2011.6653_52kl100 %
6653_52kl
Epidendrum secundum100mm; F/3.5 (DFF); 1/320s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL
Gattungssuche Filicinophyta sp.
X
Nr. 2011.6640kl_r100 %
6640kl_r
Filicinophyta sp.100mm; F/3.2; 1/250s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL
Gattungssuche Sobralia dichotoma
X
Nr. 2011.6637_36kl_r100 %
6637_36kl_r
Sobralia dichotoma100mm; F/3.2 (DFF); 1/800s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL

Leider habe ich von diesen lediglich zwei Arten vor die Linse bekommen Epidendrum secundum und Sobralia dichotoma. Dafür standen die aber "an jeder Ecke" herum. Es ist schon sensationell, wenn man sich Orchideen in freier Natur anschauen kann. Das gilt schon für die eher unscheinbaren europäischen Arten, aber erst recht für die großen und farbenfrohen aus den Tropen.

Gattungssuche Chamaecrista glandulosa
X
Nr. 2011.6639kl_r100 %
6639kl_r
Chamaecrista glandulosa100mm; F/3.2; 1/160s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL
Gattungssuche Epidendrum secundum
X
Nr. 2011.6647bkl_r100 %
6647bkl_r
Epidendrum secundum100mm; F/3.5; 1/400s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL
Gattungssuche Justicia alpina
X
Nr. 2011.6644kl_r100 %
6644kl_r
Justicia alpina100mm; F/3.5; 1/60s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL
Gattungssuche Calceolaria sp.
X
Nr. 2011.6785bkl_r100 %
6785bkl_r
Calceolaria sp.100mm; F/6.3; 1/200s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL
Gattungssuche Fuchsia cf. boliviana
X
Nr. 2011.6783kl_r100 %
6783kl_r
Fuchsia cf. boliviana100mm; F/3.2; 1/500s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL

Und wieder, wie auch schon in Cusco, waren einige Pflanzen dabei, deren Nachfahren bzw. weiter­gezüchtete Formen bereits seit vielen Jahren nicht mehr aus unseren Balkonkästen und Blumenkübeln wegzudenken sind - zum Beispiel die Fuchsien.

Mein besonderes Interesse galt aber natürlich den vielen Insekten, von denen es ja hier im Regenwald eigentlich nur so wimmeln sollte. Tja, nur wußten das scheinbar die kleinen Krabbler nicht.

Piezogaster cf. rubropictus
Gattungssuche Piezogaster cf. rubropictus - Randwanze
X
Nr. 2011.6708bkl_r100 %
6708bkl_r
Piezogaster cf. rubropictus
Randwanze
100mm; F/5.6; 1/80s; ISO 1600
Canon EOS 350D DIGITAL

Nein, Spaß beiseite. An den Insekten hat es sicher nicht gelegen, nur ist das Hauptproblem, wie bereits schon weiter oben erwähnt, das mangelnde Licht in den unteren Regionen. Das eigentliche Leben spielt sich in diesem Lebensraum nämlich ein paar Etagen weiter oben ab.

Weil wir uns jedoch natürlich nur am Boden bewegen konnten, bekam ich davon wohl nur das 0,01 Prozent vor meine Kamera, welches so eben vom Baum gefallen war oder mit dem wenigen Licht in Boden­nähe noch gerade so auskommt.

Ein besonders schönes Exemplar dieser mageren Ausbeute war beispielsweise eine ziemlich "muskel­bepackte" Randwanzen-Art, die uns nach einem kräftigen Regenguß direkt vor die Füße gespühlt wurde. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich hierbei um Piezogaster rubropictus.

Piezogaster cf. rubropictus
Gattungssuche Piezogaster cf. rubropictus - Randwanze
X
Nr. 2011.6694bkl_r100 %
6694bkl_r
Piezogaster cf. rubropictus
Randwanze
100mm; F/4.5; 1/125s; ISO 800
Canon EOS 350D DIGITAL

In die selbe Ordnung wie die Wanzen gehören auch die Zikaden - beide sind sogenannte Schnabelkerfe, lateinisch Hemiptera genannt. Ein ziemlich kleines, dafür sehr prächtig gefärbtes Mitglied dieser Familie begeg­nete uns immer wieder mal im dichten Unterholz auf abgestorbenen Ästen und Blättern.

cf. Sphenorhina sp.
Gattungssuche cf. Sphenorhina sp. - Blutzikade
X
Nr. 2011.6736ckl_r100 %
6736ckl_r
cf. Sphenorhina sp.
Blutzikade
100mm; F/4.5; 1/100s; ISO 800
Canon EOS 350D DIGITAL
cf. Sphenorhina sp.
Gattungssuche cf. Sphenorhina sp. - Blutzikade
X
Nr. 2011.6747bkl_r100 %
6747bkl_r
cf. Sphenorhina sp.
Blutzikade
100mm; F/2.8; 1/200s; ISO 800
Canon EOS 350D DIGITAL

Im Insektenfotos.de-Forum wurde sie mir als zur Unterfamilie der Cercopidae oder sogenannten Blutzikaden zugehörig bestimmt. Am wahrscheinlichsten ist wohl ein Art aus der Gattung Sphenorhina. Bei uns in Mitteleuropa gibt es zwar auch Zikaden, jedoch sind diese meist nicht so bunt wie hier in den Tropen und entwickeln vor allem nicht so bizarre Formen.

Nachdem wir nun schon ein farbenfrohes Exemplar dieser Familie hatten, kommt hier, in Form eines besonders grünen Bildes, gleich noch eins der zwei­ten Sorte.

Wobei es noch viel extremer gebaute Zeit­genossen unter den sogenannten Buckelzirpen gibt!

Diese weitere Unterfamilie der Zikaden hat in Europa lediglich fünf Vertreter. Hier, in den weitaus wär­meren Gefilden rund um den Äquator, tummeln sich allerdings eine Vielzahl von ihnen.

Mein Fund, der einzig und allein durch seine schicken "Hörner" und die extraordinäre Rücken­flosse punk­ten kann, wirkt gegen die meisten dieser Harlekine unter den Zikaden jedoch relativ unschein­bar.

Alchisme cf. grossa
Gattungssuche Alchisme cf. grossa - Buckelzirpe
X
Nr. 2011.6720bkl_r100 %
6720bkl_r
Alchisme cf. grossa
Buckelzirpe
100mm; F/5.6; 1/125s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL

Ich denke, daß es sich hierbei um eine Buckelzirpe aus der Gattung Alchisme handelt. Und da meines Wissens rund um den Machu Picchu deren einzig bisher nachgewiesener Vertreter Alchisme grossa ist, gehe ich einfach einmal davon aus, daß es auch genau diese Art sein wird.

Doch auch Insekten anderer Familien sehen hier im Regenwald nicht weniger unspektakulär aus. Ein Beispiel ist der folgende sehr hübsch gefärbte Käfer aus der Familie der Kurzflügler. Zwar gibt es auch in Deutschland davon über 1500 Arten (!!!), nur sind diese meist so klein und unscheinbar, daß man eher sehr selten einen davon zu Gesicht bekommt - es sei denn, man sucht direkt danach :-)

Phanolinus sp.
Gattungssuche Phanolinus sp. - Kurzflügler
X
Nr. 2011.6756_59bkl_r100 %
6756_59bkl_r
Phanolinus sp.
Kurzflügler
100mm; F/5 (DFF); 1/500s; ISO 800
Canon EOS 350D DIGITAL
Phanolinus sp.
Gattungssuche Phanolinus sp. - Kurzflügler
X
Nr. 2011.6762ckl_r100 %
6762ckl_r
Phanolinus sp.
Kurzflügler
100mm; F/4.5; 1/400s; ISO 800
Canon EOS 350D DIGITAL

Ein weiteres meiner Motive war eine nahe Ver­wandte unserer heimischen Wespenspinne (Bild). Sie hatte ihr Netz direkt am Wegrand in ein Gebüsch gebaut - leider so, daß ich sie nicht richtig von ihrer Oberseite her fotografieren konnte.

Aber auch so kann man, wie ich glaube, gut erkennen, daß es sich hierbei um Argiope argentata handelt, eine sehr häufige und in der neuen Welt weit verbreitete Art. Sie kommt vom Süden der USA bis hinunter nach Argentien vor.

Die meisten Spinnen dieser Gattung erkennt man an den mehr oder weniger breiten Zickzack-Bändern in ihren Netze - den sogenannten Stabilimenten. Bei Argiope argentata können das bis zu vier Stück pro Netz sein, die dann dort ein auffallendes "X" bilden.

Meine hatte aber nur eins davon gewebt.

Argiope argentata
Gattungssuche Argiope argentata - Silberne Wespenspinne
X
Nr. 2011.6809kl_r100 %
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Argiope argentata
Silberne Wespenspinne
100mm; F/5.6; 1/160s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL
Argiope argentata
Gattungssuche Argiope argentata - Silberne Wespenspinne
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Nr. 2011.6794kl_r100 %
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Argiope argentata
Silberne Wespenspinne
100mm; F/5.6; 1/125s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL

Und zum Schluß, kurz bevor unsere Bahn zurückfuhr, konnten wir noch eine riesige, fast völlig schwarzge­färbte Wespe beobachten, wie sie gerade Holz von einem Geländer abraspelte. Viele Wespen­arten nutzen diese "Späne" zum Bau ihres papierartigen Nestes - so vermutlich auch diese. Wie mir Herr Claus Rasmussen, einer der Autoren der "Checklist to the Wasps of Peru" mitteilte, habe ich hier mit höchster Wahr­scheinlichkeit Polistes canadensis vor meiner Linse gehabt.

Polistes cf. canadensis
Gattungssuche Polistes cf. canadensis - Kanadische Wespe
X
Nr. 2011.6889bkl_r100 %
6889bkl_r
Polistes cf. canadensis
Kanadische Wespe
100mm; F/6.3; 1/200s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL
Polistes cf. canadensis
Gattungssuche Polistes cf. canadensis - Kanadische Wespe
X
Nr. 2011.6892kl_r100 %
6892kl_r
Polistes cf. canadensis
Kanadische Wespe
100mm; F/6.3; 1/160s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL

Eh wir uns versahen, waren wir dann auch schon wieder in Cusco. Von hier ging es nach einem weiteren Tag, den wir zum Auspannen und "manche" von uns auch zum Shoppen nutzten, per Innlandsflug zu einem weiteren Highlight unserer Reise - drei Tage im Regenwald das Amazonas-Beckens.

Madre de Dios
Madre de Dios
Madre de Dios

Unser Zielflughafen war Puerto Maldonado. Die Stadt gilt als Tor zum peruanischen Teil des Amazonas-Beckens und liegt direkt am Zufluss des Tambopata in den Río Madre de Dios. Auf letzterem ging es dann auch per Boot weiter zu unserer Unterkunft - einer Lodge mitten im Dschungel.

Der hiesige Regenwald ist einer der wenigen noch unberührten Primärwälder dieser Erde, das heißt, er ist noch völlig vom Menschen unberührt. Aus diesem Grund befinden sich hier auch einige Nationalparks und Reservate.

Vom Camp aus unternahmen wir dann die nächsten Tage Exkursionen in die nähere Umgebung. Dabei waren wir natürlich von der artenreichen Flora und Fauna sehr beeindruckt.

Leider galt aber auch hier das selbe wie schon im Hochland-Regenwald - die meisten potentiellen Fotomotive waren außerhalb meiner Reichweite im Blätterdach des Urwaldes zu finden und beim Rest war es schwierig sie aufgrund des Lichtmangels am Boden überhaupt entsprechend ablichten zu können.

Fast alle zeigenswerten Bilder sind deshalb auch bei uns im Camp entstanden, denn dort war zumindest genügend Licht - nur war hier die Artenvielfalt leider nicht ganz so groß.

Ein paar Motive gab es trotzdem und den Anfang macht ein Suchbild. Na, gefunden? Richtig, es geht um das nur 1,5 cm große Froschbaby, was sich da gerade perfekt getarnt vor mir versteckt hält.

Bei dem Fröschlein handelt es sich, laut Dr. Andreas Schlüter vom Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart, um ein Jungtier von Edalorhina perezi, eine Art, die als erwachsener Frosch eine sehr interessante Verhaltens­weise an den Tag legt.

Um sich bei ihren Weibchen bemerkbar zu machen, trillern die reifen Männchen nämlich so laut und wohlklingend wie Kanarienvögel, statt das sie irgendwelche Quaktöne von sich geben, wie wir das von unseren einheimischen Fröschen gewohnt sind.

Edalorhina perezi
Gattungssuche Edalorhina perezi - Perez's Snouted Frog (Jungtier)
X
Nr. 2011.7192bkl_r100 %
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Edalorhina perezi
Perez's Snouted Frog (Jungtier)
100mm; F/8; 1/100s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL

Und hier noch zwei Fotos mit etwas mehr Frosch und etwas weniger ablenkendem Drumherum.

Edalorhina perezi
Gattungssuche Edalorhina perezi - Perez's Snouted Frog (Jungtier)
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Nr. 2011.7170kl_r100 %
7170kl_r
Edalorhina perezi
Perez's Snouted Frog (Jungtier)
100mm; F/8; 1/125s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL
Edalorhina perezi
Gattungssuche Edalorhina perezi - Perez's Snouted Frog (Jungtier)
X
Nr. 2011.7161kl_r100 %
7161kl_r
Edalorhina perezi
Perez's Snouted Frog (Jungtier)
100mm; F/8; 1/160s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL

Ein weiterer aber nicht ganz so winziger Frosch hüpfte uns dann noch am späteren Abend vor die Füße, als wir gerade vom Abendessen zurückkamen. Obwohl ich es sonst eigentlich vermeide, habe ich mich hier mal mit dem Blitz versucht. Ganz zufrieden bin ich zwar nicht, aber eh ich gar kein Foto davon zeige...

Leptodactylus sp.
Gattungssuche Leptodactylus sp. - Pfeiffrosch
X
Nr. 2011.6985_86kl_r100 %
6985_86kl_r
Leptodactylus sp.
Pfeiffrosch
100mm; F/2.8 (DFF); 1/60s; ISO 800
Canon EOS 350D DIGITAL

Übereinstimmend haben mir drei Experten bestätigt, daß es sich hierbei um einen Frosch aus der Gattung Leptodactylus handelt. Das Problem ist nur, daß jeder von ihnen zu einer anderen Art tendiert. Deshalb kann der Kleine auch nur den Namen Leptodactylus sp. bekommen.

Im Deutschen werden die Arten dieser Gattung als Echte Pfeiffrösche bezeichnet, was sie ihren pfeifen­den Rufen verdanken. Insgesamt sind zur Zeit mehr als 70 Arten bekannt.

Das Vorkommen der Gattung und sogar der Familie der Pfeiffrösche im allgemeinen beschränkt sich lediglich auf die Neue Welt. Hier kommen sie dafür allerdings vom Süden Nordamerikas bis runter nach Argentinien vor.

Den tropischen Regenwald bevölkern neben Fröschen natürlich auch eine Vielzahl weiterer lohnenswerter Motive - wobei man zuerst aber sicherlich an die vielen bunten tropischen Schmetterlinge denkt.

Nur leider ist es gar nicht so einfach, diese auch vor die Linse zu bekommen - die meiste Zeit fliegen sie nämlich wild umher. Selbst früh morgens, wenn es in mitteleuropäischen Gefilden noch kühler ist und man deshalb die noch trägen Falter an ihren "Übernachtungsgrashalmen" leicht fotografieren kann, ist es hier bereits 30 Grad warm und die meisten Insekten sind schon auf ihren Beinen bzw. Flügeln.

Den einzigen dieser farbenfrohen Schönheiten, den ich in den 3 Tagen mehr oder minder zeigenswert ablichten konnte, ist ein schon etwas abgeflogener Vertreter aus der Familie der Ithomiinae.

Es ist nahezu unmöglich anhand eines Fotos die genaue Art herauszufinden, denn die meisten Vertre­ter dieser Familie sind sehr variabel in ihrer Färbung.

Hinzu kommt ein interessantes Phäno­men, daß man als "Tiger-Komplex" bezeichnet. Es benennt die ein­heitliche orange-schwarze Färbung von ca. 200 verschiedenen tropischen Falter-Arten, die sich dadurch alle mehr oder weniger ähnlich sehen.

Das liegt daran, daß sehr viele dieser Arten das Aus­sehen von ein paar wenigen anderen nach­ahmen, weil diese giftig sind und deshalb von potentiellen Freßfeinden verschont werden.

Vertreter der Gattung Heliconius beherrschen das zum Teil so perfekt, daß man schon genau hinsehen muß, um die Unterschiede über­haupt festzustellen.

Ithomiinae sp.
Gattungssuche Ithomiinae sp. - Tigerwing
X
Nr. 2011.7011kl_r100 %
7011kl_r
Ithomiinae sp.
Tigerwing
100mm; F/2.8; 1/500s; ISO 800
Canon EOS 350D DIGITAL

Ich selbst wäre bei dem Falter noch nicht einmal auf die richtige Familie gekommen - Herr Adrian Hoskins war mir da behilflich. Als Ersatz für die hier leider fehlenden Schmetterlingsfotos sollte man sich auch einfach mal seine Webseite anschauen. Dort kann man eine Vielzahl der Schmetterlinge, die uns im Regenwald über dem Weg geflogen sind, in einer wirklich beeindruckenden Fotoqualität bewundern.

Meine fotografische Ziele waren ja aber auch eigentlich andere. Und für die hatte ich dann auch mehr Gedult - vielleicht lag es ja auch an den fehlenden Flügeln. Doch auch springenderweise kann man sich dem Foto­grafen ziemlich schnell entziehen und vor allem wenn man durch die hohen Temperaturen noch viel agiler ist.

Die Rede ist natürlich von den Springspinnen, die es hier in einer nicht minder großen Artenvielfalt zu bestaunen gab. Leider habe ich aber keine genauen Artbezeichnungen parat, da mir selbst ein südamerikanischer Experte anhand von meinen Fotos nur sehr wage Ideen liefern konnte.

cf. Nycerella sp.
Gattungssuche cf. Nycerella sp. - Springspinne ♂
X
Nr. 2011.9124kl_r100 %
9124kl_r
cf. Nycerella sp.
Springspinne ♂
100mm; F/8; 1/2s; ISO 200
Canon EOS 50D
cf. Amycus sp.
Gattungssuche cf. Amycus sp. - Springspinne
X
Nr. 2011.7383kl_r100 %
7383kl_r
cf. Amycus sp.
Springspinne
100mm; F/11; 1/2s; ISO 200
Canon EOS 50D
cf. Nycerella sp.
Gattungssuche cf. Nycerella sp. - Springspinne ♀
X
Nr. 2011.7096kl_r100 %
7096kl_r
cf. Nycerella sp.
Springspinne ♀
100mm; F/8; 1/50s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL
Thiodina sp.
Gattungssuche Thiodina sp. - Springspinne
X
Nr. 2011.7070kl_r100 %
7070kl_r
Thiodina sp.
Springspinne
100mm; F/8; 1/30s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL
cf. Amycus sp.
Gattungssuche cf. Amycus sp. - Springspinne
X
Nr. 2011.7122kl_r100 %
7122kl_r
cf. Amycus sp.
Springspinne
100mm; F/6.3; 1/80s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL
Salticidae sp.
Gattungssuche Salticidae sp. - Springspinne ♀
X
Nr. 2011.2695kl_r100 %
2695kl_r
Salticidae sp.
Unbekannte Springspinne ♀
65mm; F/8; 1/15s; ISO 200
Canon EOS 50D

Es gibt in den Tropen einfach viel zu viele Vertreter der springenden Achtbeiner, die meisten von ihnen sind bisher nur sehr ungenügend beschrieben und Fotos gibt es so gut wie gar keine. Falls dennoch jemand eine Idee zu der einen oder anderen Art hat, würde ich mich freuen. Weitere Ansichten aller von mir auf dieser Reise fotografierten Springspinnen sind in meiner Galerie zu finden.

Und nun kommen quasi auch schon die letzten zwei Fotos. Sie zeigen eine Wolfspinnenart, die entgegen der sonst typischen Lebensweise dieser Spinnen­familie nicht frei umherlaufend jagt, sondern sich ein Netz für den Beutefang baut.

Aglaoctenus cf. castaneus
Gattungssuche Aglaoctenus cf. castaneus - Wolfspinne
X
Nr. 2011.7210_09kl_r100 %
7210_09kl_r
Aglaoctenus cf. castaneus
Wolfspinne
100mm; F/8 (DFF); 1/200s; ISO 800
Canon EOS 350D DIGITAL
Aglaoctenus cf. castaneus
Gattungssuche Aglaoctenus cf. castaneus - Wolfspinne
X
Nr. 2011.7207kl_r100 %
7207kl_r
Aglaoctenus cf. castaneus
Wolfspinne
100mm; F/4; 1/60s; ISO 800
Canon EOS 350D DIGITAL

Das war's - mehr zeigenswerte Fotos hab ich nicht. Es reicht ja aber auch, wie ich finde.

Lediglich dieses Bild eines zauberhaften Schmetter­lings möchte ich noch zeigen. Fotografiert hat es ein nicht weniger zauberhaftes Wesen, welches auf dieser Reise immer an meiner Seite zu finden war - meine Conny.

Ich möchte mich auf diesem Wege bei ihr für ihre scheinbar endlose Geduld mit einem ständig im Dreck liegenden Fotografen danken, ohne die so manches dieser Fotos sicher nicht möglich gewesen wäre.

Die ganze Reise war für mich ein gigantisches Aben­teuer, was mir sicher mein Leben lang in Erinnerung bleiben wird. Ich hoffe, daß es nicht das letzte dieser Art gewesen ist, obwohl wir in nächster Zeit unsere Reiseziele wohl eher nicht mehr ganz so weit weg suchen können ;-)

 Junonia genoveva
Gattungssuche Junonia genoveva - Genoveva Buckeye
X
Nr. 2011.DSC04202kl_r100 %
DSC04202kl_r
Junonia genoveva
Genoveva Buckeye
25mm; F/13; 1/60s; ISO 100
DSC-W290

Mit Dir jederzeit wieder!

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27.03. - 30.03.2011 - Die Seidenbienen fliegen...

Nach meinen ersten makrofotografischen Aufnahmen in diesem Jahr am Müggelsee hatte ich Blut geleckt und beschloß sogleich meinen inzwischen so geliebten Püttbergen einen Besuch abzustatten.

Und siehe da, es herrschte reger Betrieb - zumindest auf den sonnigen, offenen Sandflächen. Dutzende von Frühlings-Seidenbienen flogen hier emsig umher und versuchten einen geeigneten Partner zu finden.

Dabei war es fast unmöglich ansprechende Fotos zu machen, da sie sich meist nur für ein paar Sekunden zum Ausruhen setzten und mich dabei höchstens auf einen Meter an sich heranließen. Das einzige einiger­maßen brauchbare Foto kann man rechts sehen.

Darum beschloß ich an einen anderen Tag noch einmal wiederzukommen, vorrausgesetzt es ist dann kälter und die Sonne scheint nicht ganz so stark.

Tatsächlich war das Glück auf meiner Seite, denn bereits am nächsten Tag war es bewölkt, viel kälter und ziemlich windig. Bestes Fotowetter also!

Colletes cunicularius
Gattungssuche Colletes cunicularius - Frühlings-Seidenbiene
X
Nr. 2011.3777kl_r100 %
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Colletes cunicularius
Frühlings-Seidenbiene
100mm; F/6.3; 1/250s; ISO 400
Canon EOS 50D

Erst ein­mal fand ich aber eine halbe Stunde lang keine einzige Biene. Für die war das Wetter nämlich alles andere als perfekt. Als ich jedoch schon fast aufgeben wollte, hörte ich zu meinen Füßen ein leises Summen. Und siehe da, es handelte sich tatsächlich um eine Seidenbiene, die auf einen Fotografen wartete.

Colletes cunicularius
Gattungssuche Colletes cunicularius - Frühlings-Seidenbiene
X
Nr. 2011.3865_66kl_r100 %
3865_66kl_r
Colletes cunicularius
Frühlings-Seidenbiene
100mm; F/8 (DFF); 1/60s; ISO 320
Canon EOS 50D
Colletes cunicularius
Gattungssuche Colletes cunicularius - Frühlings-Seidenbiene
X
Nr. 2011.3868kl_r100 %
3868kl_r
Colletes cunicularius
Frühlings-Seidenbiene
100mm; F/7.1; 1/60s; ISO 400
Canon EOS 50D
Da ihre Körpertemperatur durch den kalten Wind wohl nicht zum Fliegen ausreichte, ließ sie sich sogar mehr oder weniger geduldig von mir ablichten. Als Dankeschön für ihre Ausdauer spendete ich der Kleinen noch ein wenig meiner eigenen Körperwärme. So aufgetankt entflog sie und ward nie wieder gesehen.
Colletes cunicularius
Gattungssuche Colletes cunicularius - Frühlings-Seidenbiene
X
Nr. 2011.3870bkl_r100 %
3870bkl_r
Colletes cunicularius
Frühlings-Seidenbiene
100mm; F/6.3; 1/60s; ISO 400
Canon EOS 50D

Die Frühlings-Seidenbiene ist mit bis zu 15 mm Länge die größte aller einheimischen Seidenbienen. Ihre Flugzeit liegt mit März-Mai auch deutlich vor der der anderen. Ein weiterer Unterschied dieser Art zu allen anderen Seidenbienen ist die fehlende helle Bindenzeichnung am Hinterleib.

Ihr Lebensraum sind wenig bewachsene Flächen, vor allem in Sandgruben und Dünengelände. In Mitteleuropa ist sie weitgehend an Flußtäler und küstennahe Bereiche gebunden. Hier ist sie gebiets­weise nicht selten.

Die Art lebt solitär und gräbt Niströhren in den lockeren Sandboden. Als Nahrungsquelle dienen ihr ausschließlich Pollen und Nektar von Weidenarten.

Und weil ich noch nicht genug hatte von diesen kleinen zotteligen Gesellen, zog ich am nächsten Tag gleich wieder los und versuchte nun auch noch eine Bienenpaarung auf meinen Chip zu bannen. Mit Erfolg! Das Licht war für meine beiden sich ständig bewegenden Motive zwar eher suboptimal, für zwei herzeigbare Bilder hat es aber dann dennoch gereicht.
Colletes cunicularius
Gattungssuche Colletes cunicularius - Frühlings-Seidenbiene
X
Nr. 2011.3966kl_r100 %
3966kl_r
Colletes cunicularius
Frühlings-Seidenbiene
100mm; F/8; 1/20s; ISO 400
Canon EOS 50D
Colletes cunicularius
Gattungssuche Colletes cunicularius - Frühlings-Seidenbiene
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Nr. 2011.3951_52kl_r100 %
3951_52kl_r
Colletes cunicularius
Frühlings-Seidenbiene
100mm; F/6.3 (DFF); 1/20s; ISO 400
Canon EOS 50D
Jetzt fehlt mir nur noch ein Foto von einer Biene in ihrer Niströhre...

Und hier ist es auch schon !

Für dieses eine Bild habe ich jedoch fast zwei Stunden lang den Püttbergesand absuchen müssen. Dabei habe ich schätzungsweise in 1000 Löcher geschaut, bevor ich eins mit richtigem Inhalt und relativ passendem Licht gefunden hatte. Ich hoffe mich hat bei meiner Suche auf Knien niemand beobachtet.

Jetzt reicht es mir aber für dieses Jahr mit den Seiden­bienen - gut, daß ich die nächsten Tage erst einmal nicht mehr in die Püttberge komme ;-)



Bssssss... zum nächsten Frühjahr!
Colletes cunicularius
Gattungssuche Colletes cunicularius - Frühlings-Seidenbiene
X
Nr. 2011.4038kl_r100 %
4038kl_r
Colletes cunicularius
Frühlings-Seidenbiene
100mm; F/8; 1/20s; ISO 200
Canon EOS 50D
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04.04.2011 - Endlich blüht es...

...auch in den Püttbergen. Da, aufgrund des hier allgegenwärtigen Sandbodens, die von mir aus meiner früheren Heimat gewohnten, bereits Anfang März erscheinenden, Frühlingsgeophyten offensichtlich Mangelware sind, war meine Freude riesengroß, nun endlich auch hier die ersten Blüten zu sehen.

Auch wenn es nur eine "ordinäre" Rote Taubnessel war, die ihre zarten Blüten aus dem alten Laub emporstreckte, hat sie mir doch ein Lächeln in mein Gesicht gezaubert. Es wird Frühling in den Püttbergen!

Lamium purpureum
Gattungssuche Lamium purpureum - Rote Taubnessel
X
Nr. 2011.4144dkl_r100 %
4144dkl_r
Lamium purpureum
Rote Taubnessel
100mm; F/6.3; 1/80s; ISO 400
Canon EOS 50D
Lamium purpureum
Gattungssuche Lamium purpureum - Rote Taubnessel
X
Nr. 2011.4149kl_r100 %
4149kl_r
Lamium purpureum
Rote Taubnessel
100mm; F/5; 1/125s; ISO 400
Canon EOS 50D

Die Rote Taubnessel gehört zur Familie der Lippenblütengewächse. Sie ist überall in Mitteleuropa weit ver­breitet und bevorzugt frische, nährstoffreiche und lockere Böden. Als kulturbegleitende, einjährige Pflanze ist diese Art normalerweise ein typischer Vertreter von Unkrautgesellschaften und Ackerfluren.

Sie wird zwischen 15 und 45 cm hoch. Durch ihre Schnellwüchsigkeit sind pro Jahr problemlos drei bis vier Generationen möglich. Zu erwähnen wäre auch noch, daß die Rote Taubnessel als Heilpflanze Verwendung findet. Sie hilft in der Medizin bei Blasen- und Darmbeschwerden sowie bei "Frauenleiden".

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07.04.2011 - Der Kuckuck ist gefunden...

...und zwar in Form der Blutbiene Sphecodes albilabris. Warum "Kuckuck"? Ganz einfach, einige Bienenarten verhalten sich ähnlich wie ein Kuckuck und legen ihre Eier in die Nester fremder Bienen.

Bei der hier vorliegenden Art ist die Frühlings-Seidenbiene die Wirtsbiene, der ich bereits vor ein paar Tagen einen Bericht gewidmet hatte. Seit dem war ich auch auf der Suche nach Sphecodes albilabris und bin nun froh, heute endlich ein paar davon tatsächlich in der Seidenbienen-Kolonie entdeckt zu haben.

Es handelte sich bei allen Exemplaren um über­winterte Weibchen, die auf der Suche nach bereits mit Eiern belegten Nestern ihrer Wirtsbienen waren.

Sphecodes albilabris dringt in die Niströhren der Seidenbienen ein und frißt dort das bereits vorhandene Ei der eigentlichen Nestbesitzerin, um ihr Ei an dessen Stelle abzulegen. Die Larve der Blutbiene entwickelt sich dann später im Nest und ernährt sich nun dort von dem eigentlich für die Larve der Wirtsbiene gesammelten Nektar - und Pollenvorrat.

Die Art ist in Mitteleuropa weit verbreitet, aber überall ziemlich selten. Ihr Lebensraum orientiert sich natürlich an dem der Frühlings-Seidenbiene. Sie bevorzugt lockersandige und offene Flächen.

Sphecodes albilabris
Gattungssuche Sphecodes albilabris - Blutbiene
X
Nr. 2011.4174ckl_r100 %
4174ckl_r
Sphecodes albilabris
Blutbiene
100mm; F/11; 1/50s; ISO 200
Canon EOS 50D

Mit einer Körperlänge von bis zu 15 mm ist Sphecodes albilabris die größte Blutbiene Mitteleuropas. Ihre Größe und der bis auf das schwarzgefärbte letzte Segment ansonsten vollständig rot gefärbte Körper macht sie recht einfach von anderen Blutbienenarten unterscheidbar.

Sphecodes albilabris
Gattungssuche Sphecodes albilabris - Blutbiene
X
Nr. 2011.4213bkl_r100 %
4213bkl_r
Sphecodes albilabris
Blutbiene
100mm; F/11; 1/50s; ISO 200
Canon EOS 50D

Das zweite Bild habe ich einen Tag später aufgenommen, weil ich unbedingt noch eine Frontalaufnahme der Biene haben wollte. Es war ziemlich windig und mein Modell mußte sich ganz schön an einer alten Robinien­hülse festklammern, um nicht mit wegzufliegen. Glück für mich!
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10.04.2011 - Ich werde noch zum Imker...

Während meine Freunding den Vormittag nutzte, um einen leckeren Kirschkuchen zu backen, zog ich wieder einmal los. Heute wollte ich mich nochmal auf den offenen Sandflächen umschauen, da mir dort in den letzten Tagen eine Vielzahl weiterer Bienenarten aufgefallen waren.

Nach der Frühlings-Seidenbiene scheint jetzt auch der Rest von ihnen gemerkt zu haben, daß Frühling ist.

Die auffällgiste unter ihnen war die Weiden-Sandbiene. Mit ihrem grauen zotteligen Pelz und ihrer Größe von fast 1,5 cm fiel sie mir schon von weitem im Vorbeiflug auf.

Bei dieser Art handelt es sich um eine der größten einheimischen Sandbienen. Ihr Lebensraum sind offene Stellen auf sandigem oder lehmigen meist ziemlich lockerem Boden. Sie ist in Mitteleuropa vor allem entlang der Flußtäler weit verbreitet und stellenweise ziemlich häufig. Allerdings ist sie gebietsweise stark im Rückgang begriffen und gilt deshalb als gefährdet.

Als Nahrungsquelle dienen ihr hauptsächlich Weiden. Diese können aber auch mehrere hundert Meter von ihrer Niströhre entfernt liegen.

Andrena vaga
Gattungssuche Andrena vaga - Weiden-Sandbiene
X
Nr. 2011.4425bkl_r100 %
4425bkl_r
Andrena vaga
Weiden-Sandbiene
100mm; F/11; 1/10s; ISO 200
Canon EOS 50D

Die Weiden-Sandbiene nistet in der Regel sehr gesellig, unter günstigen Bedingungen gelegentlich in mehreren tausend Individuen auf engem Raum. Hier in den Püttbergen allerdings sind es weit weniger. Im Gegensatz zur schon erwähnten Frühlings-Seidenbiene bauen sie auf dem Eingang ihrer Niströhre noch einen kleinen Hügel, der bei jedem Verlassen des Nestes wieder zugescharrt wird.

Andrena vaga
Gattungssuche Andrena vaga - Weiden-Sandbiene
X
Nr. 2011.4424kl_r100 %
4424kl_r
Andrena vaga
Weiden-Sandbiene
100mm; F/11; 1/8s; ISO 200
Canon EOS 50D
Andrena vaga
Gattungssuche Andrena vaga - Weiden-Sandbiene
X
Nr. 2011.4355b_kl_r100 %
4355b_kl_r
Andrena vaga
Weiden-Sandbiene
100mm; F/7.1; 1/30s; ISO 200
Canon EOS 50D

Das war allerdings nicht die einzige Bienenart, die an diesem Morgen um mich herumschwirrte. Die anderen habe ich aber leider weit weniger hübsch ablichten können.

Zum einen war das eine sehr kleine Sandbienenart, die zu hunderten unterwegs war und immer nur wenige Zentimeter über dem Boden flog. Außerdem noch eine Blutbiene, die ich genauso wenig näher bestimmen konnte. Auch sie war, mit höchstens 7 mm, ziemlich klein - gegenüber der dazu riesigen Sphecodes albilabris fast zwergenhaft.

Andrena sp.
Gattungssuche Andrena sp. - Sandbiene
X
Nr. 2011.4401kl_r100 %
4401kl_r
Andrena sp.
Sandbiene
100mm; F/11; 1/20s; ISO 200
Canon EOS 50D
Sphecodes sp.
Gattungssuche Sphecodes sp. - Blutbiene
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Nr. 2011.4182kl_r100 %
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Sphecodes sp.
Blutbiene
100mm; F/8; 1/100s; ISO 200
Canon EOS 50D
Ich denke, in Sachen Bienen und Wespen sind die Püttberge ein sehr ergiebiges Revier!
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10.04.2011 - Sie springen wieder...

Da ich noch nicht genug hatte an diesem Vormittag und das Wetter mich förmlich aus der Wohnung trieb, machte ich mich zur Mittagszeit gleich nochmal in die Püttberge auf. Und siehe da, sie waren endlich wieder unterwegs. Die Rede ist von den kleinen V-Springspinnen, die mir schon im letzten Jahr das eine oder andere Mal über den Weg gesprungen sind. Deshalb erspare ich mir jetzt auch mal weitere Infos dazu.

Aelurillus v-insignitus
Gattungssuche Aelurillus v-insignitus - V-Springspinne ♂Springspinnengalerie
X
Nr. 2011.4478bkl_r100 %
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Aelurillus v-insignitus
V-Springspinne ♂
100mm; F/8; 1/40s; ISO 200
Canon EOS 50D
Aelurillus v-insignitus
Gattungssuche Aelurillus v-insignitus - V-Springspinne ♂Springspinnengalerie
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Nr. 2011.4484kl_r100 %
4484kl_r
Aelurillus v-insignitus
V-Springspinne ♂
100mm; F/5.6; 1/40s; ISO 200
Canon EOS 50D

Leider sind mir dieses Mal nur Männchen begegnet. Allerdings war es sehr interessant zu beobachten, was passiert, wenn sich zwei davon mal über den Weg laufen. Zum Glück war ich schnell genug am Auslöser, um diese, nur wenige Sekunden dauernde, Begegnung zu dokumentieren. Das nenn ich doch mal eine Drohgebärde...

Aelurillus v-insignitus
Gattungssuche Aelurillus v-insignitus - V-SpringspinneSpringspinnengalerie
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Nr. 2011.4446kl_r100 %
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Aelurillus v-insignitus
V-Springspinne
100mm; F/11; 1/50s; ISO 400
Canon EOS 50D

Ich denke im Laufe dieses Jahres werde ich die Kleinen sicher noch ein paar mal treffen. Vielleicht wird mir dann ja auch ein Paarungstanz geboten.
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05.05.2011 - Die Natur explodiert förmlich...

Da ist man mal drei Wochen in Peru und wenn man nach Hause kommt, muß man feststellen, daß die Natur in den heimatlichen Gefilden förmlich explodiert ist. Nicht nur das es überall kreucht und fleucht, nein auch das Blätterdach ist auf einmal geschlossen und allerorts blüht es.

Leider hat meine große Kamera im Urlaub den Geist aufgegeben (wahrscheinlich eine akute Südamerika-Allergie) und so muß ich für die nächste Zeit erstmal mit der Kleinen zurechtkommen. Früher ging es ja auch! Zur besseren Umgewöhung habe ich aber heute erst einmal mit unbeweglichen Motiven "geübt" und möchte deshalb den Mai auch mit ein paar Blumen eröffnen.

Die heutigen Zwei sind typische Vertreter von Sandtrockenrasen - Gesellschaften. Außerdem sind beide ziemlich kleinwüchsig und dürften daher wohl oft übersehen werden.

Myosotis stricta
Gattungssuche Myosotis stricta - Sand-Vergißmeinnicht
X
Nr. 2011.7460kl_r100 %
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Myosotis stricta
Sand-Vergißmeinnicht
100mm; F/3.5; 1/250s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL
Myosotis stricta
Gattungssuche Myosotis stricta - Sand-Vergißmeinnicht
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Nr. 2011.7438kl_r100 %
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Myosotis stricta
Sand-Vergißmeinnicht
100mm; F/7.1; 1/50s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL

Beim ersten handelt es sich um das hübsche Sand-Vergißmeinicht, eine Pflanze aus der Familie der Raublattgewächse. Die Art wird maximal 20 cm hoch und gehört damit zu den Kleinsten ihrer Gattung. Ihre Blütezeit erstreckt sich vom März bis in den Juni hinein. Sie ist in Mitteleuropa weit verbreitet und an geeigneten Standorten oft in sehr großer Anzahl anzutreffen.

Die zweite kleine Schönheit ist dagegen viel seltener. Sie steht in den meisten deutschen Bundesländern auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Es handelt sich hierbei um den Dillenius-Ehrenpreis, einen Vertreter der Rachenblütler. Mit einer Blütezeit von April bis Mai gibt er den zuständigen Insekten auch weit weniger Zeit eine Befruchtung durchzuführen als sein Vorgänger.

Veronica dillenii
Gattungssuche Veronica dillenii - Dillenius-Ehrenpreis
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Nr. 2011.7390kl_r100 %
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Veronica dillenii
Dillenius-Ehrenpreis
100mm; F/8; 1/200s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL
Veronica dillenii
Gattungssuche Veronica dillenii - Dillenius-Ehrenpreis
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Nr. 2011.7375kl_r100 %
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Veronica dillenii
Dillenius-Ehrenpreis
100mm; F/5; 1/800s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL

Die Art ist dem sehr viel häufigeren Frühlings-Ehrenpreis recht ähnlich und nur anhand der drüsigeren Stengelbehaarung, des tieferen Blaus der Blüten und der etwas unterschiedlicheren Früchte von diesem zu unterscheiden.

Ich bin schon seit Jahren auf der Suche nach diesem Ehrenpreis und nun entdecke ich ihn doch tatsächlich direkt vor meiner neuen Haustür. Warum bin ich denn nicht schon ein paar Jahre eher hierher gezogen?

Auf dem Heimweg begegnete mir dann aber schließ­lich doch noch ein bewegliches Motiv, an dem ich nicht ohne ein Foto zu schießen vorbeigehen konnte.

Vor mir auf dem Weg versuchte ein wohl gerade frisch geschlüpfter Brauner Feuerfalter seine noch weichen Flügel in den letzten Sonnenstrahlen des Tages aushärten zu lassen.

Die Art ist fast in ganz Europa verbreitet und fehlt nur in Großbritannien, Skandinavien und auf den Mittelmeerinseln.

In Deutschland ist er noch sehr häufig anzutreffen, der Falter ist hier neben dem Kleinen Feuerfalter die häufigste Art seiner Gattung. Sein bevorzugter Lebensraum sind magere und naturnahe Wiesen.

Lycaena tityrus
Gattungssuche Lycaena tityrus - Brauner Feuerfalter ♂
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Nr. 2011.7480bkl_r100 %
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Lycaena tityrus
Brauner Feuerfalter ♂
100mm; F/8; 1/50s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL

Die Raupe des Falters ernährt sich von verschie­denen Ampfer-Arten, wovon allerdings viele, aufgrund der intensiven Nutzung der meisten Wiesen, stark im Rückgang begriffen sind. Hier in den Püttbergen gibt es jedoch, dem Falter zum Glück, noch eine ganze Menge davon.

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07.05.2011 - Eine seltene Schönheit...

...habe ich heute versucht in Szene zu setzen. Die Niedrige Schwarzwurzel steht überall in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. In Berlin und Brandenburg gilt sie sogar als "stark gefährdet".

Scorzonera humilis
Gattungssuche Scorzonera humilis - Niedrige Schwarzwurzel
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Nr. 2011.7546kl_r100 %
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Scorzonera humilis
Niedrige Schwarzwurzel
100mm; F/6.3; 1/30s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL

Mir ist sie schon vor einigen Jahren in den Pütt­bergen begegnet. Zu dieser Zeit fanden sich hier allerdings noch mehr als 20 blühende Exemplare - heute war es gerade noch eins!

Die Niedrige Schwarzwurzel gehört zu der in Mitteleuropa sehr artenreichen Familie der Korb­blütler. Aufgrund ihres typischen Habitus ist sie allerdings von den vielen weiteren gelb­blütigen Vertretern dieser Familie sehr gut zu unterscheiden.

Sie bevorzugt meist kalkfreie Moorwiesen oder wie in diesem Fall sandige Kiefernwälder als Standort. Wie schon oben erwähnt, handelt es sich um eine in Deutschland nur sehr zerstreut bis selten vorkom­mende Art.

Ich werde den Bestand in den nächsten Jahren im Auge behalten, in der Hoffnung, daß er sich eventuell wieder erholt. Es wäre schade um diese seltene Schönheit.

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07.05.2011 - Und wieder beim Balkonputz...

Wie schon im letzten Jahr lief mir auch beim diesjährigen Balkonputz wieder eine Spinne vor die putzenden Hände. Da ich davon ausgehe, daß ihr eigentliches zu Hause nicht unser Balkon, sondern eher die Püttberge sind, fällt sie auch diesmal wieder in diese Rubrik.

Es handelt sich um Anyphaena accentuata, eine Art, die ich bisher noch nie zu Gesicht bekommen habe. Folglich mußte ich auch erst einmal eine Weile die Bücher wälzen, ehe ich sie bestimmen konnte.

Die Spinne gehört zur Familie der Zartspinnen, von denen es in Mitteleuropa lediglich zwei Vertreter gibt. Anyphaena accentuata ist die häufigere Art von beiden. In Deutschland ist sie sehr weit verbreitet und überall recht häufig. Ihr bevorzugter Lebens­raum sind dabei Laub- und Mischwälder.

Die Art ist normalerweise nachtaktiv und jagt auf Bäumen und Büschen. Am Tage ist die Spinne nicht einfach zu entdecken, da sie sich dann in zusammen­gesponnenen Blättern aufhält. Vielleicht wohnt sie ja doch in unserem Balkon-Kirschbaum.

Anyphaena accentuata
Gattungssuche Anyphaena accentuata - Zartspinne
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Nr. 2011.7563bkl_r100 %
7563bkl_r
Anyphaena accentuata
Zartspinne
100mm; F/8; 1/13s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL

Leider ist es mir nicht gelungen sie auch noch von einer Draufsicht zu überzeugen, denn so schnell wie sie mir vor die Füße lief, ist sie dann auch wieder verschwunden...

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09.05.2011 - Diesmal ohne Blessuren...

Vor vier Tagen schoß ich eher zufällig ein Bild eines Braunen Feuerfalters. Da das Foto eher künstlerischen Charakter hatte, als daß es den Falter in seiner ganzen Schönheit zeigte, beschloß ich heute erneut loszuziehen, um noch ein paar weitere Bilder dieser Art zu schießen.

Leider bin ich kein Freund des frühen Aufstehens und nutze deshalb meist die Abendstunden, um ein etwas besseres Licht zu bekommen. Der Haken daran ist, daß um diese Zeit meist auch noch meine bevorzugten Motive recht aktiv sind. Das gestaltet ein Fotoshooting respektive eine ordentliche Bild­gestaltung oft sehr schwierig. So auch dieses Mal!

Es waren zwar noch mehrere Braune Feuerfalter unter­wegs, trotzdem hat es sehr lange gedauert, bis ich endlich an ein sitzendes Exemplar nahe genug herankam, um ein paar Fotos zu machen. Bei allen vorherigen Versuchen flogen die Falter bereits davon, bevor ich mich ihnen überhaupt bis auf einen Meter nähern konnte.

Wie auch beim letzten Mal, war es wieder ein männliches Exemplar. Diesmal allerdings hatte ich meine gewünschten Ansichten im Kasten, bevor es weiterflog.

Lycaena tityrus
Gattungssuche Lycaena tityrus - Brauner Feuerfalter ♂
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Nr. 2011.7589_90dkl_r100 %
7589_90dkl_r
Lycaena tityrus
Brauner Feuerfalter ♂
100mm; F/7.1 (DFF); 1/800s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL
Lycaena tityrus
Gattungssuche Lycaena tityrus - Brauner Feuerfalter ♂
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Nr. 2011.7587kl_r100 %
7587kl_r
Lycaena tityrus
Brauner Feuerfalter ♂
100mm; F/9; 1/500s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL
Ein paar Infos zur Art gibt es im Bericht vom 05.05.2011.
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10.05.2011 - Sie ist wieder da...

Nachdem mir die erste Zartspinne meines Lebens vor drei Tagen die Draufsicht verweigert hat, ist sie heute morgen doch tatsächlich wieder auf unserem Balkon aufgetaucht. Diesmal war sie geduldiger mit mir und auch das Licht war etwas besser.

Anyphaena accentuata
Gattungssuche Anyphaena accentuata - Zartspinne
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Nr. 2011.7607ckl_r100 %
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Anyphaena accentuata
Zartspinne
100mm; F/11; 1/4s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL
Anyphaena accentuata
Gattungssuche Anyphaena accentuata - Zartspinne
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Nr. 2011.7599dkl_r100 %
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Anyphaena accentuata
Zartspinne
100mm; F/9; 1/10s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL
Infos zur Art stehen im Bericht vom 07.05.2011.
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10.05.2011 - Und noch ein Feuerfalter...

Diesmal ist es allerdings ein Kleiner Feuerfalter.

Leider läßt sich anhand der Fotos nicht sagen, um welches Geschlecht es sich hier handelt. Bei dieser Art kann man nämlich, im Gegensatz zum Braunen Feuerfalter, bei dem ein ausgeprägter Sexual­dimorphismus herrscht, nicht anhand seiner Flügel­zeichnung erkennen, ob es sich um ein Weibchen oder ein Männchen handelt. Hier sehen beide Geschlechter völlig identisch aus.

Lycaena phlaeas
Gattungssuche Lycaena phlaeas - Kleiner Feuerfalter
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Nr. 2011.7639kl_r100 %
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Lycaena phlaeas
Kleiner Feuerfalter
100mm; F/7.1; 1/500s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL
Lycaena phlaeas
Gattungssuche Lycaena phlaeas - Kleiner Feuerfalter
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Nr. 2011.7646kl_r100 %
7646kl_r
Lycaena phlaeas
Kleiner Feuerfalter
100mm; F/9; 1/250s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL

Einige weitere Infos zum Kleinen Feuerfalter gibt es in einem Posting vom vorigen Jahr. Dort sind auch die Flügelunterseiten dieser Feuerfalterart zu bewundern.

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12.05.2011 - Und hier ist das Weib...

Nachdem mir die letzten Tage immer nur männliche Exemplare des Braunen Feuerfalters über dem Weg geflogen sind, habe ich gestern Abend tatsächlich mein erstes Weibchen in diesem Jahr gesehen. Leider ist mir nur dieser Schnappschuß gelungen und so beschloß ich heute noch einmal nach ihm zu suchen.

Normalerweise bin ich ja ein Langschläfer, aber für ein paar schöne Fotos habe ich mich dann doch mal zum zeitigen Aufstehen entschlos­sen. Ich wollte den Falter nämlich noch an seinem Schlafplatz finden, damit ich ihn in aller Ruhe ablichten kann, ehe er sich wieder für den neuen Tag genügend auf­gewärmt hat und mir erneut davonfliegt.

Lycaena tityrus
Gattungssuche Lycaena tityrus - Brauner Feuerfalter ♀
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Nr. 2011.7671kl_r100 %
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Lycaena tityrus
Brauner Feuerfalter ♀
100mm; F/4.5; 1/125s; ISO 800
Canon EOS 350D DIGITAL
Lycaena tityrus
Gattungssuche Lycaena tityrus - Brauner Feuerfalter ♀
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Nr. 2011.7714_TL_kl_r100 %
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Lycaena tityrus
Brauner Feuerfalter ♀
100mm; F/8; 1/20s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL

Und siehe da, ich hatte tatsächlich Glück. In einer Gabelung eines vertrockneten Flockenblumen­stengels wurde ich fündig. Ob es sich allerdings wirklich um den Falter von gestern Abend handelt, kann ich nicht zweifelsfrei sagen :-)

Jedenfalls ließ mir die Gute diesmal alle Zeit der Welt, um sie in jeder erdenklichen Pose abzulichten.

Nur auf eine Ansicht mit geöffneten Flügeln hatte sie scheinbar keinen Bock. Dafür war es wahrscheinlich auch noch zu kalt, die Sonne war ja gerade erst aufgegangen. Ich beschloß daher später nocheinmal wiederzukommen, in der Hoffnung die Schmetter­lingsdame noch an Ort und Stelle vorzufinden.

Lycaena tityrus
Gattungssuche Lycaena tityrus - Brauner Feuerfalter ♀
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Nr. 2011.7724kl_r100 %
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Lycaena tityrus
Brauner Feuerfalter ♀
100mm; F/11; 1/6s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL

Tatsächlich saß sie auch noch eine Stunde später auf dem selben Stengel. Allerdings war sie inzwischen ganz nach oben geklettert und hatte, wie von mir erhofft, ihre Flügel geöffnet. Nur das Licht war zu diesem Zeitpunkt leider nicht mehr ganz so schön wie zuvor. Ein paar Stunden später flogen dann sogar gleich ein paar Weibchen auf der Wiese umher und mir gelang es noch ein Bild zu erhaschen. Auf dem sieht man jetzt auch deutlich die, im Gegensatz zum Männchen, orange gefärbte Unterseite der Oberflügel.

Lycaena tityrus
Gattungssuche Lycaena tityrus - Brauner Feuerfalter ♀
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Nr. 2011.7767_68_70kl_r100 %
7767_68_70kl_r
Lycaena tityrus
Brauner Feuerfalter ♀
100mm; F/6.3 (DFF); 1/30s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL
Lycaena tityrus
Gattungssuche Lycaena tityrus - Brauner Feuerfalter ♀
X
Nr. 2011.7795ckl_r100 %
7795ckl_r
Lycaena tityrus
Brauner Feuerfalter ♀
100mm; F/7.1; 1/500s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL

Warum ich allerdings die letzten Tage nur Männchen gesehen habe, ist mir unklar - eventuell schlüpfen sie ja einfach eher als ihre besseren Hälften...

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13.05.2011 - Ein Möndchen am Mittag...

In meiner heutigen Mittagspause in den Püttbergen fiel mir auf einem Grashalm ein nur ca. 1 cm kleiner Eulenfalter auf, den ich bis dato noch nie gesehen hatte.

Besonders auffällig war seine sichelförmige weiße Zeichnung auf dem Flügel und sein ziemlich büscheliger Kopf. Mit Hilfe des Lepiforums konnte ich ihn als Möndcheneule bestimmen.

Der Falter ist überall in Europa sowie in Zentral- und Ostasien (bis auf Japan) heimisch. In Deutschland ist er überwiegend in den südlicheren Bundensländern verbreitet. Auf der Roten Liste gefährdeter Arten ist der Falter als nicht gefährdet eingestuft.

Er bevorzugt Steppenheiden, warme Hänge und Ödland als seinen Lebensraum. Die Nahrung der Raupen sind Arten der Gattung Linaria (Leinkraut).

Die Möndcheneule bildet mehrere Generationen pro Jahr und ist dementsprechend vom April bis in den September hinein anzutreffen.

Calophasia lunula
Gattungssuche Calophasia lunula - Möndcheneule
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Nr. 2011.7846bkl_r100 %
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Calophasia lunula
Möndcheneule
100mm; F/7.1; 1/400s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL

Die Falter sind über­wiegend dämmerungsaktiv, besuchen aber manch­mal auch tagsüber Blüten.

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18.05.2011 - Ne Jungfer mit nem Becher...

Am heutigen Tage war ich mal nicht allein in den Püttbergen unterwegs, sondern mit einem Freund, der dem selben Hobby fröhnt, wie ich. Dabei fungierte ich aber lediglich als ortskundiger Führer und Fotoassistent.

Enallagma cyathigerum
Gattungssuche Enallagma cyathigerum - Gemeine Becherjungfer ♂
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Nr. 2011.7856_55bkl_r100 %
7856_55bkl_r
Enallagma cyathigerum
Gemeine Becherjungfer ♂
100mm; F/4.5 (DFF); 1/400s; ISO 200
Canon EOS 350D DIGITAL

So ist auch während unseres gemeinsamen "Spaziergangs" bei mir nur ein Foto entstanden. Das allerdings, zeigt eine Art, welche mir bisher noch nie in den Püttbergen aufgefallen ist.

Es handelt sich bei meinem heutigen Fund um eine Gemeine Becherjungfer, eine Kleinlibellenart aus der Familie der Schlanklibellen.

Aufgrund der nur geringen Ansprüche an ihren Lebensraum, gehört sie zu den am weitest verbreiteten und auch häufigsten Libellen Europas.

Sie besiedelt eine Vielzahl verschiedener Gewässer­typen, bevorzugt allerdings stille oder nur langsam­fließende Gewässer. Als Pionierart siedelt sich die Becherjungfer auch oft an neu angelegten Seen an.

Mein Exemplar ist ein noch nicht reifes Männchen. Wenn es erwachsen ist, wird aus seiner zart-lilanen Färbung noch ein leuchtendes hellblau werden.

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19.05.2011 - Im Liebesrausch...

Zur Zeit geht es richtig ab auf den trockenen Wiesen in den Püttbergen und zwar in Form des massenhaften Auftretens eines kleinen Käfers aus der Familie der Blatthornkäfer. Sobald die Sonne scheint, sieht man ihn überall umherschwirren oder sich sogar paaren.

Der Käfer heißt auf lateinisch Chaetopteroplia segetum und besitzt keinen deutschen Namen. Er hat große Ähnlichkeit mit dem bekannten Junikäfer, ist allerdings nur ca. 1 cm groß und im Gegensatz zu diesem sehr viel üppiger behaart. Die Art ist ausgesprochen wärmeliebend und bevorzugt dabei Wiesen als Lebensraum.

Chaetopteroplia segetum
Gattungssuche Chaetopteroplia segetum - Blatthornkäfer
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Nr. 2011.6549bkl_r100 %
6549bkl_r
Chaetopteroplia segetum
Blatthornkäfer
100mm; F/7.1; 1/200s; ISO 400
Canon EOS 50D

Sowohl die Larve als auch der Käfer selbst ernähren sich hauptsächlich von verschiedenen Grasarten.

Chaetopteroplia segetum
Gattungssuche Chaetopteroplia segetum - Blatthornkäfer
X
Nr. 2011.6522_24kl_r100 %
6522_24kl_r
Chaetopteroplia segetum
Blatthornkäfer
100mm; F/5.6 (DFF); 1/800s; ISO 400
Canon EOS 50D
Chaetopteroplia segetum
Gattungssuche Chaetopteroplia segetum - Blatthornkäfer
X
Nr. 2011.6571kl_r100 %
6571kl_r
Chaetopteroplia segetum
Blatthornkäfer
100mm; F/6.3; 1/80s; ISO 400
Canon EOS 50D

In Deutschland ist Chaetopteroplia segetum rechts der Elbe stellenweise häufig, links der Elbe dagegen selten und gebietsweise sogar fehlend. Der Käfer steht bei uns als "stark gefährdet" auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

Ach, und wie man "leicht" erkennen kann, ist meine "große" Kamera endlich wieder ganz.

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19.05.2011 - Der Rest vom Tage...

Außer den kleinen Käfern gab es heute relativ wenig anderes zu sehen. Ich denke, daß die momentane Insektenflaute an der schon seit Tagen anhaltenden Trockenheit liegt. Einzig und allein eine Raupenfliege und ein paar schwärmende Ameisen erregten heute so noch meine Aufmerksamkeit.

Die Ameisen traf ich in großer Anzahl auf einem Grasbüschel am Wegrand im Waldbereich der Püttberge. Sie hatten wohl gerade erst begonnen zu schwärmen. Nach meiner Ankunft kamen jedenfalls mehr und mehr Ameisen aus dem Nest heraus.

Leider war das Licht schon etwas schwach und freihand ist deshalb nur eine Aufnahme entstanden, die mehr oder weniger scharf geworden ist.

Die Art wurde mir als Braune Wegameise bestimmt, eine Ameise, die in Deutschland weit verbreitet ist und deren bevorzugter Lebensraum Laub- und Misch­wälder sind. Allerdings gilt sie bei uns als Schädling, da sie wohl auch gerne verbautes Holz zerstört.

Bei der Raupenfliege handelte es sich einmal mehr um Gymnosoma rotundatum, eine Art, die mir sehr oft hier begegnet und die ich bereits im vorigen Herbst in Großaufnahme foto­grafieren konnte. Heute wurde es eher eine mehr "künstlerische" Aufnahme.

Gymnosoma rotundatum
Gattungssuche Gymnosoma rotundatum - Raupenfliege
X
Nr. 2011.6577kl_r100 %
6577kl_r
Gymnosoma rotundatum
Raupenfliege
100mm; F/6.3; 1/100s; ISO 400
Canon EOS 50D

Im Bericht vom letzten September gibt es auch ein paar weitere Infos über diese Fliege.

Lasius brunneus
Gattungssuche Lasius brunneus - Braune Wegameise
X
Nr. 2011.6582_83kl_r100 %
6582_83kl_r
Lasius brunneus
Braune Wegameise
100mm; F/6.3 (DFF); 1/50s; ISO 400
Canon EOS 50D
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20.05.2011 - Hängen & Schlafen...

Schon an einem der letzten Abende war mir ein tolles Motiv vor die Linse gekommen. Es handelte es sich um eine Kegelbiene, die sich in einen Grashalm verbissen und es sich so schon für die Nacht gemütlich gemacht hatte. Besonders begeisterten mich aber ihre wunderschönen, marmorierten Augen.

Leider war es an diesem Tage schon ziemlich spät und das Licht dadurch eher suboptimal. Weil die Fotos deshalb auch "nicht ganz so" farbenfroh geworden sind, beschloß ich an einem der nächsten Tage noch einmal in den Morgenstunden nach dieser Art zu suchen. Ich hoffte, daß sie auch Langschläfer sind :-)

Und siehe da, heute hatte ich Glück. Diesmal war es allerdings kein Männchen was da am frühen Morgen "abhing", sondern ein weibliches Exemplar. Die genaue Art dieses Kegelbienenpärchens konnte ich leider bisher noch nicht herausfinden.

Coelioxys sp.
Gattungssuche Coelioxys sp. - Kegelbiene ♂
X
Nr. 2011.7874dkl_r100 %
7874dkl_r
Coelioxys sp.
Kegelbiene ♂
100mm; F/6.3; 1/25s; ISO 400
Canon EOS 350D DIGITAL
Coelioxys sp.
Gattungssuche Coelioxys sp. - Kegelbiene ♀
X
Nr. 2011.6627ckl_r100 %
6627ckl_r
Coelioxys sp.
Kegelbiene ♀
100mm; F/5; 1/50s; ISO 200
Canon EOS 50D

Den Namen hat die ganze Bienenfamilie nach dem sehr auffälligen kegelförmigen Hinterleib der Weibchen. Der Körperbau des Männchens hingegen besitzt eine normale bienenartige Form. Er ist am Ende allerdings, im Gegensatz zu dem des Weibchens, mit mehreren Dornen bewährt.

Alle zwölf in Deutschland vorkom­menden Kegelbienen-Arten sind sogenannte Kuckucksbienen und para­sitieren meistens auf Bienen der Gattung Megachile oder Anthophora. Da die meisten dieser Wirts­bienen allerdings selbst nicht sehr häufig sind, sind auch Kegelbienen releativ selten anzutreffen. Fast alle Arten stehen in Deutschland auf der Roten Liste.

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20.05.2011 - Eine Segel-Krabbenspinne...

Bei meinem heutigen Spaziergang segelte mir etwas Seltsames vor die Füße. Ursprünglich dachte ich, es wäre irgendein Insekt, doch bei genauerem Hinsehen entpuppte sich das Etwas als ein ca. 5 mm großes Krabbenspinnenmännchen. Eigenartig, eine Krabbenspinne habe ich zuvor noch nie fliegen sehen.

Die Krabbenspinne wurde mir als Xysticus audax bestimmt, eine Art, die sich hauptsächlich an Waldrändern und dort gerne auf den unteren Ästen von Nadelbäumen aufhält. Sie ist in Deutschland weit verbreitet und überall nicht selten.

Xysticus audax
Gattungssuche Xysticus audax - Krabbenspinne ♂
X
Nr. 2011.6679bkl_r100 %
6679bkl_r
Xysticus audax
Krabbenspinne ♂
100mm; F/8; 1/15s; ISO 200
Canon EOS 50D
Xysticus audax
Gattungssuche Xysticus audax - Krabbenspinne ♂
X
Nr. 2011.6689_90kl_r100 %
6689_90kl_r
Xysticus audax
Krabbenspinne ♂
100mm; F/8 (DFF); 1/8s; ISO 200
Canon EOS 50D

Vor mir im Sand gelandet, hatte ich zu tun ein paar ordentliche Aufnahmen von ihr zu erhaschen, so schnell wie sie unterwegs war. Sie hatte es wohl eilig wieder auf den nächsten Baum zu kommen.

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20.05.2011 - Abends noch ne Tanzfliege, ...

...die sich bereits zum Schlafen fertig gemacht und extra für mich einen sehr fotogenen Ansitz dafür ausgewählt hatte.

Empis tessellata
Gattungssuche Empis tessellata - Gewürfelte Tanzfliege
X
Nr. 2011.6712ckl_r100 %
6712ckl_r
Empis tessellata
Gewürfelte Tanzfliege
100mm; F/11; 1/2s; ISO 200
Canon EOS 50D

Genauer gesagt handelt es sich dabei um eine Gewürfelte Tanzfliege, eine der häufigsten Tanzfliegenarten in Mitteleuropa. Außerdem ist sie mit bis zu 13 mm Körpergröße auch eine der größten.

Beeindruckt hat mich bei dieser Fliege allerdings weniger die Größe des Körpers als die der "Nase", bei der es sich eigentlich um einen Rüssel handelt, der zum Anstechen und Aussaugen der Beutetiere dient.

Normalerweise ernähren sich Tanzfliegen nämlich primär von Insekten, die sie im Flug fangen. Die Vertreter der Gattung Empis, wie wir hier eine vor uns haben, haben sich im Laufe der Evolution jedoch zu Blütenbesuchern entwickelt.

Nur während der Balz erbeuten die Männchen ein Insekt und überreichen es seiner Angebeteten als Geschenk. Vermutlich dient dieses Verhalten zum Schutz vor dem Weibchen, denn Tanzfliegen neigen auch zum Kanibalismus.

Während der Paarungszeit bilden sich oft kleinere Schwärme, die jeweils nur aus Männchen oder Weibchen bestehen. Sie werden als sogenannte "Tanzgruppen" bezeichnet und sind für die Namens­gebung dieser Fliegenfamilie verantwortlich. Alle Individuen eines Schwarms fliegen dabei wild durch­einander und können so vermutlich vom jeweils anderen Geschlecht schon von weitem relativ gut ausgemacht und angeflogen werden.

Die Flugzeit der Gewürfelten Tanzfliege ist zwischen Mai und August. In dieser Zeit ist sie oft auf Lichtungen und an Waldrändern zu entdecken, wo sie Blüten besucht und deren Nektar nascht.

Was für ein Tag! Ich denke, morgen mache ich mal ne Fotopause...

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23.05.2011 - Ein Bock auf ner Nessel...

Außer offene Sandflächen und Trockenrasen gibt es in den Püttbergen auch noch andere Habitate. Der Großteil des Gebietes ist zum Beispiel Mischwald mit einem hohen Anteil an Kiefern. An den feuchteren und nährstoffreichen Wegrändern gibt es sogar Brennessel-Fluren. Wie der Name schon sagt, ist hier die Brennessel die dominante Art. Eine Pflanze die vielen Insekten als Nahrungsquelle und Kinderstube dient.

Einer dieser Leckermäuler ist der Scheckhorn-Distelbock, ein Käfer aus der Familie der Bockkäfer. Die Tiere können bis zu 2 cm groß werden und sind überall in Deutschland, in geeigneten Lebensräumen, recht häufig anzutreffen. Außer von Brennesseln ernähren sich die Käfer auch noch von Disteln und Doldenblütlern.

Agapanthia villosoviridescens
Gattungssuche Agapanthia villosoviridescens - Scheckhorn-Distelbock
X
Nr. 2011.6829bkl_r100 %
6829bkl_r
Agapanthia villosoviridescens
Scheckhorn-Distelbock
100mm; F/5.6; 1/5s; ISO 200
Canon EOS 50D
Agapanthia villosoviridescens
Gattungssuche Agapanthia villosoviridescens - Scheckhorn-Distelbock
X
Nr. 2011.6816ckl_r100 %
6816ckl_r
Agapanthia villosoviridescens
Scheckhorn-Distelbock
100mm; F/7.1; 1/4s; ISO 200
Canon EOS 50D

Die Larven des Käfers entwickeln sich in den Stengeln der Pflanzen, überwintern dort im Larvenstadium und verpuppen sich erst im nächsten Frühling. Im Mai schlüpfen dann die Käfer daraus - es dürfte sich bei meinem Exemplar also noch um einen Jungtier handeln.

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24.05.2011 - Ein Dieb mit Handicap...

Nachdem ich mich die letzten Wochen eher mit den Bewohnern der Trockenrasengesellschaften der Püttberge beschäftige habe, versuche ich heute nun schon den zweiten Tag im Wald mein Glück. Bei meinem heutigen Morgenspaziergang fand ich am Wegrand eine kleinere Raubfliege, die auf einem Grashalm saß. Auf den zweiten Blick sah ich jedoch, daß sie scheinbar beim Schlupf Probleme gehabt haben muß und so einer ihrer Flügel nicht korrekt ausgebildet war.

Ich denke nicht, daß sie flugfähig ist und so wird sie wohl oder übel verhungern müssen. Raub­fliegen er­beuten ihre Nahrung nämlich ausschließ­lich im Flug.

Bestimmt wurde mir die Fliege als eine, nur anhand eines Fotos sehr schwer bestimmbare Strauchdieb-Art. Da es in Berlin aber nur eine Art dieser Gattung geben soll, gehe ich einmal vorsichtig davon aus, daß es sich hierbei um den Gemeinen Strauchdieb handelt.

Diese Raubfliegenart ist in Deutschland weit ver­breitet und überall auch recht häufig. An ihren Lebensraum stellt sie keine speziellen Ansprüche und besiedelt neben Wäldern auch gehölzreiche Gärten und Parkanlagen. Die Flugzeit dieser Art ist von Mai bis September.

Neoitamus cf. cyanurus
Gattungssuche Neoitamus cf. cyanurus - Gemeiner Strauchdieb ♀
X
Nr. 2011.6856dkl_r100 %
6856dkl_r
Neoitamus cf. cyanurus
Gemeiner Strauchdieb ♀
100mm; F/8; 1/5s; ISO 400
Canon EOS 50D

Am Eiablegeapparat, der auf dem Foto zugege­benermaßen leider ein wenig außerhalb der Schärfe­ebene liegt, erkennt man im Übrigen, daß es sich bei meinem Fund um ein Weibchen handelt.

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24.05.2011 - Ein Räuber und ein Zünsler...

Heute war scheinbar der Tag der Raubfliegen, denn auch am Abend war das erste Insekt, welches mir bei meinem kleinen Rundgang kurz vor Sonnenuntergang vor die Linse kam, wieder eine solche Fliege.

Diesmal war es allerdings eine Säbel-Raubfliege, die sich schon einen Schlafplatz, in Form eines vertrockneten Blütenstandes, gesucht hatte.

Sie ist ein typischer Bewohner von sandigen xero­thermen Heide- und Graslandschaften, die sich in Wäldern oder an deren Randbereichen befinden.

In Berlin und Brandenburg gibt es viele derartige Lebensräume. Die Art ist hier deshalb auch weit verbreitet und regelmäßig anzutreffen. Was Berlin betrifft, ist in dieser Beziehung allerdings ein leichter Rückgang zu verzeichnen.

Die Säbel-Raubfliege kann eine Körpergröße von bis zu 1,5 cm erreichen. Ihre Hauptflugzeit erstreckt sich von Mai bis August. In dieser Zeit ernährt sie sich von Insekten, die sie im Flug erbeutet.

Meine Fliege ist übrigens ein Männchen. Siehe hier.

Dysmachus trigonus
Gattungssuche Dysmachus trigonus - Säbel-Raubfliege ♂Raubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.6943kl_r100 %
6943kl_r
Dysmachus trigonus
Säbel-Raubfliege ♂
100mm; F/11; 1/2s; ISO 200
Canon EOS 50D
Dysmachus trigonus
Gattungssuche Dysmachus trigonus - Säbel-Raubfliege ♂Raubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.6948kl_r100 %
6948kl_r
Dysmachus trigonus
Säbel-Raubfliege ♂
100mm; F/6.3; 1/4s; ISO 200
Canon EOS 50D

Der zweite Fund des heutigen Abends war ein Kleinschmetterling aus der Familie der Zünsler mit dem schönen Namen Crambus lathoniellus. Er und viele seine Artgenossen sind momentan überall auf den Trockenwiesen der Püttberge unterwegs. Von weitem sind die winzigen Falter recht unscheinbar, aus der Nähe betrachtet zeigen ihre Flügel jedoch eine wunderschöne Musterung.

Es war allerdings ganz schön schwer überhaupt ein paar Nahaufnahmen zu machen, da die Falter sehr aufmerk­sam sind und einen kaum in ihre Nähe lassen. Bei einer Größe von höchstens 1 cm muß man aber schon ziemlich nah ran - auch mit nem 100 mm Makro-Objektiv. So bald ich nahe genug war, flogen sie einfach einen Grashalm weiter.

Crambus lathoniellus
Gattungssuche Crambus lathoniellus - Zünsler
X
Nr. 2011.6884_85kl_r100 %
6884_85kl_r
Crambus lathoniellus
Zünsler
100mm; F/7.1 (DFF); 1/6s; ISO 200
Canon EOS 50D
Crambus lathoniellus
Gattungssuche Crambus lathoniellus - Zünsler
X
Nr. 2011.6905_06kl_r100 %
6905_06kl_r
Crambus lathoniellus
Zünsler
100mm; F/5.6 (DFF); 1/3s; ISO 200
Canon EOS 50D

Crambus lathoniellus ist in Mitteleuropa weit verbreitet und bevorzugt offenen Graslandschaften als Lebensraum. Die Raupen der Art leben in Gespinströhren nahe des Erdbodens. Als Nahrung dienen ihnen verschiedene Gräser. Die Falter selbst fliegen vom Mai bis in den August hinein.

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25.05.2011 - Eine kleine Schlafmütze...

Am heutige Morgen war im Wald nicht viel los und so stattete ich doch wieder meinen heiß geliebten Trocken­wiesen einen Besuch ab, in der Hoffnung den einen oder anderen Bewohner noch in Morpheus' Reich vorzufinden.

Und tatsächlich, nach nicht einmal 5 Minuten Suchen, fand ich einen schlafenden Kleinen Heufalter, an dem mein Objektiv sofort Gefallen fand.

Leider war es ziemlich windig und so hatte ich meine liebe Not, trotz fast Offenblende, die Bewegungs­unschärfe in den Griff zu bekommen. Am Ende war es dann wohl eher ein Kompromiss.

Ob er wohl morgen früh wieder an der selben Stelle sitzt? Ich werde auf jeden Fall dort vorbeischauen.

Coenonympha pamphilus
Gattungssuche Coenonympha pamphilus - Kleiner Heufalter
X
Nr. 2011.6969_80kl_r100 %
6969_80kl_r
Coenonympha pamphilus
Kleiner Heufalter
100mm; F/3.5 (DFF); 1/60s; ISO 200
Canon EOS 50D

Ein paar Information zum Kleinen Heufalter gibt es im Bericht vom vorigen Jahr, als ich mich schon einmal dieser Art widmete. Damals allerdings in der Abendsonne...

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26.05.2011 - Lange Fühler...

...und ziemlich nervenaufreibend, das sind die beiden Hauptmerkmale dieser kleinen Langhornmotten-Art mit dem Namen Degeers Langfühler. Nervenaufreibend in der Hinsicht, daß ich schon seit Tagen versuche ein anständiges Bild dieses Kleinschmetterlings zu machen, die kleinen "Biester" mich dabei aber inzwischen fast in den Wahnsinn getrieben haben.

Nemophora degeerella
Gattungssuche Nemophora degeerella - Degeers Langfühler
X
Nr. 2011.7008bkl_r100 %
7008bkl_r
Nemophora degeerella
Degeers Langfühler
100mm; F/2.8; 1/125s; ISO 400
Canon EOS 50D

Sobald man nur ein klein wenig in ihre Nähe kommt, machen sie sich sofort aus dem Staub. Deshalb gebe ich nun erst einmal auf und begnüge mich mit dieser knalligen aber durchaus "künstlerisch wertvollen" Offenblende-Freihandauf­nahme.

Die Art gehört zur Familie der Miniersackmotten und ist in weiten Teilen Europas verbreitet. Sie bevorzugt Laubwälder und Parkanlagen als Lebensraum.

Die erwachsene Motte ernährt sich von Blütenpollen und Nektar. Die Raupen hingegen minieren meist in den Blättern von Buschwindröschen. Das heißt, sie fressen sich ein paar Milimeter in ein Blatt hinein und "graben" ab dort Quergänge. Die Blätter werden dabei ausgesaugt bis sie welk zu Boden fallen. Beim massenhaften Auftreten gelten sie als Schädlinge.

Die Flugzeit der Art erstreckt sich von April bis in den September hinein. Bei der großen Anzahl an Tieren, die hier im Moment herumfliegen, ergibt sich bis dahin bestimmt noch mal die Möglichkeit für das eine oder andere Foto...

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27.05.2011 - Mich laust die Laus...

Bei meinem heutigen Morgenspaziergang stolperte ich über ein eigenartiges Insekt, welches ich zunächst für eine Art Wanze hielt. Im Forum von Insektenfotos.de belehrte mich man allerdings eines Besseren. Was mir da vor die Linse gekommen ist, war keineswegs eine Wanze, sondern eine Baum- oder Rindenlaus - genauer gesagt wahrscheinlich eine Grosse Schwarze Fichtenrindenlaus.

Ich war von der Bestimmung ziemlich überrascht, denn eine "Laus" mit fast 1 cm Größe war mir bis dato auch noch nicht unter die Augen gekommen. Da sieht man wieder mal, man lernt nie aus - vor allem bei diesem Hobby nicht!

Baumläuse gehören zur Überfamilie der Blattläuse. Sie ernähren sich vom Pflanzensaft verschiedener Gehölze und bohren dazu mit ihrem langen Stechrüssel geeignete Teile ihrer Wirtspflanzen an.

Die Ausscheidungen, die sie dabei produzieren, werden von Imkern sehr geschätzt. Bienen sammeln diese nämlich auf und produzieren daraus eine köstliche Leckerei, die dann später bei uns im Supermarkt-Regal unter dem Namen "Waldhonig" zu erwerben ist. Na dann Mahlzeit!

Baumläuse sind überall in Deutschland in wald­reichen Gebieten recht häufig und können sogar in sehr großen Massen auftreten. Deshalb gelten sie auch als Forstschädlinge.

Nun kann man eine Zypressen-Wolfsmilch, wie auf dem Foto, nicht gerade als Baum bezeichnen. Die Erklärung für diesen untypischen Aufenthaltsort meines Motivs ist allerdings recht einfach.

Wie bei normalen Blattläusen gibt es auch bei Baumläusen geflügelte und ungeflügelte Tiere, wobei sich letztere sehr träge verhalten und sich ihr Leben lang meist nie von ihrem Stamm oder Zweig wegbewegen. Die geflügelte Form nutzt hingegen oft den Wind als Transportmittel und genau auf diesem Wege wird mein Exemplar wohl auf die Wolfsmilch gelangt sein.

Cinara cf. piceae
Gattungssuche Cinara cf. piceae - Grosse Schwarze Fichtenrindenlaus
X
Nr. 2011.7054dkl_r100 %
7054dkl_r
Cinara cf. piceae
Grosse Schwarze Fichtenrindenlaus
100mm; F/8; 1/15s; ISO 200
Canon EOS 50D

Bei all diesen Umständen kann man ja nicht auf eine "Baumlaus" kommen ;)

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02.06.2011 - Männertagsausflug...

Mein Männertagsausflug beschränkte sich lediglich auf einen morgentlichen Spaziergang durch die Püttberge. Ein paar hübsche Fotos waren mein Lohn - und danach ein Bier!

Aber zunächst zu den Fotos. Mein erster Fund war ein kleiner bunter Schmetterling, der unendwegt auf einer sonnigen Lichtung hin- und herflog und sich nur manchmal für wenige Minuten zu einem Sonnenbad irgendwo niederließ. Ich hatte ganz schöne Probleme überhaupt ein schönes Fotos von ihm zu machen. Zudem war das Licht trotz morgendlicher Stunde schon ziemlich hart.

Es handelte sich um einen Weißbindigen Heufalter, einem Schmetterling aus der Familie der Edelfalter. Er ist nicht ganz so häufig wie sein naher Ver­wandter, der Kleine Heufalter, aber in Deutschland nicht selten und noch überall weit verbreitet. Seine Populationen sind jedoch, wie die der meisten Edel­falter, im Rückgang begriffen.

Der Falter bevorzugt, im Gegensatz zu seiner Schwesternart, etwas höher bewachsenes Gelände und ist besonders an sonnigen Wald­rändern und lockeren Wäldern ein (noch) oft gesehener Gast.

Seine Raupen ernähren sich von Wolligem Honiggras, Schafschwingel und einigen anderen Süßgräser-Arten. Die Falter selbst fliegen jährlich in einer Generation von Mitte Mai bis Mitte August.

Coenonympha arcania
Gattungssuche Coenonympha arcania - Weißbindiger Heufalter
X
Nr. 2011.7440bkl_r100 %
7440bkl_r
Coenonympha arcania
Weißbindiger Heufalter
100mm; F/6.3; 1/640s; ISO 400
Canon EOS 50D

Mein weiterer Weg führte mich noch ein Stückchen durch den Wald. Hier blüht immernoch in großer Anzahl die Astlose Graslilie, während sie auf den offenen Sandflächen schon längst verblüht ist. Die Astlose Graslilie gehört zu den Liliengewächsen und ist in Deutschland vorallem in lichten und trockenen Wäldern heimisch. In den Püttbergen blüht sie zwischen Mai und Juni in großer Anzahl.

Anthericum liliago
Gattungssuche Anthericum liliago - Astlose Graslilie
X
Nr. 2011.7515kl_r100 %
7515kl_r
Anthericum liliago
Astlose Graslilie
100mm; F/5.6; 1/160s; ISO 200
Canon EOS 50D
Gattungssuche Unbekannte Raupe
X
Nr. 2011.7521_22bkl_r100 %
7521_22bkl_r
Unbekannte Raupe100mm; F/8 (DFF); 1/25s; ISO 200
Canon EOS 50D

Zum Schluß begegnete mir noch eine ca. 3 cm große Raupe eines mir momentan noch nicht bekannten Schmetterlings. Falls ich sie noch bestimmen kann, folgen hier später eventuell noch ein paar Infos.

Und dann war es auch schon Mittag und es lockte mich das Männertags-Bier...

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03.06.2011 - Zwei Berserker...

Da ich das kommende Wochenende wohl eher nicht zum Fotografieren kommen werde, beschloß ich mich heute morgen doch einmal etwas früher in die Natur zu begeben, um vielleicht doch noch den einen oder anderen Schnappschuß zu machen. Zum Glück wurde es mehr als das!

Denn tatsächlich wurde mir die große Ehre zuteil eine Paarung einer der seltensten Raubfliegenarten Deutschlands beobachten und am Ende sogar in einer mir genehmen Qualität ablichten zu können. Bei dieser Raubfliege handelt es sich um die Berserkerfliege, die bis vor wenigen Jahren in Berlin noch als ausgestorben bzw. verschollen galt und erst 2003 nach über 100 Jahren wieder für das Gebiet nachgewiesen werden konnte.

Echthistus rufinervis
Gattungssuche Echthistus rufinervis - BerserkerfliegeRaubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.7530kl_r100 %
7530kl_r
Echthistus rufinervis
Berserkerfliege
100mm; F/8; 1/10s; ISO 200
Canon EOS 50D
Echthistus rufinervis
Gattungssuche Echthistus rufinervis - BerserkerfliegeRaubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.7544bkl_r100 %
7544bkl_r
Echthistus rufinervis
Berserkerfliege
100mm; F/10; 1/6s; ISO 200
Canon EOS 50D

Bis jetzt ist noch sehr wenig über die Standort­vorlieben dieser Art bekannt. Sie scheint aber eine Vorliebe für sandige und trockenwarme Habi­tate zu haben. Ihre Flugzeit ist von Mitte Mai bis Anfang August.

Nachdem die Kopula beendet war, flogen beide wieder getrennte Wege. Den des Weibchens verfolgte ich noch ein Stück und so entstanden auch noch ein paar Aufnahmen ohne Männchen.

Echthistus rufinervis
Gattungssuche Echthistus rufinervis - BerserkerfliegeRaubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.7547kl_r100 %
7547kl_r
Echthistus rufinervis
Berserkerfliege
100mm; F/8; 1/8s; ISO 200
Canon EOS 50D

Echthistus rufinervis
Gattungssuche Echthistus rufinervis - Berserkerfliege ♀Raubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.7561bkl_r100 %
7561bkl_r
Echthistus rufinervis
Berserkerfliege ♀
100mm; F/11; 1/3s; ISO 200
Canon EOS 50D
Echthistus rufinervis
Gattungssuche Echthistus rufinervis - Berserkerfliege ♀Raubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.7579kl_r100 %
7579kl_r
Echthistus rufinervis
Berserkerfliege ♀
100mm; F/6.3; 1/20s; ISO 200
Canon EOS 50D

Alle Informationen zur Berserkerfliege stammen im übrigen von der Webseite Zur Kenntnis der Raubfliegen Deutschlands von Danny Wolff - in dessen Kartierungsprojekt auch meine Funddaten einfließen.

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07.06.2011 - Da ist das Weibchen...

Nach einem nächtlichen Unwetter, mit sinnflut­artigen Regenfällen und Sturmböhen, hatte ich eigentlich gar keine große Hoffnung heute morgen überhaupt etwas vor meine Linse zu bekommen. Trotzdem bin ich losgezogen und hatte wider Erwarten Glück.

Zwar sahen die Trockenrasenflächen der Püttberge ziemlich verwüstet aus und vor allem von den offenen Hängen hatte es auch große Mengen an Sand heruntergespült, aber das Leben war bereits wieder am erwachen.

Überall krabbelten völlig versandete Grashüpfer und Ödlandschreckenlarven und auch ein paar Zünsler flogen schon wieder im Gras herum. Doch leider waren die im Augenblick allesamt ziemlich unfotogen. Ich wollte schon wieder nach Hause gehen, als ich doch noch etwas fotografierbares entdeckte.

Auf einer von den Wassermassen sichtlich mitgenom­menen und verdreckten Kresse-Pflanze, saß tatsäch­lich ein völlig intaktes und vor allem trockenes Exemplar einer Säbel-Raubfliege. Wahr­scheinlich war sie schon früh am Morgen wieder nach oben gekrabbelt, nachdem es sich über Nacht wohl eher im schützenden Tiefgras vor dem Unwetter versteckt gehalten haben muß.

Diesmal handelte es sich allerdings um ein Weibchen, was mich sehr freute, da ich ein solches bisher noch nicht fotografieren konnte. Im Gegen­satz zum Männchen endet dessen Körper in einem deutlich sichtbaren Eiablegeapparat.

Lange fotografieren konnte ich sie allerdings nicht, denn auf einmal fing es auch schon wieder an zu regnen. So blieb es dann auch "nur" bei einem herzeigbarem Foto.

Dysmachus trigonus
Gattungssuche Dysmachus trigonus - Säbel-Raubfliege ♀Raubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.7760bkl_r100 %
7760bkl_r
Dysmachus trigonus
Säbel-Raubfliege ♀
100mm; F/8; 1/6s; ISO 200
Canon EOS 50D

Ein paar weitere Infos zur Säbel-Raubfliege gibt es im Bericht zum Männchen.

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07.06.2011 - Gute Nacht...

Nach dem erfolgreichen Morgen kam ich natürlich an einem abendlichen Spaziergang nicht vorbei. Heute war ich allerdings schon sehr spät dran und so erwischte ich gleich mehrere Insekten, die sich bereits zum Schlafen fertig gemacht hatten. Meine beiden ersten Motive bildeten sogar eine Art Schlaf­gemeinschaft auf einer vertrockneten Feldbeifuß-Pflanze. Das heißt, eigentlich schliefen hier gleich mehrere Tiere beider Arten.

Anthidium strigatum
Gattungssuche Anthidium strigatum - Kleine Harzbiene
X
Nr. 2011.7879kl_r100 %
7879kl_r
Anthidium strigatum
Kleine Harzbiene
100mm; F/11; 1/2s; ISO 200
Canon EOS 50D

Zum einen waren da zwei höchsten 7 mm große Harzbienen, die sich in ihrer typischen Schlaf­stellung an den Ästen festgebissen hatten und zum anderen drei noch viel kleinere Goldwespen.

Die Kleine Harzbiene ist überall in Europa weit verbreitet. Sie bevorzugt warme und trockene Lebensräume unterschiedlichster Art. In Berlin und Brandenburg gilt sie als nicht gefährdet, für Gesamt-Deutschland steht die Art allerdings schon auf der Vorwarnstufe der Roten Liste.

Als Trachtpflanze bevorzugt diese Biene Hornklee, nutzt aber auch Vertreter anderer Pflanzenfamilien. Ihre Flugzeit ist von Juni-August.

Bei den Goldwespen handelte es sich mit Holopyga generosa um eine in Deutschland sehr häufige Art. In Mitteleuropa kommen ca. 100 Arten vor, die der Familie der Goldwespen angehören.

Holopyga generosa
Gattungssuche Holopyga generosa - Goldwespe
X
Nr. 2011.7889kl_r100 %
7889kl_r
Holopyga generosa
Goldwespe
100mm; F/6.3; 1/5s; ISO 200
Canon EOS 50D

Die meisten von ihnen sind sehr klein und aufgrund ihres bunten und metallisch glänzenden Körpers leicht dieser Familie zuzuordnen. Fast alle ernähren sich parasitär von den Larven anderer Wespen und Bienen. Genaueres über Holopyga generosa konnte ich jedoch leider bisher noch nicht herausfinden.

Zum Schluß war die Sonne schon fast unterge­gangen, als mir kurz vor meiner Haustür noch eine schlafende Kleinlibelle im hohen Gras auffiel. Ein Weibchen der Blauen Federlibelle wollte wohl hier ihre Nacht verbringen. Also doch noch einmal Stativ aufgebaut und ein paar Bilder gemacht, auch wenn eigentlich kein richtiges Licht mehr dafür da war.

Die Blaue Federlibelle gehört zur Familie der Federlibellen und ist gleichzeitig deren einziger Vertreter in Mitteleuropa.

Als Lebensraum bevorzugt sie stille oder nur lang­samfließende Gewässer in klimatisch warm gele­genen Gebieten. Sie ist eine typische Flachlandart und siedelt nur selten im Gebirge, steigt jedoch nie über 700 m Höhe.

Platycnemis pennipes
Gattungssuche Platycnemis pennipes - Blaue Federlibelle ♀
X
Nr. 2011.7900kl_r100 %
7900kl_r
Platycnemis pennipes
Blaue Federlibelle ♀
100mm; F/3.5; 1/25s; ISO 200
Canon EOS 50D

Man kann die Art in unseren Breiten von Mitte Mai bis in den September hinein beobachten. Der Verbrei­tungshöhepunkt liegt allerdings in den Monaten Juni und Juli.

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09.06.2011 - Spaziergang am späten Nachmittag...

Bei meinem heutige Spaziergang am späten Nachmittag verzichtete ich mal wieder auf mein Stativ und beschloß ein paar Freihandaufnahmen zu schießen. Im Ergebnis sitzt zwar die Schärfe meist nicht ganz optimal, aber was soll's.

Die ersten drei Aufnahmen zeigen einen Wachtelweizen-Scheckenfalter, der sich schon zur Ruhe gesetzt hatte, aber während, in meiner Anwesenheit, die Sonne erneut hinter den Wolken hervorkam, wohl noch eine letzte Runde drehen wollte. Mann sieht hier schön, wie er seine Flügel öffnet, um sich für den Flug aufzuwärmen. Leider war das Licht doch noch recht hart, die Farbstimmung allerdings um so schöner.

Melitaea athalia
Gattungssuche Melitaea athalia - Wachtelweizen-Scheckenfalter
X
Nr. 2011.8041kl_r100 %
8041kl_r
Melitaea athalia
Wachtelweizen-Scheckenfalter
100mm; F/5.6; 1/500s; ISO 400
Canon EOS 50D
Melitaea athalia
Gattungssuche Melitaea athalia - Wachtelweizen-Scheckenfalter
X
Nr. 2011.8045kl_r100 %
8045kl_r
Melitaea athalia
Wachtelweizen-Scheckenfalter
100mm; F/5.6; 1/250s; ISO 400
Canon EOS 50D

Melitaea athalia
Gattungssuche Melitaea athalia - Wachtelweizen-Scheckenfalter
X
Nr. 2011.8046kl_r100 %
8046kl_r
Melitaea athalia
Wachtelweizen-Scheckenfalter
100mm; F/5.6; 1/500s; ISO 400
Canon EOS 50D

Ein paar Infos zum Wachtelweizen-Scheckenfalter gibt es in meinem letzten Bericht aus der Oberlausitz.

Die anderen beiden heute entstandenen Fotos zeigen die Larve einer Blattwespe, deren genaue Art ich bisher leider noch nicht in Erfahrung bringen konnte. Auf den ersten Blick hielt ich mein Motiv sogar für eine Schmetterlingsraupe. Allerdings schließen das die zu große Anzahl an Beinen und die "Knopfäuglein" aus.

Gattungssuche Unbekannte Blattwespenlarve
X
Nr. 2011.8007kl_r100 %
8007kl_r
Unbekannte Blattwespenlarve100mm; F/5; 1/400s; ISO 400
Canon EOS 50D
Gattungssuche Unbekannte Blattwespenlarve
X
Nr. 2011.8013kl_r100 %
8013kl_r
Unbekannte Blattwespenlarve100mm; F/5; 1/250s; ISO 400
Canon EOS 50D

Nachdem ich ein paar Standardansichten probiert hatte, fing die Kleine am Ende auch noch an für mich zu posen. Sieht irgendwie knuffig aus, wie ich finde.

Und zu guter letzt stöberte ich auf dem Nachhause­weg noch ein Männchen einer Frühen Heidelibelle auf, welches sich bereits ein Nacht­lager im hohen Gras gesucht hatte.

Die sehr wärmeliebende Art wird bei uns in Deutsch­land bisher lediglich als Wanderart geführt und fliegt jedes Jahr aus dem Mittelmeerraum erneut ein. Sie pflanzt sich zwar häufig hier fort, ob es den Larven allerdings gelingt den Winter zu überstehen, ist bisher noch nicht vollständig geklärt.

Aufgrund der allgemeinen Klimaerwärmung könnte ich mir das aber durchaus vorstellen - vor allem in Lagen, die eh schon wärmebegünstigt sind.

Durch ihre typischen blauen Augen ist die Art sehr leicht von allen anderen heimischen Heidelibellen zu unterscheiden.

Sympetrum fonscolombii
Gattungssuche Sympetrum fonscolombii - Frühe Heidelibelle ♂
X
Nr. 2011.8070ckl_r100 %
8070ckl_r
Sympetrum fonscolombii
Frühe Heidelibelle ♂
100mm; F/5.6; 1/13s; ISO 200
Canon EOS 50D

Ein paar weitere Infos zur Art gibt es auch in meinem Kreta-Bericht vom letzten Jahr.

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10.06.2011 - Kokon mit Dingens...

In letzter Zeit sind mir in den Püttbergen an vielen Stellen kleine circa 1 cm große Kokons aufgefallen, die meist an Grashalmen oder -blättern verankert waren. Ich gehe davon aus, daß es sich hierbei um die Kinderstube einer Schmetterlingsart handelt.

Bei meinem heutigen Morgenspaziergang fiel mir allerdings ein Kokon besonders auf, da aus ihm eine Puppe herausragte. Möglicherweise hatte die Raupe bei der Verpuppung ja zu wenig Platz. Eine plausiblere Alternative wäre jedoch, daß die Raupe von einem Parasiten befallen ist - eventuell einer Raupenfliege - und deren Larve sich nun ins Freie gebohrt und anschließend verpuppt hat.

Gattungssuche Kokon mit Parasitenpuppe
X
Nr. 2011.8103bkl_r100 %
8103bkl_r
Kokon mit Parasitenpuppe100mm; F/8; 1/6s; ISO 200
Canon EOS 50D
Gattungssuche Kokon mit Parasitenpuppe
X
Nr. 2011.8104kl_r100 %
8104kl_r
Kokon mit Parasitenpuppe100mm; F/11; 1/2s; ISO 200
Canon EOS 50D

Auf jeden Fall sah das Ganze sehr interessant aus und ich werde die Kokons und speziell diesen Einen in nächster Zeit mal weiter beobachten. Vielleicht werde ich ja zufällig Zeuge eines Schlupfes.

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10.06.2011 - Männchen zum Weibchen...
Platycnemis pennipes
Gattungssuche Platycnemis pennipes - Blaue Federlibelle ♂
X
Nr. 2011.8147kl_r100 %
8147kl_r
Platycnemis pennipes
Blaue Federlibelle ♂
100mm; F/5; 1/160s; ISO 400
Canon EOS 50D

Nach dem ich vor drei Tagen das Weibchen der Blauen Federlibelle in den Püttbergen ablichten konnte, flog mir heute an fast identischer Stelle das Männchen dieser Art über den Weg.

Mangels Stativ ist leider die Schärfe der Bilder eher suboptimal, aber für Freihandaufnahmen gerade noch so zu akzeptieren.

Im Gegensatz zum Weibchen sieht man beim Männchen auf den ersten Blick, warum die Art "Blaue" Federlibelle heißt. Das Weibchen war ja eher blaßgrünlich und grau gefärbt.

Die Federlibelle verdankt ihren Namen im Übrigen den fischgrätenartigen Dornen an ihren Beine, die diese auch ein wenig wie Federn aussehen lassen.

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12.06.2011 - Raupenfliegen...
Cylindromya auriceps
Gattungssuche Cylindromya auriceps - Raupenfliege
X
Nr. 2011.8274bkl_r100 %
8274bkl_r
Cylindromya auriceps
Raupenfliege
100mm; F/8; 1/10s; ISO 200
Canon EOS 50D

In den letzten Tagen konnte ich hier vermehrt Raupenfliegen der Art Cylindromya auriceps beo­bachten und fotografieren. Leider immer nur ein paar wenige Bilder, da die Fliegen meist recht agil waren. Am heutigen Abend habe ich meine kleine Serie nun beenden können.

Die Art gehört zur großen Familie der Raupenfliegen, die in Mitteleuropa mit etwa 500 Arten vertreten ist. Die Raupenfliegen werden weiterhin in vier Unterfamilien unterschieden, wobei mein Fund in die Familie Phasiinae eingeordnet werden kann. Diese Familie parasitiert überwiegend an Wanzen.

Die Larven der Fliegen entwickeln sich dabei meist in erwachsenen Tieren und bohren sich zur Verpup­pung ins Freie. Interessanterweise ist dieser Befall für den Wirt hier meist nicht tödlich. Bei vielen sich parasitär entwickelnden Arten ist das jedoch anders.

Cylindromya auriceps
Gattungssuche Cylindromya auriceps - Raupenfliege
X
Nr. 2011.8082kl_r100 %
8082kl_r
Cylindromya auriceps
Raupenfliege
100mm; F/11; 1.3s; ISO 200
Canon EOS 50D

In Deutschland gibt es eine ganze Reihe ähnlicher Cylindromya-Arten, wobei die meisten davon keinen durchgehenden schwarzen Streifen auf ihrem Körper aufweisen, oder wenn doch, die roten Zeichnungen der Tergite viel kleiner ausfallen. Die Art ist also relativ einfach zu erkennen.

Genauere Informationen zur Art selbst habe ich allerdings nicht finden können.

Cylindromya auriceps
Gattungssuche Cylindromya auriceps - Raupenfliege
X
Nr. 2011.8280kl_r100 %
8280kl_r
Cylindromya auriceps
Raupenfliege
100mm; F/8; 1/6s; ISO 200
Canon EOS 50D
Cylindromya auriceps
Gattungssuche Cylindromya auriceps - Raupenfliege
X
Nr. 2011.8091bkl_r100 %
8091bkl_r
Cylindromya auriceps
Raupenfliege
100mm; F/5.6; 1/5s; ISO 640
Canon EOS 50D

Doch das war nicht die einzige Raupenfliegenart, die mir in den Püttbergen in den letzten Tagen über den Weg flog. Außerdem gab es da noch ein weitaus winzigeres Modell...

Es handelte sich dabei um einen weiteren Vertreter der Unterfamilie Phasiinae, mit dem lateinischen Namen Phasia obesa. Im Gegensatz zu der obigen Art, die ungefähr 1 cm groß war, ist Phasia obesa, mit ca. 4 mm Körpergröße, aber geradezu winzig.

Ich habe sie auch nur anhand ihrer, im Vergleich zum restlichen Körper, riesigen Augen überhaupt wahrge­nommen. Leider ist nur ein Bild von diesem Winzling entstanden, bevor er auch schon wieder das Weite suchte.

Die Art fliegt von Juni bis September und bevorzugt vorallem Wiesen und Waldränder als ihren Lebens­raum. Ihre Larven entwickeln sich in verschiedenen Wanzenarten. Dabei nutzen sie sowohl erwachsene Tiere als auch ihre Larven.

Phasia obesa
Gattungssuche Phasia obesa - Raupenfliege
X
Nr. 2011.8077kl_r100 %
8077kl_r
Phasia obesa
Raupenfliege
100mm; F/8; 1/1s; ISO 200
Canon EOS 50D

Ich hoffe, daß ich in Zukunft noch ein paar Vertreter dieser sehr interessanten Fliegenfamilie vor die Linse bekomme - gesehen habe ich bereits noch ein paar.

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13.06.2011 - Noch mehr Goldwespen...

Nachdem ich vor einer Woche den Schlafplatz von ein paar Goldwespen entdeckt habe, beschloß ich an den folgende Abenden immer einmal wieder vorbei zu schauen, um zu sehen wer sich so eingefunden hat. Neben Holopyga generosa, von der ich damals schon ein Bild machen konnte, entdeckte ich außerdem mit Holopyga chrysonota noch eine zweite Art dieser Gattung. Scheinbar ist der Platz sehr begehrt.

Holopyga chrysonota
Gattungssuche Holopyga chrysonota - Goldwespe
X
Nr. 2011.8130kl_r100 %
8130kl_r
Holopyga chrysonota
Goldwespe
100mm; F/8; 1/4s; ISO 200
Canon EOS 50D
Holopyga generosa
Gattungssuche Holopyga generosa - Goldwespe
X
Nr. 2011.8308kl_r100 %
8308kl_r
Holopyga generosa
Goldwespe
100mm; F/8; 1/3s; ISO 200
Canon EOS 50D
Holopyga chrysonota
Gattungssuche Holopyga chrysonota - Goldwespe
X
Nr. 2011.8125bkl_r100 %
8125bkl_r
Holopyga chrysonota
Goldwespe
100mm; F/8; 1/4s; ISO 200
Canon EOS 50D
Holopyga generosa
Gattungssuche Holopyga generosa - Goldwespe
X
Nr. 2011.8295bkl_r100 %
8295bkl_r
Holopyga generosa
Goldwespe
100mm; F/11; 1/2s; ISO 200
Canon EOS 50D

Goldwespen sind anhand von Fotos nur sehr schwer zu bestimmen. In den Foren von hymis.de und insektenfotos.de wurde mir da sehr kompentent weitergeholfen. Ich möchte mich an dieser Stelle dafür bei allen Beteiligten bedanken.

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14.06.2011 - Einen spitzen Fleck...

...hatte sich da ein Spitzenfleck - Weibchen ausgesucht. Zumindest für mich - denn in dieser Position lies es sich optimal auf meinen Chip bannen. Da es gerade geregnet hatte, saß sie auch eine ganze Weile so da.

Libellula fulva
Gattungssuche Libellula fulva - Spitzenfleck ♀
X
Nr. 2011.8317ckl_r100 %
8317ckl_r
Libellula fulva
Spitzenfleck ♀
100mm; F/5.6; 1/80s; ISO 200
Canon EOS 50D

Der Spitzenfleck stammt aus der Familie der Segellibellen und gehört damit zu den Großlibellen. Seine Flügelspannweite kann bis zu 8 cm betragen. Im Gegensatz zum hier gezeigten bräunlich-orangenen Weibchen, ist die Färbung des männ­lichen Hinterleibs blau bereift.

Die Hauptflugzeit beschränkt sich auf die Monate Mai und Juni. Er bevorzugt stehende und langsam­fließende, saubere Gewässer mit sonnenbeschie­nenen Schilfbeständen am Ufer, als seinen Lebens­raum.

Das Verbreitungsgebiet der Art erstreckt sich hauptsächlich auf Mitteleuropa. In Deutschland steht der Spitzenfleck auf der Roten Liste gefährdeter Arten und gilt als "stark gefährdet"!

Achtung! Die Art wird häufig mit dem Großen Blaupfeil oder dem Plattbauch verwechselt.

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17.06.2011 - Experimente...

Scheinbar ist zur Zeit Raubfliegen-Saison, denn auch heute flog mir wieder eine vor die Linse. Obwohl - eigentlich saß sie, in Erwartung der ersten Sonnenstrahlen, auf dem vertrockneten Halm einer alten Brennessel nur so rum. Auch als ich mich ihr näherte, zeigte sie keinerlei Scheu.

Zwar führte meine Anwesenheit bei ihr zu ein wenig Hin- und Hergelaufe, zum Wegfliegen allerdings fehlte wohl noch ein wenig zur nötigen Betriebs­temperatur. Zum Glück für mich!

Bei der Raubfliege handelte es sich um das Männchen einer Goldafterfliege. Die Art kommt in Mitteleuropa hauptsächlich im Tiefland vor und bevorzugt dort warme und sandige Lebensräume, die ihr genügend offene Bereiche bieten.

In Deutschland scheint ihr Vorkommen im Rückgang begriffen zu sein. In Berlin steht sie auf der Vorwarnstufe zur Roten Liste.

Antipalus varipes
Gattungssuche Antipalus varipes - Goldafterfliege ♂Raubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.8368kl_r100 %
8368kl_r
Antipalus varipes
Goldafterfliege ♂
100mm; F/11; 1/5s; ISO 200
Canon EOS 50D
Antipalus varipes
Gattungssuche Antipalus varipes - Goldafterfliege ♂Raubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.8403kl_r100 %
8403kl_r
Antipalus varipes
Goldafterfliege ♂
100mm; F/11; 1/3s; ISO 200
Canon EOS 50D

Weil mich die Fliege recht lange gewähren ließ, hatte ich Zeit für ein paar fotografische Experimente. Zuerst drei Bilder, die recht anschaulich verdeutlichen, wie sich durch das Ändern der Lichtsituation die Aussagekraft eines Bildes ändern kann. Das kann wolkenbedingt zufällig geschehen oder per Abschatten, wie beim ersten Bild, auch selbst "manipuliert" werden.

Antipalus varipes
Gattungssuche Antipalus varipes - Goldafterfliege ♂Raubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.8395kl_r100 %
8395kl_r
Antipalus varipes
Goldafterfliege ♂
100mm; F/7.1; 1/25s; ISO 200
Canon EOS 50D
Antipalus varipes
Gattungssuche Antipalus varipes - Goldafterfliege ♂Raubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.8398kl_r100 %
8398kl_r
Antipalus varipes
Goldafterfliege ♂
100mm; F/9; 1/10s; ISO 200
Canon EOS 50D
Antipalus varipes
Gattungssuche Antipalus varipes - Goldafterfliege ♂Raubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.8399kl_r100 %
8399kl_r
Antipalus varipes
Goldafterfliege ♂
100mm; F/9; 1/8s; ISO 200
Canon EOS 50D

Jetzt folgen zwei, die zeigen, wie sich der gewählte Abbildungsmaßstab auf ein Bild auswirken kann. Während das erste Bild durch mehr Raum die wahren Dimensionen der Fliege im Bezug zu ihrem Lebensraum verdeutlicht, zeigt das zweite viel mehr Details. Um den Hintergrund in beiden Fällen schön gleichmäßig aufzulösen, ist die Wahl der richtigen Blende extrem wichtig!

Antipalus varipes
Gattungssuche Antipalus varipes - Goldafterfliege ♂Raubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.8385kl_r100 %
8385kl_r
Antipalus varipes
Goldafterfliege ♂
100mm; F/4; 1/100s; ISO 200
Canon EOS 50D
Antipalus varipes
Gattungssuche Antipalus varipes - Goldafterfliege ♂Raubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.8393kl_r100 %
8393kl_r
Antipalus varipes
Goldafterfliege ♂
100mm; F/11; 1/8s; ISO 200
Canon EOS 50D

Und zu guter Letzt habe ich noch ein wenig mit der Perspektive gespielt.

Antipalus varipes
Gattungssuche Antipalus varipes - Goldafterfliege ♂Raubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.8374bkl_r100 %
8374bkl_r
Antipalus varipes
Goldafterfliege ♂
100mm; F/8; 1/10s; ISO 200
Canon EOS 50D
Antipalus varipes
Gattungssuche Antipalus varipes - Goldafterfliege ♂Raubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.8379kl_r100 %
8379kl_r
Antipalus varipes
Goldafterfliege ♂
100mm; F/8; 1/8s; ISO 200
Canon EOS 50D

Man sieht, einfach so mal drauflos knipsen kann zwar auch zu schönen Bildern führen, jedoch ein wenig Planung im Vorraus, erhöht die Chancen darauf beträchtlich. Vorausgesetzt natürlich - das Motiv spielt mit ;-)

Bestimmt wurde die Art, wie die meisten der von mir hier gezeigten Raubfliegen, im Übrigen von Danny Wolff. Vielen Dank dafür!

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18.06.2011 - Ein Wolf im Fliegenpelz...

Wochenende! Das heißt für mich, vor dem Frühstück raus in die Püttberge und fotografieren was bei "Drei" nicht in der Luft ist. Am heutigen kühlen Morgen war das so Einiges, was da noch schlafend am Halm hing.

Allerdings hatte ich die meisten dieser Langschläfer irgend­wann schon mal vor meiner Linse gehabt und war deshalb nicht so richtig glücklich. Das ändert sich aber schlagartig, als ich eine riesige, wunderschöne, buntgefärbte Raubfliege entdeckte.

Es war ein Weibchen der Großen Wolfsfliege, einer der seltensten Raubfliegen Deutschlands. Zwar sind Berlin und Brandenburg zwei der Hauptverbreitungs­gebiete der Art, trotzdem ist sie auch hier äußerst selten. Es gibt momentan nur etwa 30 bekannte Vor­kommen in ganz Deutschland.

Der bevorzugte Lebensraum der Fliege sind warme, offene Sandflächen, wie z.B. Binnendünen oder auch Bahnbrachen. Hier fliegen die Tiere von Mitte Juni bis Anfang August umher und sind durch ihre enorme Größe kaum zu übersehen.

Die Große Wolfsfliege kann nämlich eine Körperlänge von bis zu 2,5 cm erreichen und zählt damit zu den größten Raubfliegen Mitteleuropas.

Ein weiterer Unterschied zu den meisten bei uns einheimischen Raubfliegen ist der sehr ausgeprägte Geschlechtsdimorphismus zwischen Männchen und Weibchen. Während das Männchen blau­schwarze Flügel und einen schwarzen Körper besitzt, sind die Flügel des Weibchens bräunlich und dessen mittlere Hinterleibssegmente orangerot gefärbt. Untypischer­weise fürs Tierreich ist hier also mal die Frau echt hübscher als ihr Mann...

Zur Entwicklung wäre noch zu erwähnen, daß die Weibchen ihre Eier interessanterweise direkt in den Sandboden ablegen und dabei eine Art "Sandkokon" erzeugen, in den sie gleich mehrere Eier gemeinsam ablegen.

Dasypogon diadema
Gattungssuche Dasypogon diadema - Große Wolfsfliege ♀Raubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.8480kl_r100 %
8480kl_r
Dasypogon diadema
Große Wolfsfliege ♀
100mm; F/9; 1/13s; ISO 200
Canon EOS 50D

Und da ich mir dachte, so ein Weibchen braucht doch noch das passende Männchen, suchte ich am nächsten Morgen die Umgebung noch etwas genauer ab und siehe da, das Glück war mir tatsächlich hold. Allerdings tat ich mich diesmal sehr viel schwerer ein brauchbares Foto zu machen. Das komplett schwarze Männchen der Großen Wolfsfliege war im Gegensatz zum hellen Hintergrund einfach viel zu kontrastreich.

Dasypogon diadema
Gattungssuche Dasypogon diadema - Große Wolfsfliege ♂Raubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.8518kl_r100 %
8518kl_r
Dasypogon diadema
Große Wolfsfliege ♂
100mm; F/11; 1/2s; ISO 200
Canon EOS 50D
Dasypogon diadema
Gattungssuche Dasypogon diadema - Große Wolfsfliege ♂Raubfliegenprojekt
X
Nr. 2011.8505kl_r100 %
8505kl_r
Dasypogon diadema
Große Wolfsfliege ♂
100mm; F/8; 1/13s; ISO 200
Canon EOS 50D

Aber wieder einmal muß ich sagen, es hat sich echt gelohnt in die Nähe eines so interessanten und artenreichen Gebietes wie den Püttbergen zu ziehen. Und ich denke, daß wird noch nicht die letzte Überraschung gewesen sein, die mir hier vor mein Objektiv kommt...

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19.06.2011 - Als Ausgestorben...

bzw. verschollen galt die Italienische Schönschrecke in Berlin noch bis zum Jahre 2004. Zwar wurde sie inzwischen auch an anderer Stelle wiederentdeckt, die Population in den Püttbergen ist aber scheinbar bisher noch nicht bekannt. Da ich mehrere Tiere dieser Art bereits im vorigen Jahr an ziemlich genau der selben Stelle fotografieren konnte, gehe ich auch davon aus, daß es sich hierbei um eine stabile Population handelt und sich das heute von mir abgelichtete Exemplar nicht nur auf der "Durchreise" befand.

Calliptamus italicus
Gattungssuche Calliptamus italicus - Italienische Schönschrecke
X
Nr. 2011.8583_82kl_r100 %
8583_82kl_r
Calliptamus italicus
Italienische Schönschrecke
100mm; F/5.6 (DFF); 1/125s; ISO 200
Canon EOS 50D

Die Italienische Schönschrecke ist eine Kurzfühler­schrecke aus der Familie der Feldheuschrecken und hat ihren Verbreitungsschwerpunkt eigentlich im Mittelmeerraum.

Nördlich der Alpen kommt sie nur in sehr wenigen und meist wärmebegünstigten Gebieten vor. Sie besiedelt dort warme schwach bewachsene Trocken­rasen, Felsfluren oder sandige Steppen.

Ihre Populationen sind überall in Mitteleuropa stark rückläufig. Da die Art vielerorts bereits nicht mehr nachweisbar ist, ist zu befürchten, daß sie über kurz oder lang ganz aus Mitteleuropa verschwinden wird.

In Deutschland steht die Art auf der Roten Liste und wird dort als "vom Aussterben bedroht" geführt!

Reife Tiere der Art findet man von Juni bis Oktober. Bei hohen Temperaturen sind diese meist sehr aktiv. Sie können gut fliegen und fallen dabei durch ihre knallroten Hinterflügel sofort auf. Anders hätte auch ich mein durch seine Körperzeichnung ansonsten perfekt getarntes Motiv nie entdeckt.

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20.06.2011 - Miniraupenfliege...

Am Nachmittag, bei einem Minispaziergang, entdeckte ich eine weitere winzige Raupenfliege, die aber, im Gegensatz zu der Letzten, eine gelb-schwarz gemusterte Körperzeichnung aufwieß. Die Fliege war höchstens 4 mm groß und erwieß sich als ein männliches Exemplar von Cistogaster globosa. Die Weibchen dieser Art sind dagegen komplett schwarz gefärbt.

Als Lebensraum bevorzugen die Winzlinge trockene und offene Wiesen. Sie kommen überall in Europa vor, sind aber vor allem in wärmeren Gegenden Mitteleuropas oft sehr häufig anzutreffen. Im noch wärmeren Mittelmeerraum ist die Art hingegen sehr selten.

Cistogaster globosa
Gattungssuche Cistogaster globosa - Raupenfliege ♂
X
Nr. 2011.8606kl_r100 %
8606kl_r
Cistogaster globosa
Raupenfliege ♂
100mm; F/8; 1/3s; ISO 200
Canon EOS 50D
Cistogaster globosa
Gattungssuche Cistogaster globosa - Raupenfliege ♂
X
Nr. 2011.8612kl_r100 %
8612kl_r
Cistogaster globosa
Raupenfliege ♂
100mm; F/6.3; 1/3s; ISO 200
Canon EOS 50D

Cistogaster globosa fliegt von Mai bis August in zwei Generationen. Ihre Eier legen die Fliegen auf Wanzen der Gattung Aelia ab. Die Larven bohren sich dann in den Wirt ein und verlassen ihn erst zur Verpuppung wieder, die anschließend im Erdboden stattfindet.

Vielen Dank für die Bestimmung an Erikas aus dem Forum von Diptera.info.

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20.06.2011 - Na endlich...

Schon seit dem vorigen Jahr habe ich gehofft mal eine Sandwespe an ihrer Schlafstelle ausfzuspüren - leider bisher ohne Erfolg. Ich sehe zwar während meiner Touren immer wieder mal ein fliegendes bzw. recht agil herumkrabbelndes Exemplar, aber eine Sandwespe, die sich an irgendwo zum Schlafen festgebissen hat, habe ich bis heute in den Püttbergen noch nicht entdecken können. Bis heute...

Denn bei meinem abendlichen Spaziergang fand ich tatsächlich ein Exemplar an einer vertrockneten Ähre. Zwar hatte sich mein Fund noch nicht festgebissen, aber zumindest schon mal ihre typische Schlafhaltung eingenommen.

Es handelte sich um eine Gemeine Sandwespe, eine von lediglich drei in Deutschland vorkommenden Arten der Gattung Ammophila - und mit bis 2,5 cm Körperlänge noch dazu die Größte.

Die Art kommt überall in Europa und auch in großen Teilen Asiens vor. In Mitteleuropa ist sie die häufgste Sandwespenart überhaupt und gilt daher nicht als gefährdet.

Sie bevorzugt sandige und vegetationsarme Lebens­räume und ist damit in Binnendünen, wie den Püttbergen, zwangsläufig ein oft gesehenes Insekt.

Die Flugzeit der Gemeinen Sandwespe erstreckt sich von Mai bis Oktober. Meistens bildet die Art dabei sogar zwei Generation aus.

Ammophila sabulosa
Gattungssuche Ammophila sabulosa - Gemeine Sandwespe
X
Nr. 2011.8694kl_r100 %
8694kl_r
Ammophila sabulosa
Gemeine Sandwespe
100mm; F/11; 1/4s; ISO 200
Canon EOS 50D

Zur Lebensweise wäre noch zu sagen, daß alle Sandwespenarten ihre Eier in selbstgegrabene Bruthöhlen ablegen. Zu dem meist einzelnen Ei werden dann Raupen oder Blattwespenlarven eingetragen, die der späteren Larve als Nahrung dienen. Einige Arten entwickeln hierbei eine regelrechte Brutpflege und füttern die Larven auch noch während ihrer weiteren Entwicklung.

Die Gemeine Sandwespe gehört allerdings nicht dazu. Von ihr werden lediglich am Anfang nur ein bis zwei, dafür meist sehr große, Raupen ins Nest eingetragen. Nicht selten handelt es sich hierbei um Eulenraupen.

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21.06.2011 - Freihand...

Obwohl ich inzwischen schon einige Bilder vom Wachtelweizen-Scheckenfalter gemacht habe, konnte ich auch bei meinem heutigen Spaziergang nicht widerstehen - vor allem bei dem tollen Licht! Leider hatte ich kein Stativ dabei und so ist meine Ausrichtung und die Schärfe evtentuell nicht ganz optimal gewesen.

Melitaea athalia
Gattungssuche Melitaea athalia - Wachtelweizen-Scheckenfalter
X
Nr. 2011.8751bkl_r100 %
8751bkl_r
Melitaea athalia
Wachtelweizen-Scheckenfalter
100mm; F/5.6; 1/100s; ISO 400
Canon EOS 50D
Melitaea athalia
Gattungssuche Melitaea athalia - Wachtelweizen-Scheckenfalter
X
Nr. 2011.8776kl_r100 %
8776kl_r
Melitaea athalia
Wachtelweizen-Scheckenfalter
100mm; F/5.6; 1/80s; ISO 400
Canon EOS 50D


Melitaea athalia
Gattungssuche Melitaea athalia - Wachtelweizen-Scheckenfalter
X
Nr. 2011.8777kl_r100 %
8777kl_r
Melitaea athalia
Wachtelweizen-Scheckenfalter
100mm; F/5.6; 1/100s; ISO 400
Canon EOS 50D

Infos zur Art gibt es hier.

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27.06.2011 - Des Rätsels Lösung...

...zumindest dessen erster Teil. Ich weiß nun nämlich, wem die vielen kleinen Kokons an den Grashalmen gehören, die ich schon seit einigen Tagen beobachte. Der "Übeltäter" ist eine kleine Blattwespe mit dem Namen Gilpinia virens. Heute konnte ich sie beim bzw. kurz nach dem Schlüpfen beobachten.

Leider ist es mir bisher nicht gelungen weitere Informationen zu dieser Art zu erlangen.

Gilpinia virens
Gattungssuche Gilpinia virens - Blattwespe
X
Nr. 2011.8797_8802bkl_r100 %
8797_8802bkl_r
Gilpinia virens
Blattwespe
100mm; F/5 (DFF); 1/6s; ISO 200
Canon EOS 50D
Gilpinia virens
Gattungssuche Gilpinia virens - Blattwespe
X
Nr. 2011.8789kl_r100 %
8789kl_r
Gilpinia virens
Blattwespe
100mm; F/8; 1/10s; ISO 200
Canon EOS 50D

Jetzt bleibt mir nur noch herauszufinden, welcher Parasit einige von ihren Kokons befallen hat - siehe hier.

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30.06.2011 - Goldafterfliegenweibchen...

Nachdem ich vor zwei Wochen schon das Männchen der Goldafterfliege vor der Linse hatte, ist es mir heute gelungen das dazugehörige Weibchen abzu­lichten.

Dabei muß ich aber ehrlich zugeben, daß ich zum Zeitpunkt des Fotografierens noch nicht wußte, um was es sich dabei handelt. Nur das es eine Raubfliege ist, war mir natürlich klar.

Erst im Insektenfotos.de-Forum wurde ich über meinen heutigen Fund aufgeklärt. Obwohl ich am Hintern der Guten hätte eigentlich erkennen müssen, um was es sich hier handelt,