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Exkursionen in der Oberlausitz 2012

30.08. - 10.09.2012 - Auf der Suche...

Vor ein paar Jahren hatte ich in meiner alten Heimat auf einer sumpfigen Orchideenwiese eine ziemlich große Population der Springspinne Sitticus floricola entdeckt.

Da ich für mein neues Projekt noch keine geeigneten Aufnahmen dieser Spinnen-Art besaß, beschloß ich unseren spätsommerlichen Aufenthalt in der Ober­lausitz zu nutzen, um dieses tolle Biotop wieder einmal aufzu­suchen und ein paar möglichst detail­reiche Fotos der winzigen Springer zu machen.

Sitticus floricola
Gattungssuche Sitticus floricola - Springspinne ♀Springspinnengalerie
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Nr. 2012_Spring.5008kl_r100 %
5008kl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/8; 1/2s; ISO 400
Canon EOS 50D

Sitticus floricola ist fast überall in Europa verbreitet und auch bei uns in Deutschland in geeigneten Gebieten in der Regel nicht selten.

Die Art bevorzugt feuchtes aber offenes Gelände, welches sie z.B an Gewässerufern, in Mooren oder auf Sumpfwiesen wie dieser vorfindet.

Sitticus floricola
Gattungssuche Sitticus floricola - Springspinne ♂Springspinnengalerie
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Nr. 2012_Spring.4728kl_r100 %
4728kl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/8; 1/6s; ISO 400
Canon EOS 50D
Sitticus floricola
Gattungssuche Sitticus floricola - Springspinne ♀Springspinnengalerie
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Nr. 2012_Spring.5138bkl_r100 %
5138bkl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/8; 1/10s; ISO 400
Canon EOS 50D

Leider war auf der Wiese jahreszeitlich bedingt springspinnentechnisch nicht mehr allzuviel los und so benötigte ich mehrere Besuche, um sowohl Männchen als auch Weibchen in allen von mir gewünschten Ansichten abzulichten. Gut, daß wir diesmal ein paar Tage länger hier zu Gast waren.

Sitticus floricola
Gattungssuche Sitticus floricola - Springspinne ♂Springspinnengalerie
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Nr. 2012_Spring.4764_67kl_r100 %
4764_67kl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/8 (DFF); 1/5s; ISO 200
Canon EOS 50D

Normalerweise findet man zumindest die Weibchen dieser Art recht einfach. Sie heften ihre Gespinst­säcke meist oben an die Frucht- oder Blütenstände von Pflanzen.

Weil dies mehrere Tiere oft in unmittelbarer Nach­barschaft nebeneinander machen, entstehen da­durch ziemlich große und meist schon von weitem sichtbare Gemeinschaftsnester. Es wurden schon derartig zusammengesetzte Komplexe mit bis zu zwanzig Tieren gefunden.

Im Hochsommer sitzen die Weibchen dann oft oben­auf und bewachen ihren Nachwuchs. Jetzt, Ende August, waren die meisten dieser Nester aber leider schon verlassen und so konnte ich nur nach langem Suchen überhaupt die eine oder andere Spinne finden.

Sitticus floricola
Gattungssuche Sitticus floricola - Springspinne ♀Springspinnengalerie
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Nr. 2012_Spring.5034_35ckl_r100 %
5034_35ckl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/8 (DFF); 1/6s; ISO 400
Canon EOS 50D
Sitticus floricola
Gattungssuche Sitticus floricola - Springspinne ♂Springspinnengalerie
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Nr. 2012_Spring.4881_86bkl_r100 %
4881_86bkl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/6.3 (DFF); 1/4s; ISO 400
Canon EOS 50D

Ich hoffe nur, daß es dieses tolle Biotop auch in Zukunft noch geben wird, denn es scheint leider zunehmens zu verbuschen. In der Vergangenheit wurde die Wiese zwar aufgrund des reichen Vorkommens an Breitblättrigem Knabenkraut einmal im Jahr gemäht, bei meinem diesjährigen Besuch sah es allerdings so aus, als ob die letzte Pflegemaßnahme dieser Art schon eine ganze Weile länger her gewesen sein dürfte.

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06.07.2012 - Spargel...

In diesem Jahr sind die bisherigen Besuche in der alten Heimat, bedingt durch unseren Familienzuwachs, ein wenig rar ausgefallen. Makrofotografisch gesehen haben sie eigentlich überhaupt nicht stattgefunden, denn das letzte mal waren wir im Winter in der Oberlausitz und da gabs natürlich "wenige" Motive. Um so größer war die Freude als wir nun bei schönstem Sommerwetter dort ankamen.

Obwohl wir diesmal eine ganze Woche dort waren, hielt sich die Zeit zum Fotografieren aber auch diesmal in Grenzen. Selbst für eine kleine Exkursion fand sich kein Platz in unserer Zeitplanung und so beschränkte ich meine Aufmerksamkeit auf einem Spargelbusch im Garten meiner Eltern.

Crioceris asparagi
Gattungssuche Crioceris asparagi - Gemeines Spargelhähnchen (Paarung)
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Nr. 2012.1570_71bkl_r100 %
1570_71bkl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/8 (DFF); 1/20s; ISO 400
Canon EOS 50D

Deshalb ist es natürlich auch nicht verwunderlich, daß die Tiere fast ihr ganzes Leben auf den Pflanzen verbringen. Nach der Paarung im Frühsommer legen die Weibchen ca. 100 Eier, die sie senkrecht an den Spargel­stängeln und Blättern anbringen.

Crioceris asparagi
Gattungssuche Crioceris asparagi - Gemeines Spargelhähnchen (junge Larve)
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Nr. 2012.1501kl_r100 %
1501kl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/8; 1/30s; ISO 400
Canon EOS 50D

Erst im April des Folgejahres erklimmen sie dann wieder ihre Futterpflanze, um sich reif zu fressen und anschließend zu paaren, damit der Kreislauf wieder von vorn beginnen kann.

Crioceris asparagi
Gattungssuche Crioceris asparagi - Gemeines Spargelhähnchen
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Nr. 2012.1474kl_r100 %
1474kl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/8; 1/5s; ISO 400
Canon EOS 50D

Eine interessante Sache gibt es noch. Wenn man mal einen erwachsenen Käfer in die Hand nimmt und ihn ein wenig in Bedrängnis bringt, gibt dieser zirpende Geräusche von sich.

Das bewerkstelligt er durch das Aneinanderreiben von Chitinleisten, die sich an seinem Abdomen und den Flügeldecken befinden.

Um diese Zeit wimmelt es dort in jedem Jahr nur so von Spargelhähnchen in all ihren Entwicklungssta­dien. So beschloß ich einfach den Lebens­zyklus dieser kleinen bunten Gesellen aus der Familie der Blatt­käfer fotografisch zu dokumentieren.

Sowohl die erwachsenen Käfer als auch deren Larven ernähren sich ausschließlich von Spargel. Dabei ist es egal, ob es sich um wilde oder gezüch­tete Spargelpflanzen handelt.

Crioceris asparagi
Gattungssuche Crioceris asparagi - Gemeines Spargelhähnchen (Eier)
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Nr. 2012.1544_47bkl_r100 %
1544_47bkl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/8 (DFF); 1/10s; ISO 400
Canon EOS 50D

Nach ein paar Tagen schlüpfen daraus winzige Lar­ven, die bis zu ihrer Verpuppung - zirka 14 Tage später - durch intensive Fraßtätigkeit bis auf fast einen Zentimeter Körper­länge an­wachsen können. Vor allem die jungen Triebe und das Blattgrün der Pflanzen haben es ihnen dabei angetan.

Durch ihre Vorliebe zählen sie zusammen mit ihrer Schwesternart, dem Zwölfpunkt-Spargelkäfer, zu den gefährlichsten Schädlingen in den Spargelplan­tagen. Letzterer kommt allerdings nicht ganz so häufig vor und ernährt sich vor allem von den Beeren der Pflanzen.

Sobald die Larven sich genug vollgefressen haben, kriechen sie den Stengel ihrer Nahrungspflanze herab und verpuppen sich in einem Gespinst im Erdboden, aus welchem noch im Herbst des selben Jahres der fertig entwickelte Käfer schlüpft.

Den Winter verbringen die Tiere dann unter Steinen, im Laub oder in den Stängeln der Spargelpflanzen.

Crioceris asparagi
Gattungssuche Crioceris asparagi - Gemeines Spargelhähnchen (ältere Larve)
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Nr. 2012.1520_22kl_r100 %
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Keine Infos in EXIF.65mm; F/8 (DFF); 1/15s; ISO 400
Canon EOS 50D

Das Verbreitungsgebiet des Gemeinen Spargelhähn­chens erstreckt sich über ganz Mittel­europa und die südlichen Teile Skandinaviens. Inzwischen kann man es allerdings auch in Asien und Nordamerika finden, wo es durch uns Menschen eingeschleppt wurde.

Crioceris asparagi
Gattungssuche Crioceris asparagi - Gemeines Spargelhähnchen
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Nr. 2012.1466kl_r100 %
1466kl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/8; 1/8s; ISO 400
Canon EOS 50D

Natürlich sind mir im Spargelgrün auch noch andere kleine Geschöpfe begegnet. Dabei war von Ameisen, über allerlei Käfer, bis hin zu Kleinschmetterlingen fast alles vertreten, was das Insektenreich zu bieten hat.

Palomena prasina
Gattungssuche Palomena prasina - Grüne Stinkwanze (Larve)
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Nr. 2012.1554bkl_r100 %
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Keine Infos in EXIF.65mm; F/8; 1/50s; ISO 400
Canon EOS 50D

Ein Foto habe ich allerdings nur von einer der kleinen Wanzenlarven gemacht, von denen auf fast jeder einzelnen Beere der Spargelpflanze eine saß und an dieser herumknabberte.

Dabei waren sie durch ihre grüne Farbe auf den ersten Blick überhaupt nicht zu sehen und verschmol­zen quasi mit ihrer Umgebung.

Nachdem ich jedoch die erste entdeckt hatte, sprangen mir die anderen sofort ins Auge. Und wie sie dann da alle so auf ihren Beeren hockten, mußte ich zwangsläufig an Baron Münchhausen denken :-)

Bei den Winzlingen handelte es sich im Übrigen um die Larven der Grünen Stinkwanze, einen unserer häufigsten einheimischen Vertreter aus der Familie der Baumwanzen. Bisher war mir zwar noch nicht bekannt, daß auch Spargel auf ihrem Speiseplan steht, aber man lernt ja nie aus.

Ein paar mehr Infos zu dieser Art und ein Foto der erwachsenen Wanze gibt es in einem Bericht aus den Püttbergen von Ende letzten Jahres.

Da sieht man, daß auch auf einem Spargelbusch das Leben tobt. Man muß nur richtig hinschauen!

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